Manthey-Porsche hat sich nach der Norisring-Klatsche vor drei Wochen berappelt: Doppel-Spitze beim 1. Freien Training in Oschersleben, wo die DTM an diesem Wochenende ihre zweite Saisonhälfte einläutet. Thomas Preining hat in der Zwischenzeit offenbar wieder Lust an der DTM gefunden sich zum Auftakt die Bestzeit in der Magdeburger Börde gesichert.
Der Österreicher bugsierte seinen Grello-Porsche mit der Bestzeit von 1:22.493 Minuten an die Spitze der Zeitenliste. Preining übernahm fünf Minuten vor dem Ende des 55-minütigen Trainings erstmals die Führung und legte mit dem Ablaufen der Zeit noch einmal nach. Damit war der Ex-DTM-Champion rund eine Zehntelsekunde schneller als im Vorjahr, wo er sich ebenfalls die FP1-Spitzenzeit gesichert hatte.
Oschersleben: Paradestrecke für Porsche
Für den Porsche 911 GT3 R zählt der 3,667 Kilometer lange Kurs mit 14 langsamen und mittelschnellen Kurven zu den Paradestrecken im Rennkalender. Das stellte auch Preinings Teamkollege, der Schweizer Ricardo Feller, unter Beweis: Er kam Preining mit einem schnellen Run in den Schlussminuten gefährlich nahe, bis der Grello-Fahrer am Ende noch einmal nachlegen konnte. Am Ende trennten die beiden Manthey-Porsche auf den Positionen eins und zwei 0,179 Sekunden.
Dahinter belegte Mirko Bortolotti im einzigen GRT-Lamborghini Temerario GT3 den dritten Platz. Der Italiener ist an diesem Wochenende auf sich alleine gestellt, weil die Grasser-Mannschaft auf den Einsatz eines zweiten Autos nach Maximilian Pauls Norisring-Unfall verzichtet hat. In der Vergangenheit kam das Vorgänger-Modell Huracan stets sehr gut zurecht in Oschersleben - gilt das auch für den noch strauchelnden Temerario?
Bortolotti-Ausrufezeichen im einzigen GRT-Lamborghini
Bortolotti setzte mit P3 - 0,251 Sekunden langsamer als Preining - immerhin schon mal ein Ausrufezeichen, wenngleich die Trainings-Zeiten wie gewöhnlich nicht überbewertet werden sollten. Auf den Plätzen vier, fünf und sechs folgte ein Mercedes-AMG-Trio, angeführt von Maro Engel. Der Mercedes-Veteran mischte von Beginn an in der Spitzengruppe mit, während seine Markenkollegen Lucas Auer (P5) und Jules Gounon (P6) erst später angasten.
Bei Winward-Fahrer Gounon hatte das einen sichtbaren Grund: Der Franzose musste die Boxengasse schon nach 7 Minuten mit einem vermuteten Plattfuß hinten rechts ansteuern. Erst 20 Minuten später konnte Gounon auf die Strecke zurückkehren. Mit einem frischen Reifensatz übernahm er zwischenzeitlich sogar die Führung im Zeitentableau. Mit dem Mercedes-AMG GT3 ist in Oschersleben zu rechnen, wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat.
Schubert-BMW beim Heimspiel auf den hinteren Plätzen
Auf den Plätzen sieben bis zehn folgten Ben Dörr (Dörr-McLaren), Luca Engstler (Abt-Lamborghini), Halbzeitmeister Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) und Matteo Cairoli im Emil-Frey-Porsche. Kelvin van der Linde und Marco Wittmann kamen beim Heimspiel ihres Teams Schubert-BMW nicht über die Plätze 14 und 15 hinaus, wobei dem Duo 1,2 Sekunden zur Spitze fehlten. Die Schubert-Mannschaft hatte in der vergangenen Woche einen privaten Test-Tag in Oschersleben absolviert, auch Dörr-McLaren drehte fleißig seine Runden.
Das 2. Freie Training der DTM steigt am heutigen Freitag von 15:35 bis 16:20 Uhr.
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