Fernando Alonso ist kein Freund der aktuellen Formel-1-Motorgeneration. Daraus macht er bereits seit Monaten keinen Hehl und damit steht er im Fahrerfeld auch alles andere als allein da. An dieser Sichtweise ändern auch die geplanten Regeländerungen für die F1-Saison 2027 nichts, die vor zwei Wochen bekanntgegeben wurden.

"Die DNA dieser Power Units wird immer dieselbe sein", ist sich der Aston-Martin-Fahrer vor dem Kanada-GP sicher. "Sie wird es immer belohnen, wenn man in den Kurven langsam fährt." Doch es bleibt nicht bei der Abrechnung mit dem aktuellen Reglement, denn Alonso schießt sich auch allgemein auf die Hybridisierung der Königsklasse ein.

Fernando Alonso: Die Welt dachte, dass Elektro die Zukunft ist

Seit 2014 fährt die Formel 1 mit 1,6-Liter V6-Motoren, welche mit Hybrid-Komponenten ergänzt werden. Für Alonso eine Kardinalsünde, welche den letzten zwölf Jahren der Königsklasse viel genommen habe. "Seit 2014 mit der Turbo-Ära und jetzt erst recht, haben wir mehr als ein Jahrzehnt pures Racing verloren", sagt er.

Der Asturier ist davon überzeugt, dass sich die Formel 1 von einem gesellschaftlichen Konsensdenken in eine für den Motorsport falsche Bahn leiten gelassen hatte. "Die Welt dachte, dass es mehr in Richtung Elektrifizierung gehen werde. Sie dachte, dass das die Zukunft ist, das trifft aber nicht auf den Rennsport zu. Rennsport ist eine ganz andere Sache."

V8-Rückkehr möglich: Hat sich der Wind in der Formel 1 gedreht?

Die Turbomotoren in der Königsklasse sahen sich bei ihrer Einführung viel Kritik ausgesetzt. Sie hatten 2014 die rein herkömmlich angetriebenen 2,4-Liter V8-Verbrennungsmotoren abgelöst, die deutlich mehr Sound mit sich gebracht hatten. In den darauffolgenden Jahren gewöhnte sich die Königsklasse und ihre Fahrer allerdings an die neue Motor-Realität und die Kritik wurde zunehmend stiller, während die Power Units in den letzten Jahren wieder langsam lauter wurden – jedoch ohne an das Sound-Niveau der V8er heranzukommen.

Dass zahlreiche Formel-1-Piloten und Beobachter aber nach wie vor wehmütig an die Zeit vor der Hybrid-Revolution zurückdenken, zeigte sich unlängst in den Diskussionen über die kommende Motor-Generation, die zu Beginn des nächsten Jahrzehnts Einzug in den Sport halten soll. Auch Ex-F1-Fahrer Mick Schumacher brach eine Lanze für die Rückkehr der V8-Antriebe.

Die Hybrid-Ära in der Formel 1 befindet sich derzeit in ihrer 13. Saison, in elf davon war Fernando Alonso als Stammfahrer mit dabei. Gewinnen konnte der Formel-1-Rekordstarter in dieser Zeit nie. Seinen letzten F1-Sieg errang der zweifache Le-Mans-Sieger, der an diesem Wochenende seinen 433. Grand Prix bestreitet, 2013 in Barcelona - also noch mit V8-Motoren.