Das Team GRT startet beim fünften DTM-Rennwochenende in Oschersleben mit nur einem Lamborghini Temerario GT3, in dem der frühere Champion Mirko Bortolotti den dritten Platz im 1. Training am Freitag belegte. Das zweite Fahrzeug, mit dem Maximilian Paul vor knapp drei Wochen schwer am Norisring verunfallte, wurde offiziell aus der Starterliste gestrichen.
GRT-Teamchef Gottfried Grasser hatte in der Woche nach dem Crash zwar gehofft, den Paul-Lamborghini rechtzeitig reparieren zu können, um mit einem Ersatzfahrer für den verletzten Dresdner fahren zu können, doch daraus wurde nichts. "Wir brauchen ein neues Chassis", sagte Grasser an diesem Freitag zu Motorsport-Magazin.com. Konkret sollen die vorderen Längsträger beschädigt worden sein. Diese sind bei Lamborghini offenbar nicht einzeln erhältlich, sondern nur zusammen mit einem kompletten Chassis.
Keine Strafe für GRT-Lamborghini in Oschersleben
Der DTM-Promoter ADAC hat die Abmeldung des Lamborghini Temerario GT3 mit der Startnummer #19 für Oschersleben bestätigt. Das ist ein wichtiger Fakt, denn: Laut Artikel 13.4 des Sportlichen Reglements verpflichten sich die Teams, mit ihren eingeschriebenen Fahrzeugen an allen Veranstaltungen innerhalb einer Saison teilzunehmen. Kommt ein Bewerber dieser Verpflichtung nicht nach, kann eine Geldstrafe für jeden ausgelassenen Lauf verhängt werden.
Zu alten ITR-Zeiten unter Gerhard Berger betraf dies das damalige Lamborghini-Kundenteam T3 Motorsport, das 2022 mehrere Rennen ausließ und pro fehlendem Auto und Rennen 40.000 Euro Strafe hätte zahlen sollen. Ob das Geld jemals geflossen ist, bleibt ein Geheimnis. Wie hoch derartige Strafen unter der Leitung des ADAC ausfallen, ist öffentlich nicht bekannt.
Im Falle von GRT bleibt der Rennstall aus Österreich von einer Strafe verschont. Auch beim ADAC ist man sich der angespannten Ersatzteile-Versorgung seitens Lamborghini bewusst - und dem Thema selbst intensiv nachgegangen. Angeblich soll Lamborghini derzeit kein passendes Chassis auf Lager haben, das Teams im Falle eines Unfalls mit größeren Folgen erwerben könnten. "Man könnte deshalb von höherer Gewalt sprechen", heißt es aus ADAC-Kreisen bezüglich des Verzichts auf eine Geldstrafe für GRT.
GRT am Nürburgring wieder mit zwei Lamborghini
Nach aktuellen Planungen soll GRT beim nächsten DTM-Rennwochenende am Nürburgring (14.-16. August 2026) aber mit zwei Lamborghini Temerario GT3 ins Starterfeld zurückkehren. Da Paul bis dahin voraussichtlich noch nicht einsatzfähig sein wird, benötigt GRT einen Ersatzfahrer.
Zum Werksfahrerkader der Italiener zählen unter anderem Christian Engelhart, Patric Niederhauser oder Franck Perera, die allesamt auf Erfahrung in der DTM zurückblicken. Pauls Genesung schreite unterdessen gut voran, sagte uns sein Vater Maximilian Paul in Oschersleben.
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