Im vergangenen Jahr dominierten George Russell und Lewis Hamilton den Las Vegas Grand Prix im Mercedes klar. Wie vermutlich auch dieses Jahr war Las Vegas im vergangenen Jahr das kälteste Rennen des Jahres.
2024 waren es am Renntag 18 Grad, was bei weitem den höchsten Temperaturen des gesamten Wochenende entsprach. Bedingungen, die besonders dem Mercedes lagen und liegen. Der Grip ist in diesen Bedingungen niedrig. Das Graining der Reifen war so besonders hoch. Mit den diesjährigen Reifen könnte sich das allerdings ändern.
Ermöglicht weniger Graining in Las Vegas eine Ein-Stopp-Strategie?
Genauso wie in Abu Dhabi und Singapur kommen auch in Las Vegas wieder der C3 (Hart), C4 (Medium) und C5 (Soft) zum Einsatz. Damals hatten viele Teams wegen der kühlen Temperaturen Probleme mit großem Graining.
Das wurde durch die kühlen Streckentemperaturen verursacht. Die Reifen der Boliden rutschten dank dieser nur über die Strecke, statt auf dem Asphalt zu rollen. So wurden kleine Gummipartikel vom Reifen abgerissen, lagerten sich später allerdings ungleichmäßig wieder an. So wird beim Graining der Kontakt zwischen Reifen und Strecke gestört, wodurch wiederum die Haftung und Traktion des Autos verringert wird.
Unter anderem auch McLaren kämpfte stark mit dem Problem. Die Papayas rutschten in der Hackordnung auf den vierten Platz der vorderen Teams. Auch Ferrari kämpfte mit teils brutalem Graining, durch das die eigene Pace plötzlich stark einbrach. Leclerc stoppte 2024 bereits nach neun Runden zum ersten Mal. An eine Ein-Stopp-Strategie war nicht zu denken.
Mit den diesjährigen Reifen soll das Problem zumindest abgeschwächt worden sein. "Ich gehe natürlich davon aus, dass das Graining im Vergleich zu den vergangenen Jahren geringer ausfallen wird. Meiner Meinung nach wird in Vegas, wenn das Graining keine so große Rolle mehr spielt, ein Ein-Stopp die klare Strategie sein", sagt Simone Berra, F1-Chefingenieur bei Pirelli.
Wird Mercedes wieder dominante Kraft?
Besonders Mercedes profitierte 2024 von den kühlen Temperaturen. Allerdings will Teamchef Toto Wolff nichts von einem klaren Vorteil für die Silberpfeile wissen.
"Wir müssen sehr genau analysieren, welches Auto wir für Las Vegas brauchen, wie die Bedingungen sind und ob wir die gleichen Leistungen wiederholen können. In Brasilien haben wir 2022 auch dominiert und waren im Jahr danach nirgendwo. Also ich bezweifle das. Wir müssen einfach offen an die Sache herangehen", sagt Wolff.
Beispielsweise gewann Mercedes mit dem diesjährigen Auto auch in Kanada, bei Temperaturen (über 50 Grad Asphalttemperatur), die dem Auto eigentlich nicht hätten liegen dürfen.
"Wenn wir uns letztes und dieses Jahr anschauen, haben wir alle möglichen Arten von Rennen gewonnen. Es ist also schwierig einen direkten Zusammenhang zwischen der letztjährigen und diesjährigen Performance zu sehen", so Simone Resta, technischer Direktor bei Mercedes.
Auch in den Diskussionen rund um das neue Reglement im kommenden Jahr geht es heiß her. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Video hier.



diese Formel 1 Nachricht