Es schien alles angerichtet für die italienische MotoGP-Party am Samstag in Mugello. Doch die Siegträume von Pole-Mann Marco Bezzecchi lösten sich schon wenige Meter nach dem Start des Sprints in Luft auf. Die Kurzrennen bleiben die Schwäche des WM-Führenden.

Marco Bezzecchis Rennen nach einer Kurve gelaufen: Nur noch Schadensbegrenzung

"Es war einfach eine Fehleinschätzung", kommentierte der Aprilia-Pilot seine verpatzte Startphase. Gemeint war damit das Anbremsen auf Kurve 1. Bezzecchi verzögerte wesentlich früher als seine Konkurrenten und wurde links und rechts vom Feld geschluckt. Von Pole-Position gestartet beendete er die erste Runde nur auf Rang sechs.

Einem sichtlich enttäuschten Lokalhelden gelang dann nurmehr Schadensbegrenzung: "Ich wollte mehr. Wenn du von Pole-Position startest, dann würdest du immer besser abschneiden wollen. Aber ich habe einen Fehler in der ersten Kurve begangen und dabei viele Positionen verloren. Von dem Punkt an wusste ich sofort, dass der Sprint hinüber war. Ich versuchte noch, das meiste nach diesem Fehler rauszuholen. Der vierte Platz war dann das Maximum."

Wieder einmal ließ 'Bezz' am Samstag Federn. In der MotoGP-Fahrerwertung schrumpfte der Vorsprung auf den heute zweitplatzierten Teamkollegen Jorge Martin auf 12 Punkte. Auch der Sieg ging an einen Aprilia-Piloten. Für Raul Fernandez war es eine äußerst emotionale Angelegenheit. Warum erfahrt ihr hier:

Startfehler oder doch Reifen entscheidend? Bezzecchi gibt falsche Wahl zu

Neben dem Fehler in der Startphase hatte sich Bezzecchi auch für eine andere Reifenwahl als seine Markenkollegen an der Spitze entschieden. Diese fuhren hinten auf Medium, Bezzecchi setzte auf Soft. Martin hatte diese Entscheidung sehr kurzfristig vor dem Start getroffen. Sein Teamkollege hatte dies aber nicht auf dem Schirm: "Nein, das war nicht mein Plan, den Reifen noch zu ändern. Darüber habe ich nicht nachgedacht." Im Nachhinein ist man bekanntlich klüger. Ob Medium besser gewesen wäre? "Ja, jetzt wissen wir das mit Sicherheit."

Bezzecchi traf wohl auch die falsche Reifenwahl, Foto: IMAGO / Beautiful Sports
Bezzecchi traf wohl auch die falsche Reifenwahl, Foto: IMAGO / Beautiful Sports

Letztlich war der Ärger über den Startfehler aber größer. "Ich denke das Rennen lief mehr wegen des Fehlers in Kurve 1 schlechter als wegen der Reifenwahl. Aber das werden wir leider nie erfahren", zuckt Bezzecchi mit den Schultern. Immerhin gibt es aber eine gute Nachricht. Mit dem Sonntag kommt sein Lieblingstag ja noch und auch dann steht der WM-Führende auch wieder auf der Pole-Position. Nur dann sollte er diese auch besser zu nutzen wissen, wenn der Traum vom Heimsieg wahr werden soll.

Für Arbeitgeber Aprilia ist das Heimrennen bisher ein voller Erfolg. Nicht nur Pole und Sprint-Sieg haben sie abgeräumt, sondern seit dem Samstag halten sie auch den Geschwindigkeitsrekord der MotoGP. Jorge Martin erzielte im FP2 einen unglaublichen Topspeed: