Kimi Antonelli ist der Mann der Stunde. Er jagt von Sieg zu Sieg und führt die Weltmeisterschaft vor dem Grand Prix auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya komfortabel an. Doch Antonellis Weg an die Spitze verlief alles andere als geradlinig. Vor seinem Debüt als Wunderkind tituliert, lernte er in seiner ersten Formel 1-Saison auch die Schattenseiten des Sports kennen.

Als er vor zwölf Monaten nach Spanien reiste, steckte der Youngster in einer mentalen und sportlichen Krise. Die Negativserie nahm in Imola ihren Anfang und fand - mit Ausnahme von Kanada - erst in Baku ihr Ende. Das lag unter anderem an der von Mercedes eingeführten Hinterradaufhängung, die Antonellis aggressivem Fahrstil überhaupt nicht entgegenkam und das Vertrauen in sein Auto sowie in sich selbst schmälerte.

F1-Saison 2025: Als Mensch und Fahrer gereift

Zudem leistete er sich unnötige Fehler - wie in Spielberg, als er Max Verstappen abschoss, oder in Monza, als er im Freien Training seinen W16 im Kiesbett versenkte. Das schürte damals sogar Zweifel, ob Antonelli sein Cockpit bei den Silberpfeilen überhaupt behalten würde. Rückblickend ist er für diese schwierige Zeit sogar dankbar, wie er am Donnerstag in der offiziellen FIA-Pressekonferenz verriet: "So hart diese Phase damals auch war, so dankbar bin ich heute dafür. Sie hat mich wachsen lassen und mir viel über mich selbst beigebracht."

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Abgesehen von seiner persönlichen Reife habe er vor allem wertvolle Erfahrungen gesammelt, die ihm jetzt zugutekommen. "Nach einem Jahr Formel 1 reift man enorm - als Mensch und Fahrer. Man sammelt eigene Erfahrungen und versteht besser, was für einen selbst während eines Rennwochenendes funktioniert und was nicht - sowohl auf als auch abseits der Strecke", erklärt der 19-Jährige.

Antonelli: Fokussiert und bodenständig bleiben

Allein die Tatsache, dass er im Vorjahr viele Strecken nicht kannte und nicht wusste, wie sich die Bedingungen über ein Wochenende hinweg verändern, kostete ihn enorm viel Energie. "Jetzt weiß ich, wie ich das Wochenende strukturieren muss, und kann meine Kräfte sinnvoller einteilen. Dadurch fühle ich mich im Auto frischer und leistungsfähiger." Die Selbstzweifel aus seiner Rookie-Saison hat er hinter sich gelassen.

Stattdessen fragt er sich jetzt: "Wie viel Potenzial steckt noch in mir? Wie weit kann ich mich in kurzer Zeit noch entwickeln? Wie stark kann ich mich noch steigern? Es gibt noch viele offene Fragen, und es wird Zeit brauchen, bis ich darauf Antworten habe", so Antonelli. Nur mit einer Frage will er sich aktuell überhaupt nicht beschäftigen, und zwar der nach seinen Titelchancen 2026.

"Ich bin sehr dankbar für die Chance, die mir gegeben wurde, und für die unglaubliche Arbeit des Teams. Das Auto ist fantastisch. Es ermöglicht uns, um Siege und aktuell sogar um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Es ist eine großartige Situation", sagte Antonelli und fügte hinzu: "Gleichzeitig ist es wichtig, sich davon nicht mitreißen zu lassen. Man muss fokussiert und bodenständig bleiben, sich auf das große Ziel konzentrieren und bei jedem Rennen abliefern."

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