Vier Rennen, vier Sieger aus dem Hause Mercedes - und doch hat sich im Formel 1-Kräfteverhältnis über die April-Pause hinweg etwas getan. "Williams ist weiter nach vorne gekommen, Red Bull ist zumindest mit Verstappen wieder konkurrenzfähig und Mercedes hat nicht alles in Grund und Boden gefahren. Auch McLaren ist wieder da. Da hat sich schon etwas bewegt", sagt Christian Danner.
Danner: Miami war unterhaltsames Rennen
Der F1-Experte ist bekannt dafür, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten. Doch was er in Miami gesehen hat, gefiel ihm. "Das Rennen war mit Dingen gewürzt, die nicht hätten passieren dürfen, wie Dreher und so weiter. Das hilft natürlich. Trotzdem fand ich das Rennen sehr unterhaltsam", erzählte Danner. Dass die zuletzt stark kritisierte Formel 1 in Miami endlich wieder punkten konnte, hatte mehrere Gründe.
Zum einen bot der semi-permanente Stadtkurs rund um das Hard-Rock-Stadion dank vieler harter Bremspunkte genügend Möglichkeiten, Energie zu rekuperieren. Die Lift-and-Coast-Phasen und das ungeliebte Superclipping hielten sich damit in Grenzen. Zusätzlich wurden im Vorfeld des Grand Prix neue Regeln implementiert, um dem kontroversen Energiemanagement Einhalt zu gebieten.
F1-Regeln: Problem verbessert, aber nicht gelöst
Das Limit beim Rekuperieren der Energie pro Runde wurde auf 7 MJ herabgesetzt, zugleich wurde die maximal erlaubte Superclipping-Leistung von 250 kW auf 350 kW erhöht. "Beim Thema Motor war schon eine Verbesserung festzustellen. Kompliment an alle Beteiligten", meint Danner. Komplett gelöst sieht er das Problem jedoch nicht: "Da ist definitiv noch Raum für Verbesserungen. Wenn ich am Ende der Geraden 30 km/h Geschwindigkeit abbaue, dann ist das für mich persönlich immer noch zu viel", so Danner.
"Ich habe immer noch die Hoffnung, dass die elektrische Energie immer weniger zur Anwendung kommt. Dann hätten wir auch weniger Probleme." Mit seiner Meinung ist Danner im F1-Paddock nicht allein. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem will spätestens 2030 zu den V8-Motoren zurückkehren - und auch Red Bull und Mercedes zeigten sich zuletzt gesprächsbereit. "
Man hat den Fehler erkannt: Wenn die Hersteller immer wieder diktieren, wie sie es gerne hätten, dann kommt dabei nicht immer etwas raus, was wir haben wollen", erklärt Danner. Die Formel 1 an sich sei fantastisch, das habe der Miami GPbewiesen: "Die Teams sind in der Lage, ihre Autos sukzessive zu verbessern, und damit rückt das Feld näher zusammen. Ich bin überzeugt, dass wir dieses Jahr eine spannende Meisterschaft sehen werden."



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