Die FIA veröffentlichte Neuerungen im Formel-1-Reglement, welche vor allem die Upgrade-Möglichkeiten rund um die Power Units betreffen. Dabei beantwortete sie die Frage, die schon länger im Raum stand. Nämlich: Wie lange dauert die erste Periode für den Motor-Joker 2026? Das war bislang unklar, obwohl im Reglement unmissverständlich davon die Rede war, dass die ADUO (Additional Development and Upgrade Opportunities) nach dem sechsten Saisonrennen greifen.
Ausnahmen sah das Reglement ursprünglich keine vor. Seit längerem wurden allerdings Gespräche geführt, das Ende der ersten Periode 2026 als Reaktion auf die Absagen von Bahrain und Saudi-Arabien vorzuziehen. Nun fand man zu einem Kompromiss, der darin besteht, dass die Periode um ein Rennen gekürzt wird und damit nach dem Kanada-GP greift. Ansonsten hätten alle betroffenen Hersteller bis Monaco warten müssen. Die FIA ergänzte gleichzeitig das Reglement um einen Passus, der derartige Verschiebungen bei Änderungen am Rennkalender ermöglicht.
Mehr Geld und mehr Prüfstandzeit für Honda: ADUO wird erweitert
Relevant ist die ADUO-Deadline für alle Motorhersteller, die im aus den PS-Daten errechneten Performance-Index mehr als zwei Prozent Rückstand haben. Sie können damit im betreffenden und im Folgejahr noch zusätzliche Motor-Upgrades bringen. Audi und Ferrari scheinen davon auszugehen, dass sie davon betroffen sind und deshalb profitieren. Und natürlich Honda, bei denen der Rückstand deutlich größer ist. So groß sogar, dass die FIA nun eigens am ADUO-Reglement nochmal Hand anlegte, um den Japanern unter die Arme zu greifen.
Konkret bekommt Honda dabei sowohl beim finanziellen Arm als auch beim technischen Arm der ADUO-Regeln Zugeständnisse. Die Motor-Joker betreffen nämlich die Anzahl von etwaigen Zusatz-Upgrades und die erlaubte Prüfstand-Zeit, als auch zusätzlich erlaubte Ausgaben im Budget Cap für Motorhersteller.
Da der Rückstand von Honda über vier Prozent liegt, dürfen sie zwei Zusatz-Upgrades noch 2026 und zwei weitere 2027 einführen. Das bleibt unverändert. Neu ist allerdings eine erweiterte Staffelung bei der Prüfstandzeit und dem zusätzlichen Budget. Bisher lag dort das Maximum für alle Hersteller, die mehr als acht Prozent zurückliegen bei 190 zusätzlichen Betriebsstunden am Prüfstand pro Periode, beziehungsweise bei acht Millionen US-Dollar*, die zusätzlich zu den im Budget Cap erlaubten 190 Mio. Dollar* dazukommen.
Doch Honda liegt offenbar noch weiter hinten als das, denn für den Exklusiv-Motorhersteller von Aston Martin wurden die Regeln nun um eine neue Stufe ergänzt. Power-Unit-Hersteller, die mehr als zehn Prozent zurückliegen, dürfen elf Millionen US-Dollar* extra ausgeben und sie dürfen 230 Stunden am Prüfstand verbringen. Honda hat damit noch mehr Ressourcen, um ihren signifikanten Rückstand zu verringern.
| Rückstand auf beste ICE | Zusatz-Upgrades | Prüfstandszeit | Budget |
|---|---|---|---|
| unter 2 Prozent | - | - | - |
| 2 bis 4 Prozent | 1 dieses Jahr, 1 nächstes Jahr | 70 Stunden/Periode | 3.000.000 $ |
| 4 bis 6 Prozent | 2 dieses Jahr, 2 nächstes Jahr | 110 Stunden/Periode | 4.650.000 $ |
| 6 bis 8 Prozent | 2 dieses Jahr, 2 nächstes Jahr | 150 Stunden/Periode | 6.350.000 $ |
| über 8 Prozent | 2 dieses Jahr, 2 nächstes Jahr | 190 Stunden/Periode | 8.000.000 $ |
| über 10 Prozent | 2 dieses Jahr, 2 nächstes Jahr | 230 Stunden/Periode | 11.000.000 $ |
Alle weiteren Details zum ADUO-Reglement könnt ihr hier nachlesen:
Notfall-Kredit für Formel-1-Neueinsteiger
Neu im Reglement ist auch ein Zusatzartikel, der mit Honda an sich nichts zu tun hat, sondern nur für Neueinsteiger gilt. Denn ausschließlich in ihrer ersten Saison haben diese zusätzlich zu den ohnehin gültigen ADUO-Regeln nun auch die Möglichkeit, zusätzliche finanzielle Zugeständnisse im Budget Cap zu erhalten, falls sie einen Rückstand von mehr als zehn Prozent aufweisen.
In diesem Fall können sie ihren Budget Cap für die Jahre 1 und 2 um insgesamt acht Millionen US-Dollar* aufstocken. Dieses Geld kommt im Gegensatz zu den sonstigen Entwicklungsjoker-Zugeständnissen allerdings zu einem Preis. Denn diese acht Millionen US-Dollar* werden im Laufe der drei darauffolgenden Jahre aus dem Budgetdeckel abgezogen.
*Anmerkung: Wie in allen Belangen rund um den Budget Cap der Formel 1 gelten diese Summen als Grundwerte, die sich durch die Indexierung, also die jährliche Anpassung an die Inflation, verändern können.



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