Mit Beginn der Europa-Saison der Formel 1 kommen auch die ersten Auftritte von Test- und Reservefahrern in den Freien Trainings. In Spanien tauschen gleich mehrere Teams ihre Fahrer für diese verpflichtenden Rookie-Trainings durch. Unter den zum Zuschauen Verpflichteten befindet sich auch der WM-Führende Kimi Antonelli.

Nach wie vor verpflichtet das Formel-1-Reglement alle Teams im Verlauf des Jahres zu sogenannten Rookie-Einsätzen. Zweimal pro genanntem Auto, also viermal insgesamt, muss in einem Freitags-Training für 60 Minuten ein Fahrer sitzen, der maximal zwei Grand-Prix-Starts hat und damit vom Reglement als "Young Driver" eingestuft wird.

Üblicherweise tun die Teams das auf Rennstrecken, die ihren Fahrern gut bekannt sind. Barcelona, wo dieses Jahr schon ein einwöchiger Wintertest stattfand, ist da eine gute Wahl, da die meisten Fahrer hier sogar schon die aktuellen Autos gefahren sind. Es ist keine Überraschung, dass am Dienstag schon drei Teams alternative Fahrer für das 1. Freie Training am Freitag nominiert haben.

Mercedes greift wieder auf Ersatzfahrer Frederik Vesti zurück

Prominentester FP1-Zuseher wird in Barcelona Kimi Antonelli sein. Der WM-Führende und Seriensieger muss für die ersten 60 Minuten sein Cockpit an Frederik Vesti übergeben. Der 24-jährige Däne ist seit Jahren Teil des Mercedes-Kaders und stieg im Winter nach dem Abgang von Valtteri Bottas in die Position des ersten Test- und Ersatzfahrers auf.

Fred Vesti in der Mercedes-Garage
Fred Vesti fuhr zuletzt in Mexiko 2025 im 1. Training, Foto: IMAGO / PsnewZ

Vesti kam seit 2023 bereits vier Mal in den Genuss so einer freitäglichen Ausfahrt. 2026 ist es aber das erste Mal in Barcelona. Und natürlich das erste Mal im neuen W17: "Darauf habe ich seit Beginn des Jahres gewartet. Ich werde auch das ganze Wochenende eng mit dem Team zusammenarbeiten."

Vestis Hauptjob ist sonst Simulator-Arbeit in der Mercedes-Basis in Brackley. Nebenbei ist er für Whelen Cadillac in der amerikanischen IMSA-Sportwagenserie der dritte Fahrer bei den längeren Rennen der Serie sowie deren Ersatzpilot. Bei seinen drei Starts stand er 2026 dreimal am Podium.

Colton Herta gibt endlich Formel-1-Debüt bei Cadillac

Thema Cadillac - deren Formel-1-Team setzt im 1. Training auch einen Rookie ein. Während bei Vesti ein Aufstieg in ein F1-Stammcockpit aktuell praktisch ausgeschlossen scheint, sieht das beim Cadillac-Fahrer anders aus. Es ist das lang ersehnte Formel-1-Debüt des US-Amerikaners Colton Herta. Der ehemalige IndyCar-Star träumt seit Jahren von der Formel 1. Eine AlphaTauri-Chance scheiterte einst an fehlenden Superlizenz-Punkten.

Herta ist eng mit den Leuten hinter dem Cadillac-Projekt verbandelt und fährt aktuell Formel 2 (Gesamt-13.) mit dem expliziten Ziel, Erfahrung auf F1-Strecken und mit Pirelli-Reifen zu sammeln, um eventuell dann ein F1-Einsatzcockpit zu bekommen. Dass er dieses Jahr alle vier Young-Driver-Trainings bekommen wird, steht schon fest. In Barcelona sitzt er im Auto von Sergio Perez.

"Ich fühle mich bereit, loszulegen", sagt Herta vor dem Wochenende. "Ich habe Zeit im Simulator in Charlotte verbracht, habe die Strecke gelernt, die Abläufe während der Session, und ich habe auch mit dem Team in Silverstone und an der Strecke während der letzten paar Rennen zusammengearbeitet, damit wir so schnell wie möglich auf Touren kommen."

Schließlich wird noch bei Williams Luke Browning in FP1 das Auto von Alex Albon übernehmen, und zwei Wochen später in Österreich das Auto von Carlos Sainz. Browning ist Williams-Junior und Reservefahrer und fuhr ebenfalls schon vier solcher Trainings. Aktuell bestreitet er außerdem die japanische Super Formula und liegt auf dem achten Gesamtrang, nachdem er im Vorjahr Gesamt-Vierter in der Formel 2 geworden war. Wie bei Vesti sind auch Brownings Chancen auf eine F1-Zukunft jenseits von Freitags-Trainings aktuell nicht existent.

Update: Am Dienstagabend bestätigte mit McLaren auch ein viertes Team einen Freitags-Fahrer. Der letztjährige F2-Meister Leonardo Fornaroli übernimmt den MCL40 von Lando Norris: "Ein sehr besonderer Meilenstein für mich, da es meine erste F1-Session ist. Darauf habe ich lange hingearbeitet, und ich bin sehr dankbar für diese nächste Chance mit McLaren Racing." Fornaroli fuhr in den letzten Wochen bereits mehrere Privattests in alten Autos.

Alle bestätigten FP1-Einsätze von Young Driver in der Formel 1 2026

TeamFahrerFP1 (ersetzt)
McLarenLeonardo FornaroliBarcelona (für Norris)
MercedesFred VestiBarcelona (Antonelli)
Red Bull
Ferrari
WilliamsLuke BrowningBarcelona (Albon)
Luke BrowningÖsterreich (Sainz)
Racing Bulls
Arvid Lindblad(selbst Rookie)
Aston MartinJak CrawfordJapan (Alonso)
Haas
Audi
Alpine
CadillacColton HertaBarcelona (Perez)
Colton HertaTBA
Colton HertaTBA
Colton HertaTBA