Der große Pechvogel des Formel-1-Rennens in Kanada heißt George Russell. In Runde 30 führte er in Montreal, nachdem er sich in einem harten Duell gegen Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli bis dahin behauptet hatte. Doch dann schlug plötzlich der Motor zu und gab direkt vor Kurve 8 seinen Geist auf.
Anstatt möglicherweise Punkte im Titelkampf aufzuholen, wurde George Russell im WM-Rennen weit zurückgeschleudert. Nicht nur aufgrund seines Ausfalls, sondern auch weil Kimi Antonelli anschließend im überlegenen Mercedes konkurrenzlos zum Sieg rollen konnte. Minus 25 Punkte anstatt plus sieben aus der Sicht des WM-Zweiten.
George Russell: Antonelli hat die Formel-1-WM in der Hand
Insgesamt liegt Russell damit bereits 43 Punkte zurück und sieht alle Trümpfe auf der Seite von Kimi Antonelli: "Er hat die Meisterschaft jetzt in der Hand, denn er ist so viele Punkte vorne."
Bitter ist der Ausfall für Russell vor allem auch deshalb, da es nicht das erste Mal in diesem Jahr ist, dass er Pech hatte. Schon in China hatte er durch einen Defekt im Qualifying einen Rückschlag erlitten, der ihn um eine Chance auf den Rennsieg brachte und in Japan war er durch ein unglückliches Timing des Safety Cars auf dem falschen Fuß erwischt worden. "In drei der letzten fünf Rennen lief etwas wirklich gegen uns. Mir fehlen die Worte", sagte er im Interview bei SkyF1 schwer enttäuscht.
Formel 1 Tabelle: F1 WM Stand 2026
"Die Götter wollen mich nicht in diesem Kampf haben, wenn man sich das so anschaut", gab er angesichts dieser Pechsträhne resigniert zu Protokoll. Dass dazwischen mit Miami auch noch ein Wochenende lag, an dem er ganz ohne Pech, sondern einfach nur aufgrund von schwacher Pace, nicht mit Antonelli mithalten konnte, führt dazu, dass er nun schon seit vier Rennen auf einen Sieg wartet und zuletzt in China auf dem Podium stand, also vor drei Grands Prix. Im überlegenen Mercedes W17 schon ein Alarmsignal.
Mercedes-Fahrer bläst zum Angriff: "Druck ist weg, will jedes Rennen gewinnen"
Mit dem Gedanken, dass Antonelli nun die WM in der Hand habe, will Russell ein neues Mindset einlegen: "Der Druck ist weg. Wir werden da rausgehen und versuchen jedes einzelne Rennen zu gewinnen. Ich habe nichts zu verlieren."
Noch vor diesem Wochenende hatte sich das ganz anders angehört:
Mercedes-Teamchef Toto Wolff stimmte Russell in dessen Analyse zu, dass er bislang im Formel-1-Jahr 2026 besonders viel Pech hatte. Er ist aber überzeugt davon, dass dieser Negativ-Lauf seinem Fahrer nicht zu Kopf steigt: "Wenn es in diesem Paddock einen Typen gibt, den ich auswählen würde, in Bezug auf seine Widerstandsfähigkeit und seine Entschlossenheit, dann ist es George."
"Er hat so viele Rückschläge verkraftet, vom Kart bis in die Nachwuchsformel-Serien und er wird diesen Kampf nicht aufgeben", ist sich Wolff sicher. "Es sind noch 17 Rennen und so viele Punkte sind noch zu vergeben. Es geht darum, das zu verdauen, einmal darüber zu schlafen und [zu wissen], dass es nichts gab, das er heute tun hätte können, außer das was er gezeigt hat. Das ist vielleicht mindestens ein positiver Gedanke."



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