Am Samstag in Mugello feierte Raul Fernandez seinen ersten Sprint-Sieg in der MotoGP. Das war natürlich Anlass zum Jubel, doch aus dem Spanier brachen die Emotionen förmlich heraus. Der Grund erscheint klar: Trotz des Sieges muss der Trackhouse-Pilot um seinen Verbleib in der Königsklasse bangen.
Erster Sprint-Sieg in der MotoGP: Raul Fernandez feiert mit der Familie
"Für mich ist es sehr wichtig, weil hier meine Familie und mein Bruder dabei waren. Sie haben mich immer unterstützt, auch wenn die Lage nicht gut war", dachte Raul Fernandez nach dem Sieg erstmal an seine Nächsten. Der erste Grand Prix Sieg in der Vorsaison war auf Phillip Island gelungen, also fernab der europäischen Heimat. Nun gab es erstmals eine Siegesfeier im Familienkreis. Es war nicht der einzige Aprilia-Erfolg des Tages, denn Noale darf nun auch den Topspeed-Rekord sein Eigen nennen. Mehr dazu hier:
An seinem Triumph ließ Fernandez nur kurz einen Zweifel aufkommen. Nachdem er sich schon in der ersten Runde die Führung erkämpft hatte, rückte ihm Markenkollege Jorge Martin drei Runden vor Schluss plötzlich auf die Pelle. "Jorge konnte näherkommen, weil ich einen Fehler beging und dabei den Hinterreifen überhitzte. Ich änderte ein Mapping und ging dabei in Arrabiata 2 und Kurve 10 weit", erklärte der Sieger.
Raul Fernandez bedankt sich bei Trackhouse für Vertrauen: Habe fantastisches Team
Dies blieb aber der einzige kleine Makel in einer ansonsten perfekten Leistung. Fernandez nahm seine Pace wieder auf und ließ seinem Landsmann keine Chance. Geholfen hatte dabei auch die richtige Reifenwahl. In diesem Zusammenhang betonte er die besondere Beziehung zu seiner Mannschaft: "Das Team hat mir immer Vertrauen geschenkt. Zum Beispiel habe ich heute schon nach dem Qualifying entschieden, dass ich mit dem Medium-Hinterreifen starten würde. Keiner hat mich in Frage gestellt und etwas anderes verlangt. Sie haben mir vertraut und mich dabei unterstützt. Es ist fantastisch ein solches Team zu haben."

Womit wir leider zum Elefanten im Raum kommen müssen: Wie lange darf Raul Fernandez noch Teil dieses Teams sein? "Es ist sehr emotional. Wenn du so viel Arbeit reinsteckst, aber die Resultate nicht da sind, dann kommt jetzt alles hoch", erklärte der 25-Jährige zunächst. Doch die Zeichen verdichten sich, dass es dabei auch stark um seine Zukunft ging. "Vielleicht, aber ich kann darüber leider nicht sprechen. Es tut mir leid", blockt er ab.
MotoGP-Transfermarkt gnadenlos: Kein Platz mehr für Raul Fernandez?
Laut den neuesten Gerüchten im Fahrerlager ist die Zukunft des Spaniers bei Trackhouse äußerst unsicher. Enea Bastianinis Verpflichtung gilt mittlerweile als sehr sicher. Neben ihm wird Luca Marini gehandelt. Dieser könnte natürlich auch stets bei VR46 unterkommen, doch das Team von Valentino Rossi soll sich laut 'Sky Italia' für Superbike-Dominator Nicolo Bulega entschieden haben. Der 'Doctor' würde diese Entscheidung wohl kaum treffen, wenn er nicht wüsste, dass sein Halbbruder Marini woanders unterkommt. Andere freie Plätze als bei Trackhouse gibt es wohl nicht mehr.
Wo bleibt in dieser Gleichung Fernandez übrig? Es ist aktuell zu befürchten, dass die Antwort trotz Sprint-Sieg 'nirgends' lautet. Mit Teamchef Davide Brivio wird sein größter Fürsprecher Trackhouse in Richtung Honda verlassen. Zwischen den Zeilen liest sich bei Fernandez daher Trostlosigkeit: "Ich werde mein Bestes geben und möchte nicht darüber nachdenken, was nächstes Jahr ist. Ich habe euch schon gestern gesagt, dass ich ein sehr schönes Gespräch mit Justin [Marks, der Teameigner, Anm. d. Red.] hatte. Ich werde einfach professionell bleiben. 2026 bin ich ein Trackhouse-Fahrer, also gebe ich mein Bestes für sie." Nur 2027 scheint es keinen Platz mehr zu geben für einen Mann, der gerade gewonnen hat.
Glaubt ihr an eine MotoGP-Zukunft für Raul Fernandez? Hätte er sie nicht verdient? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren.



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