Nach nur einem Jahr ist schon wieder Feierabend: Lamborghini und der bisherige Motorsportchef Maurizio Leschiutta gehen zum Ende der Saison 2025 getrennte Wege. Den vakanten Posten übernimmt einmal mehr interimistisch der deutsche Technik-Vorstand Rouven Mohr, so wie vor eineinhalb Jahren, als Giorgio Sanna seinen Hut nehmen musste. Der italienische Ex-Rennfahrer leitet inzwischen den Kundensport von McLaren.
Lamborghini nannte keine Gründe für den Abschied von Leschiutta, der im Januar dieses Jahres aus der Prototypen-Abteilung von BMW zur Squadra Corse gewechselt war. Dass es sich hier nicht um ein Langzeit-Projekt mit dem 63-Jäjhrigen handeln würde, hatte Motorsport-Magazin.com bereits vor einigen Wochen im Fahrerlager aufgeschnappt - und so sollte es jetzt auch kommen.
Leschiutta bei Lamborghini: LMDh-Aus, Spa-Sieg, neues GT3-Auto
Leschiutta, einst Motoren-Ingenieur von Gerhard Berger in der Formel 1, kam in einer turbulenten Phase zu Lamborghini. Seine Prototypen-Expertise konnte er nur bei den fünf Endurance-Rennen in der IMSA-Meisterschaft einbringen, bevor sich Lamborghini mit seinem LMDh-Boliden zuletzt auch aus der US-Serie verabschiedete. In der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans ging der Lamborghini SC 63 nur 2024 einmalig an den Start.
Grund für das Aus in der Langstrecken-WM: Der Veranstalter ACO hatte gefordert, dass alle Hersteller schon ab 2025 mindestens zwei Autos in der Hypercar-Klasse einschreiben müssen - zu früh für Lamborghini und das Einsatzteam Iron Lynx, das zudem einen Teil der Finanzierung stemmte. Die beiden Parteien trennten sich nicht unbedingt im besten Einvernehmen.
Während Leschiuttas kurzer Amtszeit trieb Lamborghini stattdessen die Entwicklung des neuen Temerario GT3 voran, der ab 2026 den Huracan GT3 ablösen wird. Das Renndebüt des neuen Rennwagens wird beim 12-Stunden-Rennen in Sebring erwartet, den IMSA-Saisonauftakt in Daytona Ende Januar lässt Lamborghini hingegen aus.
Unter Leschiutta gelang Lamborghini dieses Jahr einer der größten Erfolge in der jungen Geschichte der Squadra Corse: der Gewinn des 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps durch das Team GRT aus Österreich. Der ehemalige DTM-Champion Mirko Bortolotti, Luca Engstler und Jordan Pepper (inzwischen zu BMW gewechselt) siegten erstmals beim Klassiker in den belgischen Ardennen.

Wie geht es für Lamborghini in der DTM weiter?
In der DTM - Leschiutta besuchte dieses Jahr nur wenige Rennwochenenden - kämpften Pepper und die GRT-Mannschaft von Gottfried Grasser bis zuletzt um den Titelgewinn. Für das neue Lamborghini-Team Abt Sportsline lief es hingegen katastrophal: Der Traditionsrennstall aus Kempten erlebte mit den Neuzugängen Bortolotti und Nicki Thiim seine schlechteste Saison seit dem DTM-Einstieg anno 2000.
Gerüchte über Wechsel und Abgänge gab es seitdem zuhauf. Wie sich Lamborghini mit seinen Teams 2026 in der DTM tatsächlich aufstellen wird, ist nach unseren Informationen noch nicht final entschieden.



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