Um seine Chancen auf den Gesamtsieg beim 24h-Rennen Nürburgring deutlich zu erhöhen, benötigt ein Hersteller eigentlich mindestens drei Autos: eines verunfallt, das zweite hat technische Probleme und das dritte gewinnt. Porsche treibt dieses Prinzip beim diesjährigen Eifel-Klassiker (14.-17. Mai 2026) auf die Spitze und schickt sage und schreibe 13 Porsche 911 GT3 R an den Start - sechs davon mit reinen Profi-Besetzungen.

Darunter natürlich das Aushängeschild der Zuffenhausener, der ikonische #911 Grello von Manthey mit Kevin Estre, Thomas Preining und Ayhancan Güven. Der Rennstall aus Meuspath schickt einmal mehr nur einen einzelnen Neunelfer in der SP9-Topklasse an den Start und hofft auf seinen achten Gesamtsieg sowie den ersten seit 2021.

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Zweiter Manthey-Porsche am Nürburgring "immer eine Überlegung"

Wäre es angesichts des brutalen Wettbewerbes - mehr als 40 GT3-Autos und 22 Pro-Entries - nicht aussichtsreicher, einen zweiten Grello ins Feld zu führen? So hatte es Manthey schließlich bereits in der Vergangenheit gehalten. 2019 gingen zuletzt zwei GT3-Porsche mit besten Siegeschancen für die von Olaf Manthey gegründete Truppe an den Start.

"Natürlich ist ein zweites Auto immer eine Überlegung", sagte Manthey-Rennleiter Patrick Arkenau zu Motorsport-Magazin.com. "Zwei Eisen im Feuer sind immer besser als eines. Wir arbeiten kontinuierlich daran. Aber am Ende ist es immer eine Frage der Finanzierbarkeit. Ich will da gar nicht auf die Tränendrüse drücken, aber am Ende muss sich das irgendwie darstellen lassen und finanziell stemmbar sein."

Nun zählt Manthey, das sich zu 51 Prozent im Besitz der Porsche AG befindet, sicherlich nicht zu den armen Kirchenmäusen im Motorsport. Doch bei den millionenschweren GT3-Engagements in der DTM, in der WEC samt den 24 Stunden von Le Mans, in Barthurst sowie jüngst in der IMSA-Meisterschaft muss auch in Meuspath wohlkalkuliert werden.

Arkenau: Keine Kompromisse bei zweitem Grello

Und da man von halben Sachen bekanntermaßen nichts hält bei Manthey, sind die eigenen Ansprüche groß. "Wenn wir ein zweites Auto einsetzen, das auch im Grello-Design fährt, dann möchte ich dabei keinerlei Kompromisse eingehen", sagte Arkenau. "Das muss vom grundsätzlichen Ansatz exakt so sein wie bei der Nummer 911: gleiche Stärke bei der Fahrerpaarung, gleiche Qualität im Gesamtpaket."

Diese hohe Erwartungshaltung sei auch angesichts der zahlreichen von Porsche unterstützten Fahrzeuge gar nicht so einfach zu erfüllen. "Deshalb hat es sich in den vergangenen Jahren nicht ergeben", fügte Arkenau an. "Aber wir geben das Thema nicht auf. Vielleicht sieht man in Zukunft wieder ein zweites Manthey-Auto."

Porsche-Aufgebot bei 24h Nürburgring 2026 (SP9 Pro-Entries)

Nr.TeamFahrerAuto
17Dunlop MotorsportJulien Andlauer/Dorian Boccolacci/Nico Menzel/Alessio PicarielloPorsche 911 GT3 R
24Lionspeed GPLaurin Heinrich/Laurens Vanthoor/Ricardo FellerPorsche 911 GT3 R
44Falken MotorsportsKlaus Bachler/Tim Heinemann/Sven Müller/Morris SchuringPorsche 911 GT3 R
54Dinamic GTBastian Buus/Michael Christensen/Joel Sturm/Loek HartogPorsche 911 GT3 R
55Dinamic GTMichele Beretta/Alessandro Ghiretti/Joel Sturm/Loek HartogPorsche 911 GT3 R
911MantheyKevin Estre/Ayhancan Güven/Thomas PreiningPorsche 911 GT3 R

Manthey-Ausstellung zum Jubiläum bei 24h Nürburgring

Auf die Rückkehr eines zweiten Manthey-Porsche bei den 24h Nürburgring müssen die Fans also noch eine Weile warten. Einen Vorgeschmack erhalten die Besucher aber schon an diesem Wochenende: Manthey hat seine sechs Sieger-Fahrzeuge aus der Vergangenheit nach einem Foto-Shooting auf der Nordschleife jetzt im Ring-Boulevard neben der GP-Strecke ausgestellt.

Der Anlass dieser gelb-grünen Ausstellung, die frei zugänglich ist: Das von Olaf Manthey gegründete Unternehmen feiert 2026 sein 30-jähriges Firmenbestehen und auch die ikonische Lackierung des Grello begeht ihr 10-jähriges Jubiläum. Gelingt der Manthey-Mannschaft dieses Jahr der Nürburgring-Sieg, wäre es der achte und damit ein alleiniger Rekord vor Phoenix/Scherer-Sport-PHX-Audi (7 Siege).