Die Formel 1 startet 2026 in eine neue Fahrzeug-Generation, die schon im Vorfeld sehr kontrovers diskutiert wurde. Von Kamel-Autos bis zu Frankenstein-Autos reichten die Wortmeldungen.
Häufig bezog sich die Kritik darauf, dass die neuen Chassis eine zwangsläufige Notlösung des radikalen Motor-Reglements mit knapp 50 Prozent Elektro-Power und dem Ende der MGU-H sind. In etwas mehr als einer Woche gehen die neuen Autos beim Shakedown in Barcelona erstmals auf die Strecke. Doch wie unterscheiden sich die neuen Formel-1-Chassis konkret von den 2025er-Autos?
Formel 1 2026 erklärt: Autos werden kleiner und leichter
Zunächst einmal erfüllt sich mit den grundlegenden Eckdaten der neuen Autos ein Wunsch vieler Fans. Die Boliden werden im nächsten Jahr kleiner und bauen Gewicht ab. Eine Trendwende gegen die Entwicklung der Königsklasse in den letzten Jahrzehnten, in denen die F1-Renner zunehmend massiger ausfielen.
Der Radstand der Autos und damit auch zwangsläufig deren Länge wird im technischen Formel-1-Reglement 2026 von 3600 Millimeter auf 3400 Millimeter verkürzt. Gleichzeitig wird auch die Fahrzeugbreite von 2000 Millimeter auf 1900 Millimeter verringert. Das Gewicht vermindert sich (inklusive Reifen) von 798 auf 768 Kilogramm. Diese Aspekte haben den offensichtlichen Vorteil, dass die Fahrzeuge agiler werden und gleichzeitig auch Überholmanöver leichter fallen.
Von außen nicht ganz so leicht zu sehen, aber für die Performance mitunter noch viel entscheidender ist, dass die Breite des Unterbodens ebenfalls um 150 Millimeter zurückgeht. Das Design des Unterbodens ändert sich damit einhergehend ebenfalls. Der Abtriebsgewinn durch den Ground Effect, der namensgebend für die letzte Regelgeneration stand und diese auch dementsprechend bestimmt hatte, wird stark reduziert.
Insgesamt gehen durch all diese Änderungen 15 bis 30 Prozent Downforce verloren, aber auch zwischen 40 und 55 Prozent Luftwiderstand. Gleichzeitig erhofft sich die FIA durch die Anpassungen auch eine merkliche Reduktion der verwirbelten Luft. Das soll neben der schon genannten Verschmälerung der Autos mit einer Vereinfachung von Front- und Heckflügel gelingen. Der Beam Wing wird komplett entfallen.
Laut Single-Seater Direktor Nikolas Tombazis soll der Abtriebsverlust mit 20 Meter Abstand zum vorherfahrenden Auto nur noch etwa zehn Prozent betragen. In der letzten Saison lag dieser Wert noch bei 30 Prozent. Vorherige Regelgenerationen - nicht zuletzt jene zwischen 2022 und 2025 - beweisen aber, dass mit zunehmender Regelkontinuität und damit einhergehenden aerodynamischen Verfeinerungen der Dirty-Air-Effekt meist wieder stärker wird.
DRS verschwindet – Überholhilfe bleibt
Was vor allem den Puristen unter den Formel-1-Fans gefallen wird, ist, dass DRS ab 2026 der Vergangenheit angehört. Allerdings nicht, weil das Herunterklappen des Flügels abgeschafft wird, sondern ganz im Gegenteil, weil es die Norm wird.
In den Kurven befinden sich Front- und Heckflügel in Normalstellung. Auf der Geraden können diese für einen verringerten Luftwiderstand in dafür vorgesehenen Zonen heruntergeklappt werden. Im Gegensatz zu DRS geschieht dies unabhängig von der Position im Zweikampf, denn es handelt sich um ein allgemeines System zur Luftwiderstandsverringerung und damit in weiterem Sinne zur Energieeinsparung.
An die Stelle von DRS tritt eine andere Überholhilfe. Dabei handelt es sich um den sogenannten Overtake-Mode, der aktiviert wird, wenn ein Verfolger weniger als eine Sekunde hinter seinem Vordermann ist. Um was es sich genau bei diesem Modus handelt, könnt ihr in diesem Video erfahren:
Mehr Sicherheit für die Formel 1: Stärkeres Halo, Licht am Spiegel
In der Formel-1-Saison 2026 gibt es neben diesen für das Racing relevanten Neuerungen auch einige Sicherheitsanpassungen. Eine davon betrifft die Crash-Strukturen, die an mehreren Stellen nun noch mehr Schutz bieten müssen, um durch die Crashtests zu kommen. Die Verschärfung betrifft unter anderem die Nase. Auch das Halo wurde verstärkt und soll jetzt bis 20 G aushalten anstatt wie bislang 16.
Aus den Regenrennen des Vorjahres hat die Königsklasse ebenfalls gelernt. Um zu gewährleisten, dass man auch bei schlechter Sicht im Zweikampf die Position eines anderen Autos auf der Strecke besser ausmachen kann, werden die Spiegel 2026 mit einem LED-Licht ausgestattet.
Red Bull hat als erstes Team sein Auto für das kommende Jahr vorgestellt. Beziehungsweise die Lackierung davon. Wie der RB22 aussieht, findet ihr hier heraus:



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