Noch am Donnerstag versuchte das Ferrari-Duo, die Favoritenrolle auf dem engen und kurvenreichen Hungaroring von sich zu weisen - und stattdessen auf die Formel 1-Konkurrenz zu schieben. "Mercedes gilt es zu schlagen", stellte Lewis Hamilton klar. Doch in den Freitagssessions fuhr die Scuderia in ihrer eigenen Liga. Im ersten Freien Training riss Charles Leclerc fast eine halbe Sekunde Vorsprung auf den Zweitplatzierten Max Verstappen auf.
Im FP2 war Ferrari abermals knapp eine halbe Sekunde schneller als die direkte Konkurrenz - dieses Mal in Person von Lando Norris. Am Ende sicherte sich Hamilton in der zweiten Session die Tagesbestzeit, dicht gefolgt von seinem Teamkollegen. Trotz der deutlichen Überlegenheit macht Ferrari-Teamchef Fred Vasseur deutlich: "Wir wollen nicht die Schnellsten am Freitag sein, sondern wir wollen die Schnellsten am Sonntag sein. Heute lief es ziemlich gut, die Balance des Autos hat gepasst. Aber bis zum Qualifying ist es noch ein weiter Weg. Das bedeutet, dass wir weiter am Feintuning arbeiten müssen, um überall noch mehr Performance herauszuholen und morgen einen noch besseren Job zu machen als heute."
Ferrari-Updates funktionieren - folgt der dritte Saisonsieg?
Berechtigte Hoffnungen auf den dritten Saisonsieg darf sich Ferrari im letzten Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause dennoch machen. Die Streckencharakteristik des Hungarorings kommt der Ferrari-Stärke in den Kurven entgegen. Zusätzlich funktionieren die mitgebrachten Updates. Das freut auch Vasseur, der weiß, wie wichtig ein Erfolg für die Teammoral vor der Pause ist: "Sicher ist das letzte Rennen vor der Sommerpause ein wichtiges, weil man dieses Ergebnis drei oder vier Wochen lang im Kopf behält. Aber auf der anderen Seite holt man in Budapest nicht mehr Punkte als in Silverstone oder Spa. Daher müssen wir versuchen, alle Rennen mit der gleichen Einstellung anzugehen - das ist wichtig."
Markus hat sich den wilden Aufbau am Ferrari-Heckflügel genauer angesehen. Mehr dazu in diesem Artikel:
Wenn einer weiß, wie man in Ungarn siegt, dann Lewis Hamilton, nachdem Kurve zwei auf dem Hungaroring benannt wird. Während der achtmalige Ungarn-Sieger in der ersten Session noch die Fahrverhalten seines SF-26 bemängelte, wirkte er am Nachmittag deutlich zufriedener. Dennoch sieht der Brite Optimierungspotenzial: "Wir haben in den beiden Sessions gute Fortschritte gemacht, trotzdem gibt es noch einige Bereiche, in denen wir uns verbessern müssen. Wir werden über Nacht alle Daten analysieren, weiter an der Fahrzeug-Balance arbeiten und hoffentlich für morgen noch etwas mehr Performance finden."
Schrecksekunde bei Leclerc, Vasseur hüllt sich in Schweigen
Auch Charles Leclerc warnt davor, sich auf den Trainingsergebnissen auszuruhen. Der Monegasse geht nicht davon aus, dass die Abstände zur Konkurrenz im Qualifying ähnlich groß ausfallen werden. "Es wird eng zugehen, so wie immer. Wir haben gesehen, dass Teams von Freitag auf Samstag oft noch einen großen Performance-Sprung hinlegen. Normalerweise sind wir am Freitag weiter hinten, und auch wenn es schön ist, schon jetzt vorne zu stehen, müssen wir trotzdem hart weiterarbeiten."
Trotz seiner Bestzeit im FP1 erlebte Leclerc zudem eine Schrecksekunde. Als er in Kurve 13 einlenkt, macht sein Ferrari plötzlich ein komisches Geräusch und der Motor schaltet sich ab. Die Geräuschkulisse deutete stark auf ein Problem im Bereich des Getriebes hin. "Irgendetwas ist kaputtgegangen“, meldete er am Funk. Mit genügend Schwung kam er noch durch die Boxengasseneinfahrt und stellte seinen Wagen vor der FIA-Waage ab. Vasseur wiegelte nach der Session jedoch ab: "Es gab ein kleines Problem, nichts Spezielles." Auf Nachfrage zur genauen Ursache hielt sich der Franzose bedeckt: "Ich kann dazu nichts sagen."



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