Es kam, wie alle erwartet hatten: Williams präsentierte sich am Formel-1-Freitag in Las Vegas mit einer der stärksten Performances des Jahres – zumindest im ersten Freien Training. In der Nachmittagssession in Las Vegas mischte das Williams-Duo noch an der Spitze mit, am Abend im FP2 reichte es bei Alex Albon nur noch für Platz 8 und bei Carlos Sainz für Platz 13. Woher kam der plötzliche Leistungsabfall?

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In der ersten Hälfte des zweiten Trainings war noch alles eitel Wonne beim Team von James Vowles. Auf dem Medium-Reifen waren Sainz und Albon konkurrenzfähig und platzierten sich in den Top-10. Dass der Las Vegas Strip Circuit mit seinen langen Geraden dem FW47 liegt, war für niemanden eine Überraschung: "Wir wussten, dass uns diese Strecke in der Theorie liegen sollte, und das scheint sie auch zu tun. Es gibt zwei Kurven, in denen wir schwächer sind, aber in allen anderen können wir mithalten", zeigte sich Albon zufrieden.

Doch als das Feld die weichste Reifenmischung aufzog, konnte das Williams-Duo die Leistung des ersten Trainings nicht mehr reproduzieren. Ein altbekanntes Problem trat auf: Die Fahrer brachten die Reifen nicht ins richtige Arbeitsfenster. "Im FP1 ist uns das gelungen, im FP2 nicht mehr", schilderte Albon. Schon die gesamte Saison kämpfen Sainz und Albon mit der Reifenvorbereitung, meist kam der Reifen nicht auf die nötige Temperatur. In Las Vegas war genau das Gegenteil das Problem.

Alex Albon: Reifen sind kaputt, bevor ich die Runde starte!

Albon brach seinen ersten Versuch auf dem weichen Pneu schon nach fünf Kurven ab. "Meine Reifen sind kaputt, bevor ich die Runde überhaupt starte. Es fühlt sich an, als wären die Hinterreifen heiß. Der rechte Vorderreifen ist tot, der linke ist gut", beschwerte er sich am Funk. Bei seinem zweiten Anlauf schaffte es der Williams-Pilot über die Ziellinie, doch dabei rutschte er ständig über den Asphalt. In Kurve zwei, neun und zwölf hatte er große Quersteher.

"Ich fühle mich ein bisschen verloren mit dem Auto. Es fühlt sich an, als würde ich nur hin- und herfahren. Ich finde den maximalen Grip nicht", funkte er nach der Runde. Am Ende fehlten ihm 0,465 Sekunden auf die Bestzeit von Lando Norris. "Wir müssen das Problem verstehen. Wenn wir das mit den Reifen lösen, dann sind wir auf einem guten Weg", resümierte Albon die Aufgaben nach dem Freitag.

Leider fehlen Williams – so wie auch den anderen Teams – dazu wichtige Daten. Die zwei roten Flaggen im FP2 ließen keine Longrun-Simulationen zu und nur acht Fahrer konnten Zeiten auf dem roten Reifen anschreiben. Carlos Sainz zählte nicht dazu. Seinen ersten und einzigen Versuch auf dem weichen Pneu musste er abbrechen.

In der engen Passage vor Kurve 7 lief er auf Esteban Ocon auf, der vor ihm dahinbummelte. "Was zum Teufel tut der Typ mitten auf der Straße?", schimpfte er am Funk. Danach fehlte ihm wegen der Unterbrechungen die Zeit für einen weiteren schnellen Versuch. Trotzdem ist er positiv gestimmt: "Es hat sich vielversprechend angefühlt. Die Balance war gut, die Reifen fühlten sich in Ordnung an, aber zu nahe am Limit. Aber wir sind auf dem richtigen Weg."

Mit allen Unterbrechungen ist es schwierig, nach dem Training ein repräsentatives Bild der Kräfteverhältnisse in Las Vegas zu bekommen. Die Analyse von Motorsport-Magazin.com rollt auf, was das FP2-Ergebnis wirklich aussagt: