Charles Leclerc reagiert mit Bestzeit im 1. Freien Training zum Las Vegas GP auf die Kritik von Ferrari-Boss John Elkann. Leclerc benötigte für die 6,201 Kilometer des Las Vegas Strip Circuit 1:34,802 Minuten und zeigte das gesamte Training über, dass mit ihm an diesem Wochenende zu rechnen ist.
Zwar blieb der befürchtete Regen aus, doch aufgrund der extrem grünen Strecke ist die Aussagekraft des Trainings beschränkt. Durch die stetige Streckenverbesserung haben sich die Rundenzeiten auch auf abgefahrenen Soft-Reifen permanent nach unten entwickelt.
Das Ergebnis: Knapp zwei Zehntelsekunden legte Charles Leclerc zwischen sich und Alexander Albon im Williams auf Rang zwei. Dahinter sortierte sich das Red-Bull-Duo in ungewohnter Reihenfolge ein: Yuki Tsunoda vor Max Verstappen. Rund drei Zehntel fehlten Tsunoda und Verstappen auf die Leclerc-Bestzeit.
Carlos Sainz bestätigte auf Platz fünf die erwartet gute Williams-Form. Erst auf Rang sechs findet sich WM-Leader Lando Norris wieder. Dem McLaren-Piloten fehlte schon fast eine halbe Sekunde. Titelkontrahent Oscar Piastri landete weitere zwei Zehntel dahinter auf Rang acht, im McLaren-Sandwich fand sich Isack Hadjar.
Überraschend schwach präsentierte sich Mercedes zum Auftakt: George Russell und Kimi Antonelli komplettierten die Top-10 auf den Rängen neun und zehn vor Lewis Hamilton im zweiten Ferrari. Nico Hülkenberg landete im Sauber auf Rang 18 nur vor Teamkollege Gabriel Bortoleto und Franco Colapinto.
Die Zwischenfälle: Das niedrige Grip-Niveau sorgte immer wieder für kleinere Fehler der Piloten und für kurze Gelb-Phasen. Kaum ein Fahrer schaffte es, sein Auto permanent zwischen den weißen Linien zu halten. Vor allem die asphaltierte Auslaufzone hinter der Schikane rund um die Sphere (T7) und der Notausgang der 90-Grad-Linkskurve vor dem Strip (T12) wurden zahlreich frequentiert.
Ausrutscher mit Konsequenzen gab es keine, auch wenn Lando Norris zu Beginn der Session nah dran war. Der McLaren-Pilot touchierte am Ausgang von Kurve 9 die Wand leicht mit dem rechten Hinterreifen. Die Mechaniker inspizierten das Auto kurz, gaben aber sofort grünes Licht.

Für Gabriel Bortoleto hat der Ausrutscher eines anderen Piloten noch ein Nachspiel: Dem Brasilianer wird vorgeworfen, eine der zahlreichen Gelb-Phasen ignoriert zu haben. Die Stewards untersuchen den Fall nach dem Training.
Die Technik: McLaren reagiert auf die Probleme in Las Vegas in den vergangenen Jahren und hat dafür den Monza-Heckflügel noch etwas getrimmt. Im 1. Training testete Oscar Piastri die extreme Low-Downforce-Variante, Lando Norris bekam den 'normalen' Monza-Flügel.
Das Wetter: Nach den heftigen Unwettern der vergangen Tage und Nächte zeigte sich das Wetter für das Training gnädig. Der befürchtete Regen kam nicht, die Strecke war schon zu Sessionbeginn trocken. Die etwas frühere Startzeit hatte auch Auswirkungen auf die Temperaturen: Das Quecksilber zeigte 14 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden immerhin 18 Grad gemessen. Für das Qualifying am Freitagabend besteht weiterhin eine geringe Regenwahrscheinlichkeit.
Leclerc hat die Antwort auf die Kritik nicht nur auf der Strecke gegeben: Wie auch Teamkollege Lewis Hamilton musste er am Medientag zu den Aussagen von Ferrari-Boss Elkann Stellung nehmen. Was das Duo zu sagen hatte, erzählt euch Christian im Video:



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