DTM-Insider haben es schon seit Dezember gewusst, dennoch ist dieser Wechsel ein echter Kracher: Mirko Bortolotti verlässt Abt Sportsline nach nur einem Jahr und kehrt für die Saison 2026 zurück zum Grasser Racing Team (GRT). Sein neuer Teamkollege beim Rennstall aus Österreich wird Maximilian Paul, der im vergangenen Jahr für das Familienteam seines Vaters an den Start ging.

Damit setzt GRT auf ein komplett neues Fahreraufgebot. 2025 brachte die Mannschaft von Teamchef Gottfried Grasser den DTM-Vollzeitdebütanten Jordan Pepper und Luca Engstler an den Start. Der Südafrikaner kämpfte bis zum Saisonfinale in Hockenheim um die Meisterschaft, hat sich über den Winter aber von Lamborghini in Richtung BMW verabschiedet.

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Mirko Bortolotti: Von Abt Sportsline zurück zu GRT

Lambo-Werksfahrer Luca Engstler aus dem Allgäu soll nach unseren Informationen im Gegenzug für Bortolotti zu Abt Sportsline wechseln. Laut Gerüchten wird der Italiener Marco Mapelli sein neuer Teamkollege beim Rennstall aus Kempten. Eine offizielle Bestätigung für diese Gerüchte gibt es noch nicht. Es wäre die große Fahrer-Rochade im DTM-Lager von Lamborghini, von der wir bereits berichtet hatten.

Gründe für Bortolottis Rückkehr zu GRT nannten weder der Italiener noch das Team bei der offiziellen Bekanntgabe am Freitagvormittag. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass die Lamborghini-Verantwortlichen rund um Entwicklungsvorstand/Interims-Motorsportchef Rouven Mohr sich mehr vom ersten gemeinsamen DTM-Jahr mit Abt Sportsline erwartet hatten. Die Äbte als erfolgreichstes Team in der aktuellen Startaufstellung blieben weit hinter den Erwartungen zurück und erlebten die schwächste Saison seit ihrem Serieneinstieg 2000.

Bortolotti, 2024 noch Meister mit SSR-Lamborghini, blieb 2025 ohne einen einzigen Podestplatz und beendete die Saison nur auf dem 14. Gesamtplatz. GRT-Lamborghini mischte hingegen von Beginn an durch Pepper im Titelkampf mit und stellte einmal mehr unter Beweis, dass es zu den erfahrensten und weltbesten Teams im Umgang mit dem Lamborghini Huracan GT3 zählt.

Bortolotti: "Prioritäten mit neuem Auto liegen erst mal woanders"

Das Huracan-Kapitel ist nach elf Jahren nun allerdings beendet. GRT und Abt Sportsline starten 2026 mit dem Temerario GT3 genannten Nachfolger. Das vorerst in kleiner Stückzahl und komplett 'in-house' von Lamborghini Squadra Corse entwickelte Projekt bedeutet eine gänzlich neue Herausforderung. Den Kundenteams bleibt nicht viel Zeit, um sich mit dem Temerario und seinem 4-Liter-V8-Twinturbomotor vertraut zu machen.

"Ich freue mich sehr, wieder bei GRT zu sein und die Herausforderung Temerario GT3 zusammen anzugehen", wurde Bortolotti in einer GRT-Pressemitteilung zitiert. "Gemeinsam haben wir in der Vergangenheit unzählige internationale Erfolge gefeiert und in dieser Kombination auch in der DTM das bis dato beste Ergebnis des Teams erzielt. Daran möchten wir anknüpfen, wissen aber auch, dass die Prioritäten mit dem neuen Auto erst mal woanders liegen werden."

Gab 2022 mit GRT sein Vollzeit-Debüt in der DTM: Mirko Bortolotti, Foto: Lamborghini
Gab 2022 mit GRT sein Vollzeit-Debüt in der DTM: Mirko Bortolotti, Foto: Lamborghini

GRT und Bortolotti: Erfolgs-Duo wiedervereint in DTM

Bortolotti bestritt 2022 seine erste volle DTM-Saison mit GRT und fuhr auf Anhieb zum vierten Platz in der Meisterschaft. Nach seinem Wechsel zu SSR Performance errang der 36-Jährige zunächst die Vize-Meisterschaft und krönte sich 2024 zum Champion - für den Autobauer aus Italien war es der erste Titelgewinn in der deutschen Traditionsserie.

Trotz der zwischenzeitlichen Team-Rivalität drückte GRT-Teamchef Grasser seinem Freund Bortolotti stets die Daumen. Das Erfolgs-Duo arbeitet seit mehr als zehn Jahren immer wieder zusammen und errang zusammen 19 Siege in unterschiedlichen Serien, zuletzt sogar 2025: Bortolotti gewann mit seinen GRT-Teamkollegen Engstler und Pepper das berühmte 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps, das zum Endurance-Rennkalender der GT World Challenge zählt. 2026 spannen Bortolotti und DTM-Teamkollege Paul sowie Lambo-Werksfahrer Franck Perera auf einem GRT-Temerario in der GTWC zusammen.

GRT-Lamborghini in der DTM 2026
Der brandneue Lamborghini Temerario GT3 von GRT, Foto: GRT/SIEGERDESIGNS

GRT-Chef Grasser zu Bortolotti-Rückkehr: "Bereit für Revanche"

Teamchef Grasser, der als Taktik- und Technikfuchs bekannt ist, freut sich auf Bortolottis Heimkehr in der DTM: "Mirko ist ein integraler Bestandteil der Erfolgsgeschichte von Lamborghini und GRT. Wir haben damals in der DTM auf Anhieb um den Titel gekämpft und sind bereit für eine Revanche."

Zu seinen ersten Eindrücken vom neuen Temerario GT3 sagte der Österreicher: "Bei den Testfahrten haben wir einen guten ersten Eindruck bekommen, aber es gibt noch diverse Bereiche, die wir weiter optimieren können. Mit unserem Line-up fühlen wir uns für das bevorstehende Lehrjahr perfekt aufgestellt."

TGI Team Lamborghini by GRT-Teamchef Gottfried Grasser und Mirko Bortolotti
Langjährige Vertraute und Freunde: GRT-Teamchef Gottfried Grasser und Mirko Bortolotti, Foto: Lucas Pripfl / Red Bull Ring

GRT-Rückkehrer Paul: Historische DTM-Leistung

Ex-Champion Bortolotti, der mit vier Siegen und insgesamt 18 Podestplätzen eine bockstarke DTM-Bilanz aufweist, steht dieses Jahr natürlich wieder im Mittelpunkt. Aber auch mit seinem neuen Teamkollegen Maximilian Paul verbindet die GRT-Truppe ein besonderes Verhältnis: Der heute 26-Jährige sorgte in der DTM-Saison 2023 für eine echte Sensation, als er beim ersten Gaststart für GRT im Regen des Nürburgrings zu einem fulminanten Sieg fuhr - dem ersten für Grasser Racing in der DTM.

2024 und 2025 ging der Dresdner in der DTM für das Team seines Vaters an den Start. Für Paul Motorsport ist dieses Kapitel nun allerdings beendet, weil Lamborghini nur vier Temerario GT3 für die DTM bereitgestellt hat - und die sind für GRT sowie Abt Sportsline reserviert. Paul, ein Kumpel von Bortolotti, freut sich deshalb umso mehr, seine verheißungsvolle Karriere in der DTM fortsetzen zu können.

GRT-Lamborghini in der DTM 2026
Der Lamborghini Temerario GT3 ersetzt ab 2026 den Huracan, Foto: GRT/SIEGERDESIGNS

"Ich bin unbeschreiblich dankbar für die Möglichkeit, mit GRT in der DTM und in der GT World Challenge Europe anzutreten", sagt der frischgebackene Lambo-Werksfahrer Paul. "Mit diesem Team und dazu noch an der Seite von Mirko in eine Saison zu gehen, sind für mich die besten Voraussetzungen. Das Vertrauen von Gottfried bedeutet mir sehr viel, wie auch das meiner weiteren Wegbegleiter, ohne die ich heute nicht in dieser fantastischen Position wäre."

Lamborghini-Entwicklungsvorstand Rouven Mohr, der nach dem Abgang von Maurizio Leschiutta erneut interimistisch als Motorsportchef agiert, sagt: "Die Partnerschaft zwischen Lamborghini und dem Grasser Racing Team ist ein Eckpfeiler unserer GT3-Erfolgsgeschichte. Gemeinsam haben wir die Legacy des Huracan GT3 geprägt, von unserem ersten Sieg in Monza im Jahr 2015 über die Siegesserie bei den 24 Stunden von Daytona 2018 und 2019 bis hin zum jüngsten Triumph bei den 24 Stunden von Spa 2025. Nach elf erfolgreichen Jahren war es eine selbstverständliche Entscheidung, GRT weiterhin unser Vertrauen zu schenken."

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