Mercedes, Ferrari oder Red Bull – wer hat 2026 den stärksten Motor? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Fans vor dem Formel-1-Saisonstart in Australien. Bei den Tests schoben sich die Teamchefs die Favoritenrolle gegenseitig zu, doch Christian Danner ist überzeugt, dass aktuell eine Mannschaft die Nase vorn hat – und zwar Mercedes.

"Ich glaube nach wie vor, Red Bull ist fantastisch, aber der Mercedes ist noch ein Eck besser", sagt Danner. Bereits beim Shakedown in Barcelona fuhr Mercedes eine Rennsimulation. Über die Testfahrten hinweg (fünf Tage in Barcelona, sechs in Bahrain) spulte Mercedes 6.188 Kilometer ab – so viele wie kein anderes Team.

TeamBarcelonaBahrain IBahrain IIGesamt
Mercedes2.324 km1.526 km2.338 km6.188 km
Haas1.821 km2.111 km2.186 km6.118 km
Ferrari2.044 km2.278 km1.753 km6.076 km
McLaren1.355 km2.284 km2.138 km5.777 km
Racing Bulls1.486 km1.770 km2.203 km5.458 km
Alpine1.621 km1.721 km1.943 km5.285 km
Red Bull1.411 km1.856 km1.781 km5.048 km
Audi1.132 km1.916 km1.932 km4.980 km
Williams0 km2.284 km1.992 km4.275 km
Cadillac764 km1.732 km1.434 km3.930 km
Aston Martin303 km1.115 km693 km2.110 km

In den Qualifying-Simulationen fehlten Kimi Antonelli zwar acht Zehntelsekunden auf Charles Leclerc, doch Mercedes könnte sich mit der Leistung zurückgehalten haben. "Ich glaube nicht, dass es so krass ist wie damals [2014; Anm. der Red.]. Aber ich glaube schon, dass Mercedes das beste Paket zur Verfügung hat. Durch Sandbagging haben sie wenig gezeigt", so Danner.

F1 2026 Ausblick: Mercedes nicht überlegen - wer ist dran? (49:05 Min.)

Mercedes soll es mit einem Trick gelungen sein, das Verdichtungsverhältnis auf circa 16:3,1 im laufenden Betrieb zu erhöhen. Laut Reglement ist ein Verhältnis von 16:1 vorgeschrieben, das Mercedes im kalten Zustand erreicht. Doch ab 1. Juni wird das Verdichtungsverhältnis bei kalten und warmen Temperaturen gemessen. Unklar ist, welche Auswirkungen das auf die Mercedes-Performance haben wird. "Trotz alledem sehe ich Russell und Mercedes in einer Position, in die du erstmal kommen musst", so Danner.

Danner von Red-Bull-Zuverlässigkeit nicht überrascht

Bleibt die Frage nach dem neuen Red-Bull-Aggregat. Während der Testfahrten gab es aus allen Ecken des Fahrerlagers Lob für die erste hauseigene Power Unit. Mit Red Bull und den Racing Bulls zusammengenommen legte die neue Power Unit DM01 über 10.000 km zurück. "Dass das Ding jetzt geht, freut mich sehr. Aber es war eine absehbare positive Überraschung", meinte Danner und spielte auf die Führungspositionen bei Red Bull Powertrains an.

"Die Leute, die dort in Führungspositionen sind, sind alles Mercedes-Leute, die von der Mercedes-Motorenabteilung nach Milton Keynes übergesiedelt sind. Das war ein unglaublich solides Fundament", so Danner. Unter den Wechselnden war auch beispielsweise Ben Hodgkinson, der 2022 zu den Bullen stieß und davor knapp 20 Jahre für Mercedes arbeitete. Dazu kamen weitere hochrangige Mercedes-Ingenieure.

Die Formel 1 diskutiert auch über eine Erhöhung der Anzahl der Sprintrennen. Mehr darüber lest ihr im folgenden Artikel.