Immer wieder wechselten die Positionen, auf Überraschungsangriffe folgten spektakuläre Bremsmanöver: George Russell und Kimi Antonelli schenkten sich in den ersten 30 Runden des Kanada GP absolut nichts. Trotz des teaminternen Nervenkrimis ließ Mercedes seine Piloten frei fahren - zu Recht, wie Formel 1-Experte Christian Danner findet.
"Zu diesem Zeitpunkt in der Saison bleibt dem Team gar nichts anderes übrig. Man kann da jetzt nicht eingreifen", erklärte Christian Danner im AvD Motorsport-Magazin. Schließlich hätte die Situation in Montréal auch anders ausgehen können: Als nach 30 der 68 Runden Russells Mercedes streikte, lag der Brite in Führung. Hätte er diesen Sieg ins Ziel gebracht, läge Antonelli in der Weltmeisterschaft lediglich elf Punkte voraus.
So aber musste Russell einen neuerlichen, bitteren Rückschlag im Mercedes-Generationenduell hinnehmen. Für Danner ist allerdings klar, dass der Brite zurückschlagen wird. Er schließt nicht aus, dass dabei bald der eine oder andere Giftpfeil in Richtung des 19-jährigen Teamkollegen fliegen wird: "Russell weiß, was er macht und was er will. Er gibt nicht auf und hat sicher noch Giftpfeile im Köcher. Wenn man zurückblickt, dann hat er diese auch schon gegen Max Verstappen sehr dezidiert und mit Vehemenz eingesetzt."
Danner warnt: Russell weiß, was er will
Doch George Russell musste einen neuerlichen Rückschlag im Mercedes-Generationenduell hinnehmen. Für Danner ist allerdings klar, dass Russell zurückschlagen wird und schließt nicht aus, dass dabei der eine oder andere Giftpfeil in Richtung des 19-Jährigen fliegen wird. "Russell weiß, was er macht und was er will. Er gibt nicht auf und hat sicher noch Giftpfeile im Köcher. Wenn man zurückblickt, dann er hat er diese auch schon gegen Verstappen sehr dezidiert und mit Vehemenz eingesetzt", analysiert Danner.
In Kanada fiel Kimi Antonelli jedoch mit einem emotionalen Ausbruch am Boxenfunk auf. Nach einem aggressiven Konter von Russell forderte der Mercedes-Youngster vehement eine Strafe für seinen Teamkollegen. Teamchef Toto Wolff wies den Youngster noch im Cockpit in die Schranken. Danner gibt ihm recht und betont, dass Emotionen den Fahrer nur von der Leistung ablenken: "Emotionen sind manchmal wichtig. Doch anstatt wie ein Rohrspatz im Auto zu fluchen und zu schimpfen, sollte man die Energie lieber darauf verwenden, schneller zu fahren. Das hat Toto Kimi auch auf die 12 zugesagt, und ich bin überzeugt, er wird sich das hinter die Ohren schreiben."
A Star is born, aber mit zu viel Risiko?
Ob Antonelli in puncto Aggressivität auch einen Schritt zurückrudert, bleibt abzuwarten. In Kanada bot er seinem erfahreneren Mercedes-Teamkollegen zwar erfolgreich die Stirn, sorgte dabei aber für einige haarige Szenen. Das führte sogar zu einer kurzen Ermahnung von der Boxenmauer, dass man es vorsichtiger angehen möge. "So großartig Kimi auch gefahren ist: Da waren schon ein paar Momente dabei, wo er unfassbar viel Glück hatte, dass er nicht seinen Teamkollegen abgeräumt oder sich selbst in die Wand geschossen hat", analysiert Danner.
Trotz seiner 19 Jahre hätte er den Italiener im Wheel-to-Wheel-Kampf etwas abgeklärter erwartet. Danner geht davon aus, dass das auch teamintern besprochen wird. "Ich denke, dass sich die Gespräche mit Bono [Peter Bonington; Anm. d. Red.] und Toto vorwiegend um seine Herangehensweise im Rennen handeln werden. Er hat in mancher Situation die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und schlichtweg Riesenschwein gehabt", sagt Danner und fügt hinzu: "Ich hoffe, es geht weiterhin gut für Kimi aus, denn wir erleben hier gerade 'A star is born'."
Die Motoränderungen für 2027 sind noch nicht abgesegnet. Mercedes und Red Bull sind dafür, aber ob die anderen Hersteller mitziehen, ist fraglich.



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