Die neue Formel-1-Regelgeneration stand in den letzten Wochen im Fokus zahlreicher Diskussionen. Nachdem die Stimmungslage vor allem bei den Fahrern in den ersten Rennen eher durchwachsen ausfiel, gab es erste Anpassungen für den Miami-GP. Nun befindet sich die Königsklasse auf dem besten Weg, weitere Anpassungen einzuführen. Dafür soll nun sogar die goldene Kuh des aktuellen Reglements, in Form der 50/50-Verteilung zwischen Verbrenner und Hybridanteil, geopfert werden.
Verbrenner vs. Elektro: Die Formel 1 gibt 50/50-Prinzip auf
Das ergab sich aus einem Online-Treffen am Freitag. Bei diesem waren die Teamchefs sowie Vertreter der Power-Unit-Hersteller, der FIA und der Formel 1 anwesend. In dem Meeting wurden Lösungen für die F1-Saison 2027 diskutiert und dabei kam man zu einer Übereinkunft. Die Rede ist, dass man zu "grundsätzlich vereinbarten Maßnahmen" gekommen sei.
Diese bestehen darin, dass die Benzindurchflussmenge erhöht werden soll, um ungefähr 50 Kilowatt mehr Leistung aus dem Verbrennungsmotor zu holen. Gleichzeitig soll das Deployment des ERS-Systems um circa 50 Kilowatt reduziert werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das ausufernde Energie-Management einzudämmen und den Formel-1-Piloten wieder ein herkömmlicheres Fahrgefühl zu vermitteln.
Die heute vorgelegten 'finalen' Vorschläge wurden in den Treffen in der April-Pause ausgearbeitet. Gleichzeitig floss darin auch Feedback der F1-Fahrer ein, die sich vor allem an den Auswirkungen der aktuellen Fahrzeug-Generation auf das Qualifying stören.
Final ist die Maßnahme allerdings noch nicht. Zunächst sieht der Fahrplan einmal vor, dass es zu weiteren Gesprächen in den technischen Gruppen der Teams und der Power-Unit-Hersteller kommt, ehe man sich auf ein verfeinertes finales Paket einigt. Sobald dieses Paket vereinbart ist, muss es noch vom Motorsport-Weltrat (WMSC) in einem Online-Votum abgesegnet werden. Dieses Voting ist in der Regel aber eher eine Formalität als eine echte Hürde.
Im Vorfeld hatte es Zweifel gegeben, ob die Hardware-Änderungen in dieser kurzen Zeit überhaupt machbar seien. McLaren-Teamchef Andrea Stella meinte noch in Miami, dass man diese frühestens 2028 einführen könnte.
Miami-Regelupgrade Schritt in die richtige Richtung
Bevor die Regelvorschläge für 2027 auf den Tisch kamen, hatte man in der Sitzung auch noch die Software-Updates aus Miami Revue passieren lassen. Dabei sei man zur Feststellung gelangt, dass die Modifikationen in Miami den Wettkampf verbessert hätten und ein Schritt in die richtige Richtung waren, so die FIA. Der Weltverband habe am vergangenen Wochenende keine Material- oder Sicherheitsprobleme identifizieren können.
Dennoch wird nach wie vor evaluiert, ob weitere Anpassungen in zukünftigen Rennen notwendig sind. Das bezieht sich vor allem auf die Sicherheit am Start und die Sicherheit unter feuchten Bedingungen. Beides waren ja auch Themenkomplexe, an denen vor dem Miami-GP Hand angelegt worden war. Da Miami um einige Stunden vorverlegt wurde, gab es in dieser F1-Saison nach wie vor kein echtes Regenrennen, um die aktuelle Generation in nassen Wettkampfbedingungen zu testen.
Verbesserungen für die optischen Signale sind schon für Kanada geplant. Weitere Maßnahmen wurden noch nicht konkret beschlossen, sollen aber, sobald es so weit ist, an die Teams kommuniziert werden.



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