"Ich werde die Podien vermissen. Ich werde die Feiern vermissen. Ich werde meinen Namen in den Schlagzeilen vermissen, weil ich gewonnen habe oder auf der Pole Position stehe oder sonst etwas. Aber mein Ziel ist es, dorthin zurückzukommen", sagte Carlos Sainz im Dezember 2024 im offiziellen Formel-1-Podcast 'Beyond the Grid', als er über seinen Wechsel von Ferrari zu Williams sprach. Ein Jahr später hat er fast alle Punkte auf seiner Liste abgehackt.

In seiner ersten Saison brachte Sainz Williams nach vierjähriger Abstinenz sogar zweimal aufs Podest sowie einmal aufs Sprint-Podium und führte das Team gemeinsam mit Teamkollege Alex Albon zum fünften Platz in der Konstrukteurswertung. Ein so erfolgreiches Jahr hätte der vierfache GP-Sieger nicht erwartet. "Die Erwartungen sind immer hoch, aber ich habe Anfang des Jahres versucht, sie niedrig zu halten. Ich wusste, es würde ein schwieriges Jahr für mich werden", erklärte Sainz.

Nach drei Jahren bei Ferrari (P2 in der Konstrukteurs-WM 2024) zu Williams (P9 in der Konstrukteurs-WM 2024) zu wechseln, war eine große Umstellung und ein Risiko für den Spanier. "Ich musste von einem Top-Team zurück ins Mittelfeld gehen und wusste nicht, was ich in diesem Jahr für ein Auto bekommen würde", schilderte Sainz seine Bedenken. Teamchef James Vowles musste ihn monatelang umgarnen, bevor er im Sommer 2024 den Vertrag unterschrieb.

Carlos Sainz über erstes Williams-Jahr: Nicht perfekt, aber besser als erträumt!

Hätte Sainz jedoch vorher gewusst, wohin die Reise führt, hätte er keinen Moment gezögert. "Ehrlich, wenn mir im Sommer 2024 jemand gesagt hätte, dass in diesem Jahr zwei Podien, P5 in der Konstrukteurs-WM, auf vielen Strecken nur wenige Zehntel zwischen uns und den Top-Teams, ein Sprint-Podium und viele Punkte für mich und Alex auf dem Plan stehen, dann hätte ich noch schneller unterschrieben", ist er sich sicher.

Ganz perfekt verlief das Jahr trotzdem nicht. Besonders in der ersten Saisonhälfte kämpfte Sainz mit dem Auto und Pech. An Pace fehlte es ihm selten, doch es wollte nie so wirklich klappen. Mit seinem Sensations-Podium in Baku schien sich Sainz von der Unglückssträhne zu befreien. Er holte daraufhin den dritten Platz im USA-Sprint und ein weiteres Top-3-Ergebnis in Katar – eigentlich eine Angststrecke von Williams.

"Das Jahr war gut, aber nicht perfekt. Wir hatten einige Höhen und Tiefen, so wie jedes Mittelfeld-Team. Ich musste mich erst wieder daran gewöhnen, weiter hinten zu fahren. Aber wir hatten viele gute Momente und Highlights – viel mehr, als ich mir hätte erträumen oder wünschen können", resümierte Sainz. Auch dass sein Ferrari-Nachfolger Lewis Hamilton in diesem Jahr gar kein Podium holte und sein Ansehen bei den leidenschaftlichen Tifosi langsam schwindet, dürfte zumindest eine kleine Genugtuung für ihn sein, wie Christian Danner im AvD Motorsport-Magazin sagte.

Formel-1-Experte Christian Danner analysierte das beeindruckende Comeback von Carlos Sainz nach seinem Katar-Podium im AvD-Motorsport-Magazin:

Danner: Hamilton fährt um die goldene Ananas, Sainz aufs Podium (06:18 Min.)