"Sie ist näher an der Formel 2 [als an der aktuellen Formel 1]", sagte Isack Hadjar am Mittwoch in Las Vegas über die Formel 1, die er 2026 erwartet. Im nächsten Jahr kommt die große Regel-Revolution mit neuen Motoren und Chassis, die seit Jahren ihre Schatten vorauswirft - von 'Technischer Frankenstein' (Christian Horner) bis hin zum jüngsten Formel-2-Vergleich.

Doch die jüngste Kritik will man bei der FIA, die das Reglement zusammen mit Teams, Herstellern und Formel 1 geschrieben hat, nicht hinnehmen. "Ich denke, Kommentare zum Formel-2-Tempo gehen völlig daneben", entgegnete FIA-Formel-1-Boss Nikolas Tombazis.

"Wir sprechen von Rundenzeiten, die insgesamt etwa ein bis zwei Sekunden über unseren aktuellen Zeiten liegen, je nach Strecke und Bedingungen", fügte Tombazis an. Diesen kleinen Performance-Reset hält er auch für nötig: "Man muss etwas, was durch Entwicklung gewonnen wird, zurückgehen. Man kann nicht schneller als im vorherigen Zyklus starten. Man kann sich vorstellen, was in 20 Jahren passieren würde."

Motor-Reglement verhindert zu extreme Aerodynamik

"Es wäre einfach, die Autos über das Reglement schneller zu machen", meint er. Allerdings stimmt das nur bedingt. Denn die Autos müssen einerseits aerodynamisch effizient sein, um auf den Geraden nicht zu viel Energie zu brauchen. Durch die zunehmende Hybridisierung wird das Haushalten mit der Energie deutlich wichtiger.

Zugleich dürfen aber auch die Kurvengeschwindigkeiten nicht zu hoch werden. Denn die Autos brauchen lange Bremsphasen, um die Batterie aufzuladen. Werden die Kurvengeschwindigkeiten höher, muss weniger verzögert werden. Gleichzeitig laufen die Motoren weniger im Teillastbereich, in dem auch sie die Batterie speisen.

Einen kleinen Ausblick auf 2026 gab es bei der Audi-Präsentation. Dort war zwar technisch gesehen nur ein Showcar zu sehen, dafür aber schon die erste Lackierung des Audi-Teams. Christian hat sich für euch umgesehen:

Audi enthüllt Formel-1-Design 2026: Provokation gegen Mercedes? (09:24 Min.)

Aufgrund der Energie-Thematik stimmt Red Bulls Chefingenieur Paul Monaghan Tombazis nur bedingt zu: "Für mich hängt es von der Strecke ab. Es gibt nun sogenannte Energie-reiche und Energie-arme Strecken. Auf manchen Strecken ist es einfacher, die Batterie zu laden. Dann wird die Rundenzeit nur etwas langsamer."

Ultimativer Speed ist die eine Sache, aber wie sieht es mit dem Racing aus? Auch hier gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen:

Formel 1 fürchtet Energie-Armut auf Highspeed-Strecken

Dann gibt es aber noch Monza, Las Vegas und Co. "Auf den Energie-ärmeren haben wir derzeit noch Probleme - wir sind etwas weiter weg als die ein bis zwei Sekunden", gibt Monaghan zu. Erschwert wird die Jagd nach Rundenzeit hier auch durch Vorgaben im F1-Reglement. Auf besonders Vollgas-lastigen Strecken muss die elektrische Energie anders abgegeben werden.

Die größte Performance-Lücke dürfte aber bei der Rennpace klaffen. In eine Qualifying-Runde dürfen die Piloten mit vollgeladener Batterie starten. Im Rennen hingegen muss der Energiehaushalt ausgewogen sein. Trotzdem wehrt sich Tombazis gegen die Formel-2-Vergleiche: "Ich glaube nicht, dass wir in irgendeiner Weise in Diskussionen wie 'Das ist keine Formel 1' geraten."

Das neue Reglement bringt viele Sorgen - aber löst womöglich ein anderes Problem. Eine Regellücke bei den Motor-Kosten soll damit geschlossen werden.