Mit 49 Punkten Rückstand geht Max Verstappen in die letzten drei Rennen der Formel-1-Saison 2025. Den Schluss-Spurt eröffnet er am Mittwoch in Las Vegas mit einem teils ziemlich wortkargen Auftritt in der offiziellen Pressekonferenz. Auf den Ärger, den strittige Themen mit sich bringen, hat er keine Lust mehr.

Über seine Außenseiter-Chancen in der WM denkt er in Las Vegas - laut eigener Aussage - ohnehin erst einmal nicht nach. Die Antwort auf die WM-Frage ist seit Wochen zumindest die gleiche: "Hat sich nichts geändert eigentlich. Es sind viele Punkte. Darüber denke ich nicht wirklich nach und da kann ich auch nicht viel machen. Ich brauche viel Glück, um überhaupt eine Chance zu haben."

Unabhängig dessen versucht Verstappen dem Aufschwung von Red Bull in den letzten Monaten Positives abzugewinnen: "Nach der Sommerpause sah es so aus, als ob eine 100-Punkte-Lücke nur noch wachsen würde. Das so klar zu verkürzen, klar, da war vielleicht ein bisschen Glück hier und da im Spiel, aber da können wir stolz drauf sein."

Frage nach Christian Horner irritiert Verstappen

Das Thema bewog wenig später daraufhin dann allerdings eine Nachfrage in Richtung Christian Horner. Ob die Aufholjagd denn auch möglich gewesen wäre, wenn Red Bull den Langzeit-Teamchef im Sommer nicht gefeuert hätte. Und dabei verging Verstappen schnell die Lust: "Das ist für mich eine richtig komische Frage? Ich weiß nicht, warum das plötzlich jetzt ...? Weil wir auf 49 Punkte ran sind, oder was?"

"Das kannst du dir selbst ausmalen", lautet Verstappens Fazit. "Wir haben in den letzten Rennen sehr gute Arbeit geleistet. Was soll ich sonst sagen? Wir versuchen alles, was geht. Das Auto ist auf manchen Strecken gut, auf manchen weniger. Das ist alles."

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Eine Folgefrage, ob der schlechte Start ins Jahr ihn denn rückblickend besonders frustriere, wehrt Verstappen ab: "Wenn ich alles vorab wüsste, wäre ich ein Milliardär. So läuft es im Leben. Wenn du vorab weißt, wie du etwas besser machst, ist dein Leben viel leichter. Aber die Leute lernen, machen Fehler, das ist das Leben. Deshalb bin ich nicht allzu enttäuscht. Ich weiß, mein Team hat von Anfang an 100 Prozent gegeben."

Gegner von Regeln & Las-Vegas-GP? Verstappen will nichts sagen

Doch in Las Vegas mag Verstappen so recht nicht einsteigen auf weitere streitbare Fragen. Etwa auf die einer amerikanischen Journalisten, ob er denn das Rennen im dritten Jahr inzwischen etwas lieber gewonnen hätte. Nachdem Verstappen damals das Wochenende äußerst böse begonnen habe. Er habe sich bei der Fahrerpräsentation wie ein Clown gefühlt, und nur ein Prozent des Wochenendes gehe um den Sport.

Und 2025? "Das Essen ist toll. Gestern hatten wir ein gutes Dinner. Das Hotel ist toll. Und ich habe gelernt, nicht immer zu viel zu sagen. Ist zuerst einmal besser für mich und gibt auch weniger Überschriften. Das ist wohl sicherer für alle. Aber ich habe Spaß. Ich war ja schon öfter hier, auch vor der Formel 1, und dabei hatte ich immer Spaß."

Zum Rennen aber verliert Verstappen bloß beim Wetterbericht ein Wort. Und das ist kein gutes. Dass er Stadtkurse nicht leiden kann, ist bekannt, und der griparme Las Vegas Strip Circuit ist sicher nicht besser als die anderen. Die Regen-Prognose für Freitag erfreut da nicht. "Wenn es regnet, ist der Asphalt nass, dann wird es rutschig", meint er lakonisch. "Ein trockenes Rennen wäre mir lieber, da ist es hier schon schwer genug, alles zu verstehen. Aber vielleicht wird die Strecke überflutet. Auch nicht schlecht."

Nicht, dass sich Verstappen für sonstige sportliche Fragen noch erwärmen könnte. Etwa zur Kontroverse rund um den Unfall von Oscar Piastri und Kimi Antonelli in Brasilien, wo die gegen Piastri ausgesprochene Strafe unter zahlreichen Fahrern teils heftige Kritik hervorrief. Nicht so vom Racing-Richtlinien-Gegner Verstappen? "Ich kommentiere das hier lieber nicht. Hier würden wir es sowieso nicht lösen."