Eine turbulente Trainingssession sorgt bei den Formel 1-Teams für jede Menge Fragezeichen vor dem morgigen Qualifying. Die Annahme, dass sich die vier Top-Teams den Kampf um die Pole Position teilen werden, ist alles andere als gewagt. Doch wie sieht es dahinter aus? Isack Hadjar und Liam Lawson starteten mit den Plätzen fünf und sechs stark ins Wochenende, allerdings sind die Platzierungen im FP2 einem Gulli-Deckel und einem glücklichen Timing geschuldet.

Bevor aufgrund eines losen Kanaldeckels zwei rote Flaggen den Trainingsbetrieb in Las-Vegas störten, konnten beide Racing-Bulls-Piloten noch eine schnelle Rundenzeit auf dem Soft-Reifen setzen. "Nach den Sessions heute bin ich positiv gestimmt. Natürlich müssen wir uns bewusst sein, dass nicht alle im FP2 ihre Runden gefahren sind und wir vielleicht noch nicht ganz dort stehen, wo wir uns am Ende von FP2 befunden haben. Trotzdem war es ein guter Start ins Wochenende", bilanzierte Isack Hadjar.

Während sein Rookie-Kollege Kimi Antonelli vom Grip-Niveau des Las Vegas Strip Circuit zu Beginn von FP1 schockiert war, fand Hadjar es besser als erwartet. "Der Grip ist insgesamt besser als ich dachte. Ich habe im ersten Freien Training schnell meinen Rhythmus gefunden", zeigte sich Hadjar positiv überrascht. Bis auf eine Behinderung durch Alex Albon, die er mit den Worten "Aus dem Weg! Was macht dieser Typ!" am Funk kommentierte, und einem Stein, der sich ins Cockpit verirrt hatte, verlief seine erste Session in Las Vegas am Donnerstagabend (Ortszeit) problemlos. Übrigens: Außer ein paar wüsten Handbewegungen von Hadjar blieb der Vorfall für Albon ohne Folgen.

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Lawson über Las Vegas GP: Bloß kein Regen

Die Bilanz von Liam Lawson fiel nach dem Freien Training zwiegespalten aus. Zum einen zeigte er sich erfreut, dass sich das Auto im Vergleich zur ersten Session besser anfühlte, zum anderen war ihm bewusst, dass der sechste Platz im FP2 nicht der wahren Pace entsprach. "Ich befürchte, dass wir nicht so gut sind, wie es aktuell anhand der Platzierungen aussieht. Aber wir stehen besser da als noch zu Beginn des Tages und das ist das Wichtigste", sagte Lawson. Mit Blick auf das FP3 und Qualifying wünscht er sich nur eines: trockene Bedingungen.

Leichter Regen zu Beginn des FP2 verschärfte die ohnehin schwierigen Bedingungen auf dem rutschigen Asphalt. "Es war verrückt. Man konnte das Wasser nicht sehen, aber fühlen. Für morgen soll es trocken bleiben – wenn nicht, wird es richtig hart", meinte der Neuseeländer. "Vor allem, da wir davon ausgehen müssen, dass die Strecke morgen wieder weniger Grip haben wird. Im letzten Jahr waren wir schockiert, wie niedrig das Grip-Niveau war." Trotzdem hat sich Racing Bulls nicht weniger als den Einzug ins Q3 vorgenommen. "Das wird sicherlich nicht einfach, aber das ist unser Ziel", betonte Hadjar.

FIA-Vertreter reagiert auf Hadjar-Kritik

Der Racing Bulls-Pilot sorgte am Medientag mit Kritik am 2026er-Reglement der Formel 1 für Aufsehen. Er behauptete, die neuen Autos seien näher an der Formel 2 als an der derzeitigen Königsklasse. Eine Aussage, die FIA-Single-Seater-Chef Nikolas Tombazis so nicht stehen lassen wollte. "Völlig daneben", lautete sein Urteil. Die neuen Autos seien etwa ein bis zwei Sekunden langsamer als die derzeitigen F1-Boliden. "Wir sind weit von diesen Bemerkungen entfernt, dass es nicht Formel-1-mäßig sei."

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