Haas-Teamchef Ayao Komatsu reiste mit einem dicken Hals zum Formel-1-Rennen in Montreal. Grund für die schlechte Laune des Japaners: Gerüchte über einen angeblichen Streit zwischen ihm und seinem Fahrer Esteban Ocon. Der Franzose könne sogar noch in dieser Saison sein Cockpit verlieren, geisterte es herum.

Haas-Teamchef redet sich in Rage nach Social-Media-Gerüchten: Absoluter Schwachsinn!

"Ich habe überhaupt keine Idee, wo diese Geschichte herkommt. Sie ist absoluter Schwachsinn", stellte Komatsu klar, der sich regelrecht in Rage redete. Mehrere Minuten seiner Medienrunde holte er zum Rundumschlag gegen die Gerüchteküche und schlechten Journalismus aus.

Doch nicht fix? Warum die neuen F1-Motoren 2027 wackeln (19:42 Min.)

"Wenn jemand so einen Schwachsinn will, dann los. Aber verdammt nochmal, ist das Journalismus?", stellt Komatsu in Frage. Tatsächlich verbreitete sich die Geschichte vor allem in Sozialen Netzwerken, seriöse Plattformen berichteten nicht darüber.

Streit mit Esteban Ocon in Miami? Entbehrt jeglicher Grundlage!

Es ist schwer nachzuvollziehen, wo die Gerüchte ihren Ursprung haben. Für Komatsu nahm die Geschichte durch einen brasilianischen Journalisten ihren Lauf. Die angesehene Kollegin Julianne Cerasoli wurde damit in Verbindung gebracht, was allerdings auf eine fehlerhafte Übersetzung japanischer Medien zurückzuführen ist.

Haas-Teamchef Ayao Komatsu steht Medien Frage und Antwort
Ayao Komatsu teilte gegen die Medien aus, Foto: IMAGO/HochZwei

"Es ist schrecklich. Was wollen sie damit erreichen? Es ist verrückt, das entbehrt jeglicher Grundlage", schimpft Komatsu weiter. "Ich hatte in Miami nicht einen einzigen Streit mit Esteban. Es ist einfach unglaublich, wie dieser ganze Blödsinn aufgeblasen wird. Und weil niemand die Quelle überprüft, springen dann alle darauf auf. Wie kann das Journalismus sein? Das ist einfach nur verdammter Klatsch und Tratsch."

Doch nicht nur in den sozialen Netzwerken sorgte die Geschichte für Aufsehen, auch teamintern. "Esteban macht sich Sorgen, sein Manager macht sich Sorgen, aber Esteban weiß, dass wir in Miami keinen Streit hatten, zumindest nichts Konkretes", versichert der Teamchef.

Esteban Ocon irritiert: Gerüchte wurden so groß, das Zweifel aufkamen

Doch so ganz war sich Ocon dann plötzlich selbst nicht mehr sicher: "Normalerweise sind mir solche Gerüchte egal, aber das hier wurde so groß, das bekommst du selbst Zweifel." Offensichtlich konnten Ocons Selbstzweifel aber ausgeräumt werden: "Diese Geschichte ist unglaublich, es ist kompletter Bullshit."

"In dem Artikel war die Rede von Ryo Komatsu, das ist schon wieder witzig. Da wusste ich, dass ich es nicht ernst nehmen kann", so Ocon. "Ich bin zu diesem Team gekommen, weil ich Ayao schon seit langer Zeit kenne und plötzlich sollen wir einen massiven Streit gehabt haben…"

Esteban Ocon
Auch Esteban Ocon zeigte sich irritiert, Foto: IMAGO / ANP

Sportlich gibt der Franzose seinem Chef aber durchaus Anlass zur Kritik. In den ersten vier Rennen der Formel-1-Saison 2026 holte Ocon nur einen einzigen Punkt, Teamkollege Ollie Bearman derer 17. Schon am Ende der vergangenen Saison zeigte Ocons Formkurve deutlich nach unten.

"Ich konzentriere mich voll und ganz auf das, was ich zu tun habe, auf die Aufgabe, die ich gemeinsam mit dem Team zu bewältigen habe", stellt Ocon klar. "Ich stehe dem Team das ganze Jahr über voll und ganz zur Seite. Ich habe einen Vertrag mit dem Team."

Haas mit Update-Paker in Kanada: Vergleichstest alt gegen neu im Sprint

Dass an diesem Wochenende zunächst nur Ollie Bearman in den Genuss des Updates kommt, hat nichts mit den Gerüchten zu tun. Haas bringt ein größeres Paket mit nach Kanada, das einen großen Einfluss auf das Fahrverhalten haben sol. Deshalb will man unbedingt Vergleichsdaten mit beiden Spezifikationen sammeln.

Esteban Ocon im Haas
Ocon wird zunächst noch das alte Paket fahren, Foto: IMAGO / PsnewZ

Weil zwischen Training und Sprint-Qualifying nicht genügend Zeit ist, das Auto umzubauen, muss Ocon den Sprint in der alten Spezifikation fahren. Zwischen Sprint und Qualifying haben die Mechaniker 30 Minuten mehr, weshalb der Umbau - sofern die Daten gute Ergebnisse liefern - am Samstag erfolgen soll.

Nicht nur bei Haas wurde fleißig am Auto gearbeitet. Auch Audi zündet in Kanada die nächste Ausbaustufe. Mehr dazu hier: