Kurz vor dem Start in die Formel-1-Saison 2026 veröffentlichte Netflix die neueste Staffel von "Drive to Survive", der TV-Dokumentation über die Königsklasse des Motorsports. Welche Geheimnisse enthüllte die viel kritisierte Serie dieses Mal? Motorsport-Magazin.com hat das Wichtigste von jeder Folge für dich zusammengefasst, damit du nicht sechs Stunden TV-Drama anschauen musst.
Folge 1: Rookie-Diskrepanz
In Folge eins der achten "Drive to Survive"-Staffel dreht sich alles um die Rookies. Im Hauptfokus stehen Kimi Antonelli, Liam Lawson und der Kontrast zwischen dem Mercedes-Weg und dem Red-Bull-Weg. Netflix stellt die Silberpfeile als Unterstützer dar, die Bullen als Druckmacher. Während Toto Wolff nach Antonellis enttäuschendem Qualifying in Australien (P16) seinen Rookie gut zuredete, gab Christian Horner deutlich zu verstehen, dass sich Lawsons Ergebnis (P18) für einen Red-Bull-Piloten nicht gehört. Abgesehen von Einblicken hinter die Kulissen des "F1 75"-Events bat die Folge keine bahnbrechenden Informationen für F1-Fans.
Folge 2: Die Flavio-Briatore-Show
Wolltest du schon einmal das Innere von Flavio Briatores Villa sehen? Wolltest du wissen, dass er ein Gemälde von sich als verschiedene bekannte Persönlichkeiten hat, beispielsweise als Giuseppe Garibaldi, Che Guevara oder Batman? Dann ist die zweite DtS-Folge genau richtig für dich. Die Handlung vergleicht die Führungsweisen von Briatore und Jonathan Wheatley. Während der Sauber-Teamchef als positiv, aber weich dargestellt wird, bewies Briatore mit Sätzen wie: "Ich bin kein Diktator, aber du musst tun, was immer ich dir sage, und wenn jemand nicht in die gleiche Richtung wie ich geht, dann ist er draußen", seine Härte.
Die Folge beschäftigt sich auch mit Jack Doohans Rauswurf, seinen Nachfolger Franco Colapinto behandelte Briatore nicht besser. Ein Vorschlag des Argentiniers, Setups an seinem Auto zu probieren, wurde vom Alpine-Teamchef niedergeschmettert: "Das interessiert mich einen Scheiß. Ich entscheide, was ich tue. Es gibt keine Entschuldigung. Du bist das Problem." Die Folge endete mit Nico Hülkenbergs Podium in Silverstone, die gewollte Botschaft ist klar: Positivität ist besser als Härte.
Folge 3: "Wir können nicht Gott spielen"
Folge drei ist die erste McLaren-Folge. Wir bekommen Einblicke in den WM-Kampf zwischen Lando Norris und Oscar Piastri in der ersten Saisonhälfte. Interessant wird es in Silverstone, als der damalige WM-Führende nach seiner 10-Sekunden-Strafe um einen Platztausch fragte. Szenen vom McLaren-Kommandostand zeigten CEO Zak Brown und Teamchef Andrea Stella, die darüber diskutierten. "Wir können nicht Gott spielen", sagte Brown. "Er hat die Strafe bekommen. Lando ist möglicherweise gerade schneller." Zuvor wurde es so geschnitten, dass Brown viel Zeit mit Piastri verbrachte und nicht mit Norris. Silverstone wird als mentaler Wendepunkt für Norris und Piastri im WM-Kampf dargestellt.
Folge 4: "Mir wurde etwas genommen…"
Es war unumgänglich, dass sich die Netflix-Serie mit dem plötzlichen Rauswurf einer ihrer Stars, Christian Horner, beschäftigt. Red Bulls Performance-Abfall wird in Folge vier abgehandelt, Horners Rauswurf ist erst in den letzten Minuten Thema. Er verriet, dass er Dr. Helmut Marko und Red Bulls CEO Oliver Mintzlaff für seinen Abgang verantwortlich macht. "Was ist deine erste Reaktion, wenn du so ein Scheiß-Sandwich bekommst? Scheiß auf alle", regte er sich vor den Netflix-Kameras auf. "Mir wurde etwas genommen, das nicht meine Entscheidung war", so Horner.
Am Ende liest er eine Nachricht seines größten Rivalen, Toto Wolff, vor: "Auf der einen Seite warst du ein echtes Arschloch. Auf der anderen Seite wird der Sport einen seiner Hauptprotagonisten vermissen." Horners Antwort: "Ich habe es geliebt, mit dir aneinander zu geraten. Ich wünsche dir das Beste für die Zukunft. PS: Du brauchst einen Haarschnitt." Seine Verabschiedung ("Ich glaube, das war's. Für jetzt.") ließ eine Rückkehr in die Formel 1 offen.
Folge 5: Der verkaufte Traum
In Folge fünf geht es um den Wechsel von Carlos Sainz zu Williams. Neben der Rivalität mit Alex Albon ging es viel um die Versprechen, die James Vowles Sainz machen musste, um ihn nach Williams zu locken. Für einen Großteil der Saison konnte der Teamchef den versprochenen Traum nicht verwirklichen. Das interessanteste Zitat kam von Sainz' Manager: "Unser absoluter Fokus ist auf dem Team, aber wenn sich die Möglichkeit ergibt, zu einem anderen Team zu wechseln, dann müssen wir das analysieren und entscheiden."
Folge 6: Der Kampf um Platz zwei
Wir nähern uns dem Ende der Staffel und der Saison, im Mittelpunkt steht das Duell um Platz zwei in der Konstrukteurswertung zwischen Ferrari und Mercedes. Die abfallenden und steigenden Leistungen von Kimi Antonelli und Lewis Hamilton wurden anhand des Belgien GP und des São Paulo GP in direkten Kontrast gesetzt. Da der Co-Rekordweltmeister den Netflix-Produzenten nicht Frage und Antwort stand – so wie auch Max Verstappen – und Antonelli viel über den Druck während der Saisonmitte sprach, kam wenig Neues dabei heraus.
Folge 7: McLaren erahnte Las-Vegas-Desaster schon früh
Folge sieben ist ganz dem Las-Vegas-Wochenende gewidmet. Die Doku enthüllt, dass McLaren schon während des Rennens mit der doppelten Disqualifikation rechnete. "Wir müssen akzeptieren, dass die Bodenplatte etwas fragwürdig ist?" fragte Zak Brown gegen Rennende. Als Andrea Stella nickte, hackte Brown nach: "Sehr viel?" Stella nickte eindringlicher. Daraufhin wurden die Gesichter bei der Papaya-Truppe lang, nach dem Zieleinlauf gab es trotz der Podiumsplatzierung keinen Jubel. "Checken sie [den Unterboden, Anm. d. Red.] immer?", fragte Brown noch am Kommandostand. Ein Mitarbeiter machte ihn auf die Netflix-Kameras hinter ihm aufmerksam. Der McLaren-CEO gab im DtS-Interview niemanden die Verantwortung für den Fehler. "Wenn einer verantwortlich ist, dann bin ich es, weil alles auf mich zurückfällt", so Brown.
Folge 8: McLaren dachte, Katar-Strategie war richtig
Die letzte Folge verfolgt die letzten zwei Rennen, angefangen mit McLarens Desaster-Strategie in Katar. Die Hintergrund-Szenen zeigen, dass sich die Papaya-Truppe mit ihrer Entscheidung zuerst sehr sicher war. "Oscar kommt nicht an die Box, oder?" fragte Brown. "Nein, niemand kommt", antwortete Stella. Als dann das gesamte Feld – exklusive Piastri und Norris – abgefertigt war, kamen beim CEO Sorgen auf. Die bestätigten sich: McLaren verlor den sicheren Sieg an Verstappen. "Das hätten wir sein können", regte sich ein Teammitglied in der Garage auf. "Sie haben den Sieg weggeschmissen. Absolut peinlich."
Beim Saisonfinale in Abu Dhabi spielt Netflix den Kontrast zwischen dem tiefenentspannten Verstappen und den zwei angespannten McLaren-Piloten auf. Das Rennen lief in der Doku ohne zusätzliche Erkenntnisse ab. Mit einem emotionalen Rückblick auf Norris' Karriere und einem Ausblick auf 2026 endet "Drive to Survive" Staffel acht.
Jetzt eine Frage an ganz aufmerksame Zuseher: Wie oft war unser F1-Ressortleiter Christian Menath in der 8. Staffel von "Drive to Survive zu sehen? Schreibt eure Vermutung in die Kommentare! Die Auflösung gibt es in unserem WhatsApp-Kanal.



diese Formel 1 Nachricht