Mercedes lieferte 2024 in Las Vegas eine perfekte Formel 1-Show ab. Als Underdog angereist, dominierten die Silberpfeile jede Session. George Russell sicherte sich zunächst die Pole-Position und schließlich den Sieg in der Zockermetropole. Beim diesjährigen Poker um den Las-Vegas-Sieg würde er jedoch nicht auf sich selbst und Mercedes setzen.
"Unser Auto funktioniert bei kühleren Bedingungen sehr gut, aber wir müssen auch realistisch sein und anerkennen, dass der Erfolg vor einem Jahr nicht bedeutet, dass wir auch zwölf Monate später erfolgreich sein werden", bremste George Russell die Euphorie. Er befürchtet, dass Mercedes inzwischen sein Ass im Ärmel abhandengekommen ist. Denn obwohl der Vorgänger des W16 aufgrund des starken Untersteuerns als schwierig galt, blühte er bei kühleren Temperaturen so richtig auf.
"Wir hatten letztes Jahr ein Auto, das in kühleren Bedingungen außergewöhnlich gut war. Doch unser Ziel war es, ein Auto zu haben, das über die gesamte Saison hinweg auf allen Strecken stark ist. Jetzt haben wir ein Auto, das auf einer Reihe von Rennstrecken stärker ist. Das bedeutet aber möglicherweise auch, dass wir auf diesen Ausreißerstrecken nicht mehr so wettbewerbsfähig sind", meinte Russell. Als Beispiel zog er den Großen Preis von Singapur heran. Im Vorjahr war für ihn auf dem Marina Bay Street Circuit nicht mehr als der vierte Platz drin, ein Jahr später war der Mercedes-Pilot auf dem Weg zum Sieg nicht zu stoppen.
Russell: Verstappen und Red Bull in der Favoritenrolle
Wenn er in Las-Vegas auf einen Fahrer wetten müsste, wäre es Max Verstappen. "Red Bull hat große Verbesserungen bei ihrer Low-Downforce-Einstellung erzielt. Sie waren sowohl in Monza als auch in Baku stark. Daher gehe ich davon aus, dass sie auch hier vorne mit dabei sind", meinte Russell. Konstrukteursweltmeister McLaren hat er nicht wirklich auf der Siegerrechnung.
"Ich glaube, dass McLaren mehr als sonst zu kämpfen haben wird. Las Vegas hat ähnliche Eigenschaften wie Montreal und Baku, was die Asphalttemperatur, den C5-Reifen und den geringen Abtrieb betrifft - und McLaren stand weder in Kanada noch in Aserbaidschan auf dem Podium", so Russell. Gleichzeitig will er eine papayafarbene Überraschung nicht ausschließen. "Wenn man im Qualifying eine magische Runde hinzaubert und von der Pole Position startet, ändert sich damit das ganze Wochenende."
Droht ein Regenrennen in der Wüste?
Auch das Wetter könnte in Las Vegas eine entscheidende Rolle spielen. Zum Zeitpunkt der Freien Trainings - in der Nacht von Donnerstag auf Freitag – ist Regen vorhergesagt. Russell sieht Regenrennen grundsätzlich immer als Chance, doch in der Wüste Nevadas kann er darauf verzichten. "Von allen Rennen im Kalender würde ich sagen, dass wir hier die beste Chance haben, um den Sieg zu kämpfen. Daher würde ich mir wünschen, dass das Rennen trocken bleibt", so der Mercedes-Pilot, der an diesem Wochenende seinen 150. Grand Prix bestreitet.
WM-Außenseiter Max Verstappen gibt sich vor dem Formel-1-Wochenende in Las Vegas wortkarg. Zumindest bei kontroversen Fragen. Mehr dazu hier:



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