Drei Siege in Folge und Platz eins in der Fahrer-Weltmeisterschaft: Für Kimi Antonelli könnte es in dieser Formel 1-Saison kaum besser laufen. Doch eine gravierende Schwachstelle droht dem Mercedes-Youngster auf dem Weg zum Titel im Weg zu stehen - seine miserablen Starts. Mercedes reagiert nun und stattet Antonelli in Kanada mit einem neuen Kupplungshebel aus.
"Es ist einfach eine andere Form, die mir helfen soll, beim Loslassen konstanter zu sein", erklärte der 19-Jährige während seiner Medienrunde zum bevorstehenden Grand Prix in Montréal. F1-Experte Christian Danner weiß, wie diffizil die Kupplung in der modernen Formel 1 zu handhaben ist: "Man hat dem Piloten eine Art Idiotensicherheit eingebaut. Das heißt, man berechnet vorher ganz genau: Wie viel Drehzahl brauche ich und wie hoch ist mein Drehmoment an der Hinterachse?"
Passen diese Berechnungen im Vorfeld jedoch nicht, fischt der Fahrer im Dunkeln. "Wenn die Daten falsch sind oder man etwas Falsches einprogrammiert hat, dann kann selbst der Fahrer beim Start nichts mehr reparieren", so Danner. Entsprechend intensiv hat Mercedes in der Pause zwischen Miami und Kanada an der Software gefeilt sowie die Kupplung selbst überarbeitet. "Es wurde sehr viel daran gearbeitet, das System robuster zu machen und mehr Performance zu finden", betont Kimi Antonelli.
Vor allem die Tatsache, dass McLaren mit demselben Antriebsstrang deutlich bessere Starts hinlegt, dürfte den Silberpfeilen ein Dorn im Auge sein. Auch im Gesamtvergleich stechen die Mercedes-Starts statistisch negativ heraus, wobei angemerkt werden muss, dass Teams, die weiter vorne starten auch mehr Plätze verlieren können als die, die von weiter hinten losfahren. "Offensichtlich liegt unser Fokus auf den Starts, weil sie ganz klar unsere größte Schwäche sind. Im Simulator lassen sich Starts jedoch kaum trainieren. Man hat nur die Rennen selbst", erklärt George Russell das Problem.
Großes Update-Paket für Kanada
"Wir geben unser Bestes, um uns zu verbessern." Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass kurzfristige Pflaster nicht die Lösung sind. Das Team denkt bereits langfristiger: Wir versuchen alles, um das Problem akut zu lösen, aber es gibt auch einige mittelfristige Punkte, bei denen wir tiefgreifendere Änderungen vornehmen müssen", sagt Russell. Im Gegensatz zur Konkurrenz bringt Mercedes erst an diesem Wochenende sein großes Update-Paket ans Auto. Ob die neuen Teile ausreichen, um vor McLaren, Red Bull und Ferrari zu bleiben, bleibt abzuwarten.
"Ich hoffe, dass sie genauso konkurrenzfähig sein werden wie die Updates, die McLaren und Ferrari in Miami gebracht haben - denn die haben einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht", so Russell. "Unsere Zahlen aus der Fabrik sehen vielversprechend aus, aber in der Realität muss sich das erst bestätigen. Es gibt noch einige Unbekannte, bis wir damit auf die Strecke gehen."



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