In der Formel 1 ging Mick Schumacher zuletzt 2022 an den Start und im Moment deutet nichts darauf hin, dass der einstige Haas-Pilot nochmal eine Chance auf ein Comeback in der Königsklasse bekommen könnte. Stattdessen bestreitet er kommendes Wochenende zum ersten Mal in seiner Karriere das legendäre Indianapolis 500.

Auch wenn es sich bei der IndyCar ebenfalls um eine Monoposto-Serie handelt, hat diese mit der Königsklasse kaum etwas zu tun. Die IndyCars fahren sich grundlegend anders und trotz einer Mitte 2024 eingeführten Hybrid-Komponente ist die Elektrifizierung der V6-Motoren bei Weitem von jenem Maß entfernt, das sie in der aktuellen Formel-1-Generation einnimmt.

Obwohl Erfolge in den USA bislang auf sich warten lassen, betont Schumacher, dass ihm die Serie Spaß macht. Vom aktuellen F1-Reglement scheint er aus der Ferne nicht sehr überzeugt zu sein. "So wie die Autos im Moment funktionieren, ist sie [die Formel 1, d. Red] wahrscheinlich nicht sehr einfach zu verstehen und zu fahren", analysierte der ehemalige Haas-Pilot. "Genauer gesagt, ist es wahrscheinlich so, dass man nicht mehr immer 100 Prozent fahren kann", so Mick weiter, der damit die breite Kritik aktueller Formel-1-Fahrer wiederholte.

Er gehört offenbar zu jener Gruppe von F1-Beobachtern, denen das nächste Motor-Reglement nicht früh genug kommen kann. Für die Nachfolge-Regeln hat er schon einen Favoriten. "Ich bin mir sicher, dass sich mit der Zeit wieder die Dinge ändern werden. Hoffentlich bringen sie V8 zurück. Das wäre großartig", stellte er klar, auf welcher Seite der Regeldiskussionen er steht.

Der Ruf nach V8-Antrieben verstärkte sich angesichts der problematischen Startphase des neue Formel-1-Reglements in den letzten Wochen – auch Toto Wolff zeigte sich zuletzt nicht mehr abgeneigt. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem gilt schon lange als Verfechter von stärkeren herkömmlichen Antrieben, sei es nun V8 oder V10.

Mick Schumacher: Formel 1 ist starker Sound aus großem Motor

Mit der aktuellen Goldgräber-Stimmung in der Formel 1, deren Teams dank der Budgetdeckelung ein finanziell starkes Fundament aufweisen, könnten aktuell gute Rahmenbedingungen für derartige Umschnitte gegeben sein. Schumacher betonte: "Ich denke, es wäre großartig, intuitiv und eine gute Gelegenheit für sie, das zu tun. Ich denke [der V8] ist ein großartiger Motor, es ist ein großartiger Sound und das ist es, was die Formel 1 meiner Meinung nach ist: Starker Sound aus einem großen Motor."

Die kommende Motorgeneration wird aber wohl nach aktuellem Stand frühestens 2031 oder 2032 debütieren. Und das letzte Wort, wie diese aussehen werden, ist noch lange nicht gesprochen. Bis dahin wird in der Formel 1 noch mit den aktuellen 1,6-Liter-V6-Antrieben gefahren, die durch einen hohen Elektro-Anteil ergänzt werden. Schon 2027 wird sich diese Verteilung, die gemäß einer groben Rundung 2026 noch als 50/50-Verteilung präsentiert wurde, signifikant in Richtung Verbrenner verschieben.

Nicht nur die aktuelle Motorisierung sagt Mick Schumacher in der IndyCar-Serie mehr zu. Auch der Umgang mit Fahrer-Feedback gefällt dem RLL-Piloten in der US-Meisterschaft deutlich besser als in der "ingenieursgetriebenen" Formel 1, in welcher seiner Meinung nach zu viel Wert auf die Daten gelegt wird, anstatt auf das Fahrgefühl der Piloten. Mehr dazu hier: