Schon länger hat es sich angekündigt, jetzt ist es amtlich. Für das Formel-1-Rennen in Katar, das am 30. November über die Bühne geht, werden die Reifenregeln angepasst. Wie Reifenhersteller Pirelli am Montag bekanntgab, sind am Wochenende auf dem Lusail International Circuit pro Reifensatz maximal 25 Runden erlaubt.
Beim Katar-GP werden also mindestens zwei Reifenwechsel verpflichtend notwendig, denn das Rennen am Persischen Golf ist über eine Distanz von 57 Runden angesetzt. Notwendig wird die Maßnahme aufgrund einer etwas eigentümlichen Charakteristik der Strecke. So ist der Reifenabbau auf der mit zahlreichen schnellen Kurven bestückten 5,419-Kilometer langen Strecke zwar hoch, der thermale Verschleiß, und somit der Performance-Verlust, aber ziemlich gering.
Formel 1 Kalender 2025 - Rennen, Startzeit, Strecken
Daraus ergibt sich, dass die Reifen zwar stark an Gummi verlieren, aber lange schnell bleiben, und somit aus strategischer Sicht kein Grund für einen Boxenstopp besteht. Im letzten Jahr führte das beinahe simultan zu Reifenschäden bei Lewis Hamilton und Carlos Sainz. Analysen der Vorjahres-Gummis bei Pirelli gelangten zur Feststellung, dass zahlreiche Reifen - vor allem links vorne - ihr Verschleiß-Limit erreicht hatten. Entsprechend fragil waren sie, kleine Trümmerteile oder Kerbs konnten schon Plattfüße zur Folge haben.
Angst vor Reifenschäden: Jetzt reagiert Pirelli
Dass 2025 Maßnahmen ergriffen werden, befand sich bereits länger in der Diskussion. Unklar war bislang jedoch, wie diese im Detail gestaltet sein würden. Das 25-Runden-Maximum, das nun gilt, bezieht sich auf die gesamte Lebensdauer eines Reifens. Das bedeutet: Reifen, die schon zuvor am Wochenende aufgesteckt wurden, können im Rennen entsprechend der im Training, im Qualifying oder im Sprint damit absolvierten Rundenzahl weniger lange benutzt werden.
Nicht mitgerechnet werden nur die Reconnaissance-Laps aufs Grid, die Formationsrunden und die Auslaufrunde im Sprint. Für Runden unter VSC oder unter einem Safety Car gelten jedoch keine Ausnahmen. Der Sprint ist übrigens nicht direkt von der Regelung betroffen, da er nur über eine Distanz von 19 Runden geht.
Maximale Stintlänge in Katar: Schon 2023 zog die Formel 1 die Notbremse
Es ist nicht das erste Mal, dass die Formel 1 in Katar aufgrund von Reifenproblemen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen muss. Schon 2023 wurde kurzfristig am Wochenende eine maximale Anzahl von 18 Runden für die Pneus eingeführt. Damals allerdings aufgrund aggressiver Kerbs, die zu Mikro-Beschädigungen an der Reifenwand führten.
Der Grand Prix, der von Max Verstappen gewonnen wurde, wurde somit zu einem verpflichtenden 3-Stopper. Gleichzeitig musste damals auch die Streckenführung an einer Stelle leicht adaptiert werden, um die dort angebrachten Pyramiden-Kerbs zu vermeiden. Diese Kerb-Probleme wurden seitdem behoben.
In Katar kommen aufgrund der hohen lateralen Kräfte wie schon in den letzten Jahren auch 2025 die härtesten Reifenmischungen von Pirelli zum Einsatz. Also die Kombination C1 bis C3.
Welche Reifen kommen bei den anderen noch verbleibenden Saisonrennen zum Einsatz? Das könnt ihr hier nachlesen:



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