Aus dem Freitag in Las Vegas lässt sich nicht viel lesen. Wenn überhaupt, dann nur, dass auch 2025 mit Mercedes in Las Vegas zu rechnen ist. Kimi Antonelli spulte zum Start in das 22. Saisonwochenende auf dem Las Vegas Strip Circuit eine starke Trainingszeit ab. Er war einer von acht Piloten, der eine schnelle Runde auf dem weichen Compound in FP2 setzen konnte. Am Ende fehlten dem Mercedes-Rookie 29 Tausendstel auf die Bestzeit von Lando Norris.
"Unser erster Tag hier in Las Vegas war gut. Es hat mir Spaß gemacht, die Strecke Runde für Runde kennenzulernen, und ich habe mich im Auto durchweg wohlgefühlt. Wenn wir an diesem Wochenende ganz vorne mitmischen wollen, haben wir noch einiges zu tun, aber es war ein solider Start", strahlte der Mercedes-Rookie nach der Session in die TV-Kameras.
Richtiges Timing im Qualifying als Schlüssel zur Pole?
Dabei war ihm auf den ersten Runden im FP1 für einen Moment das Lachen vergangen. "Ehrlich gesagt, war ich im vom Grip-Niveau in der ersten Session ziemlich schockiert", erzählte Antonelli, der zum ersten Mal auf dem Las Vegas Strip Circuit unterwegs ist. Zwischen FP1 und FP2 habe sich die Strecke stark entwickelt und die Grip-Verhältnisse wurden stetig besser. Antonelli erwartet, dass die Track-Evolution auch im morgigen Qualifying eine entscheidende Rolle spielen wird.
"Im ersten Training war der Kurs noch sehr grün, hat sich aber im Laufe des Tages stark verbessert. Wir erwarten morgen dasselbe, also müssen wir darauf vorbereitet sein, entsprechend reagieren und uns mit der Strecke weiterentwickeln", erklärte Antonelli. Ihm ist bewusst, dass es im Qualifying darauf ankommen wird, zur richtigen Zeit auf der Strecke zu sein.
"Das Qualifying hier wird wohl wieder eine Session sein, in der man als Letzter auf die Strecke gehen will. Gleichzeitig ist das Risiko von roten Flaggen usw. sehr hoch. Wir müssen die richtige Balance finden. Wenn wir sehen, dass die Strecken-Evolution zu Q3 hin ein Plateau erreicht, müssen wir uns überlegen, ob es Sinn macht als Allerletzter rauszugehen. Falls sie sich immer weiter verbessern sollte, dann müssen wir das definitiv ins Kalkül ziehen", so Antonelli.
Allerdings untermauerte das FP2 Antonellis Sorge einer potenziellen Rot-Phase. Ein loser Kanaldeckel sorgte für eine 15-minütige Unterbrechung. Fünf Minuten vor Trainingsende wurde die Session zwar wieder freigegeben, doch kurz darauf entschied die Rennleitung, das zweite Freie Training unter roter Flagge zu beenden.
Las Vegas: Russell hat Konkurrenz auf dem Schirm
Für George Russell kam die Rotphase im ungünstigsten Moment. Der Mercedes-Routinier setzte gerade eine absolute Sektor-Bestzeit auf dem Soft-Reifen, als die Session unterbrochen wurde. Seine bereits gefahrene Rundenzeit auf dem Medium reichte schlussendlich nur für den siebten Platz.
Trotz unglücklichem Trainingsausgang blieb Russell gelassen. "Wir haben heute keinen schlechten Tag. Ich denke, wir mischen in der Nähe der Spitzengruppe mit, aber wir müssen realistisch bleiben, denn Lando sah stark aus, Verstappen sah stark aus. Das Qualifying morgen wird auf jeden Fall spannend. Es sieht so aus, als könnten viele Fahrer die Pole Position erreichen", so sein Fazit.
Mercedes galt bereits im Vorfeld des Las Vegas GP als Favorit, nicht nur aufgrund des Doppelsiegs im Vorjahr. Denn Mercedes bringt seine Reifen immer noch schneller auf Temperatur als andere Autos, und das dürfte in Las Vegas ein wertvolles Merkmal sein. Doch Russell warnt: "Die Situation hat sich in den letzten 12 Monaten verändert. Wir haben das Auto auf anderen Rennstrecken verbessert, weshalb wir hier möglicherweise nicht mehr ganz so stark sind."
Zudem glaubt er, dass sich die Konkurrenz etwas hat einfallen lassen, um Mercedes in Las Vegas zu schnappen. "Angesichts dessen wie stark wir hier letztes Jahr waren, wäre ich nicht überrascht, wenn einige Teams hier kleinere Updates gebracht haben, um vorne zu sein."



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