Die Formel 1 hat in den ersten drei Rennen der Saison 2026 ein Auf und Ab erlebt. Zum einen gab es große Kritik an den neuen Motoren, doch beim Racing scheiden sich die Geister. Während viele Fans die ungewöhnlichen Überholmanöver loben, stören sich andere am "Jojo-Effekt." FIA-Single-Seater-Director Nikolas Tombazis empfindet das neue Racing als Fortschritt und glaubt an weitere Verbesserungen im Verlauf des Reglements.

Ungewöhnlich ist das Racing besonders dank des neuen Energie-Managements geworden. So können Piloten durch einen höheren Einsatz an Energie an ungewöhnlichen Stellen überholen. Allerdings: Die verbrauchte Energie fehlt ihnen später, um ihre Position zu verteidigen. Oft wird der Fahrer zurücküberholt. Tombazis verortet das so "Es gibt viele Überholmanöver, das ist im Vergleich zu früher anders."

Tombazis: Performance wird in Zukunft wieder enger

"Ich denke, nachdem die ersten drei Rennen hinter uns lagen, gab es einige positive Aspekte, über die wir uns sehr gefreut haben. Was das Rennniveau angeht, gibt es eine gewisse Spannung", so Tombazis.

Dieses Wochenende kehrt die Königsklasse auf die Rennstrecke zurück. Es geht nach Miami. Alle Fakten zur Strecke haben wir recherchiert. Klickt euch rein!

An der Spitze wurde der Kampf dennoch meistens unter den Mercedes-Piloten ausgemacht. Lediglich in Australien hatte Ferrari eine zwischenzeitliche Siegchance, verlor diese aber über die Strategie. "Ich glaube, das wird sich weiter verbessern, wenn sich die Leistungsunterschiede angleichen. Derzeit haben wir spannende Rennen, auch wenn einer der Konkurrenten einen Leistungsvorteil hat", findet Tombazis.

Tombazis half lange bei der Entwicklung eben solcher Autos. Zu 15 Fahrer- und Konstrukteurstiteln trug er bei Ferrari und Benetton bei.

Große Performance-Differenzen sind zu Beginn eines neuen Reglements normal. In der Vergangenheit gab es zahlreiche Beispiele. Red Bull gewann zu Beginn der Ground-Effekt-Ära sowohl die Fahrer- als auch die Team-Weltmeisterschaft. Vor allem 2023 dominierte Verstappen das Feld nach Belieben und gewann 19 von 22 Rennen. Mercedes besetzte zu Beginn der Hybrid-Ära die Spitze des Podium nahezu im Wochentakt.

"Ich denke, wenn der Leistungsunterschied kleiner wird, werden die Rennen noch spannender." Dazu hebt Tombazis einen weiteren Aspekt hervor. "Ich glaube, die Fahrer sind ziemlich zufrieden damit, dass die Autos leichter und kleiner sind."

Tombazis: Autos sind jetzt kleiner und leichter

Zuvor war die Größe der Autos über Jahre ein Kritikpunkt. Nun ist der Radstand der Autos und deren Länge von 3600 Millimeter auf 3400 Millimeter verkürzt. Zudem wurde die Fahrzeugbreite von 2000 Millimeter auf 1900 Millimeter verringert. Das Gewicht sank von 798 auf 768 Kilogramm.

Im Vergleich zu den Autos der 2000er-Jahre ist die aktuelle Iteration der Formel 1 immer noch riesig, doch zumindest der richtige Weg scheint nun eingeschlagen. Für den Miami GP hat die FIA weitere Regeländerungen beschlossen, um Kritikpunkte des Reglements nach drei Rennen zu beheben.

In der April-Pause war in der Formel 1 auch ohne Rennen viel los. Verstappen-Renningenieur GP-Lambiase verlässt Red Bull in Zukunft. Wir haben mit Christian Danner darüber gesprochen.

Verstappen-Rücktritt ohne GP? Danner: Braucht blindes Vertrauen (05:09 Min.)