Für Thomas Preining (Manthey-Porsche) hätte der Auftakt in die DTM-Saison 2026 am Red Bull Ring kaum besser verlaufen können: Der Österreicher fuhr vor heimischem Publikum zum Sieg im Samstagsrennen und wiederholte seinen Triumph aus dem Jahr 2022. Für den Porsche-Werksfahrer und DTM-Champion von 2023 war es bereits der neunte Rennsieg in der Traditionsserie.

Der von Platz drei gestartete Preining profitierte nicht nur von seinem Talent und dem schnellen Porsche 911 GT3 R Evo, sondern auch von einem Patzer der Konkurrenz. Bei Pole-Setter Maro Engel (Winward-Mercedes) griff während des Boxenstopps die Mutter nicht sofort ins Rad, wodurch sich der Mercedes-Pilot eine vier Sekunden längere Standzeit einhandelte - genug Zeit für Preining, nach seinem Undercut die Führung zu übernehmen und sie bis zum Zieleinlauf nicht mehr herzugeben.

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Thomas Preining: Heute oben, morgen im Nirgendwo

Porsche, Mercedes-AMG und McLaren waren am Samstag sicherlich die stärksten Marken im Reigen der acht Hersteller. Wenig überraschend führte eine weitere BoP-Änderung in der Nacht auf Sonntag das Feld deutlich enger beisammen.

Dennoch überraschend: Bei Preining und seinem neuen Manthey-Teamkollegen Ricardo Feller wollte am zweiten Renntag so überhaupt nichts funktionieren. Preining kam im Sonntags-Qualifying nicht über den 14. Startplatz hinaus, der Schweizer Feller reihte sich auf P16 sogar noch dahinter ein. Im anschließenden Rennen belegten die beiden Manthey-Piloten nur die Plätze zwölf (Feller) und 13 (Preining).

Preining: "Geradeaus sind wir die Opfer"

From Hero to Zero in weniger als 24 Stunden - wie konnte es zu diesem Performance-Abfall des Meuspather Rennstalls kommen, dessen Ingenieure die Setups der Neunelfer nur in Nuancen angepasst hatten? "Es hat einfach nicht 'Klick' gemacht im Qualifying", sagte Preining, der im Sonntagsrennen nach seinem Vortagessieg auch noch mit 20 Kilogramm Erfolgsballast herumrollte. "Und aus dem Mittelfeld startend war klar, dass wir niemanden überholen können und geradeaus die Opfer sind."

Tatsächlich hat der wendige Porsche 911 GT3 R auch mit dem Evo-Paket seine lieben Schwierigkeiten, im dichtgedrängten Verkehr und hinter vorausfahrenden Autos die volle Performance abzurufen. Das war schon letztes Jahr ein großes Thema. Und als 'Topspeed-Monster' ist der Neunelfer ohnehin nicht bekannt, was ihm auf den Geraden und steilen Bergauf-Passagen des Red Bull Rings natürlich nicht in die Karten spielte.

Thomas Preining gewinnt das erste Rennen der Saison 2026
Sieg beim DTM-Heimspiel: Manthey-Pilot Thomas Preining, Foto: IMAGO/Gruppe C Photography

Manthey-Analyse: "Wir waren einfach nicht gut genug"

Bei der hochprofessionell agierenden Manthey-Mannschaft suchte man die Fehler nicht bei der Konkurrenz. "Im Qualifying waren wir einfach nicht gut genug", sagte Rennleiter Patrick Arkenau zu Motorsport-Magazin.com. "Das ist Sport, der ist auch abhängig von der Tagesform, und diesmal haben wir es einfach nicht hinbekommen."

Dass für den Porsche mehr möglich gewesen wäre, stellte ausgerechnet DTM-Rookie Bastian Buus unter Beweis: Der Neuzugang von Land-Motorsport - eine der positiven Überraschungen beim Saisonauftakt - bugsierte seinen Neunelfer auf den sechsten Startplatz und knöpfte dem Manthey-Duo gut drei Zehntelsekunden ab. Im Rennen landete der junge Däne auf dem zehnten Rang - und damit vor Preining und Feller.

Arkenau: Es hat nicht an der Balance of Performance gelegen"

"Bastian Buus hat das sehr gut gemacht", lobte Arkenau den Auftritt des Konkurrenten. "Er hat maximal performt und war sehr nahe am Limit. Das war sicher alles, was ging. Aber dafür war es repräsentativ. Wir müssen analysieren, warum wir diese Leistung nicht abrufen konnten. Es hat aber nicht an der Balance of Performance gelegen."

Der Porsche blieb in der Sonntags-BoP ebenso unverändert wie der Mercedes-AMG GT3 und der McLaren 720 S GT3 von Dörr Motorsport. "Ich glaube, bei den Herstellern lag das Feld innerhalb von zwei Zehnteln", analysierte Arkenau. "Das ist am Ende ja auch das Ziel der BoP. Wenn du dann nicht vorne stehst, machst du auch keine riesigen Sprünge. Ich denke, die BoP hat da ihren Job gemacht. Sie hat über das Wochenende alle Hersteller deutlich zusammengebracht."

Nachdem am Samstag im Qualifying Mercedes, Porsche und McLaren die vorderen sieben Plätze eingenommen hatten, präsentierte sich die Startaufstellung zum Sonntagsrennen bunter: Mit Kelvin van der Linde und Rookie Finn Wiebelhaus standen Fahrer von BMW und Ford in der ersten Reihe - gefolgt von drei Mercedes. Die Affalterbacher gingen als größte Gewinner des Wochenendes hervor und errangen durch Maro Engel und Lucas Auer vier der sechs Podestplätze.

"Ich fand es sehr gut, dass es keine Übersprungshandlung gab", sagte Arkenau. "Ich glaube, es gibt ein, zwei Hersteller, die immer noch einen Vorsprung haben und es immer noch schaffen, sehr gut zu performen. Dann ist das das, was herauskommt."

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