Zum Glück hatten die tausenden italienischen Formel-1-Fans an diesem Wochenende mehr als nur die zwei Ferrari, die sie anfeuern konnten. Kimi Antonelli verewigt sich mit einem unglaublichen Sieg in Monza in der Geschichte der Königsklasse und dominiert das Fahrer-Ranking. Die Ferrari-Noten fallen tief.

Bester Formel-1-Fahrer in Monza: So gut war der Antonelli-Sieg

Zum dritten Mal in der Saison 2026 schafft Antonelli in Monza den Ranking-Sieg. Und eines steht fest: Wenn Antonelli der beste Fahrer an einem Wochenende ist, dann ist er das mit Stil. Erst die spektakuläre Vorstellung in Monaco, dann der Wahnsinn von Monza. Beide Male erhält er nur Sehr Gut aus der Redaktion, und die Gesamt-Note landet bei 1,10. Antonelli ist der erste Fahrer, der 2026 die 1,10er-Marke zum zweiten Mal erreicht hat.

Auf diesem Niveau kann in Monza niemand mithalten. Pierre Gasly zehrt von seiner Sensations-Pole und ist der zweite und letzte Fahrer mit der glatten Redaktions-Eins. Mit Gesamt-Schnitt von 1,38 rückt er aber schon merklich von Antonelli ab. Max Verstappens Leistung steht unter den Redakteuren etwas überraschend in Zweifel: Nur ein Sehr Gut, das wirft ihn auf Ranking-P3 zurück, dem Kampf mit den übermächtigen Mercedes zum Trotz.

Vielleicht eine Strafe für die komische Quali-Nummer mit George Russell? Ach, Russell, der fuhr auch mit. Einen Ranking-Trostpunkt bekommt er für eine Note von 2,75. Eine absolut durchschnittliche Vorstellung des WM-Zweiten, die weder bei den Redakteuren noch bei den Lesern auf irgendeine Art positiv oder negativ zur Kenntnis genommen wird.

FahrerNote
1Antonelli1,10stellt eigenen Bestwert von Monaco ein
2Gasly1,38bestes Rennen seit Japan (1,33)
3Verstappen1,65nur 1 Sehr Gut der Redaktion

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Monza: Charles Leclerc vollendet Crash-Werk

Der anonyme Russell ist immer noch besser als 12 andere Fahrer. Ferrari kommt nicht gut weg. Lewis Hamilton wird schon sowohl von Redaktion als auch von Lesern ermahnt: 3,14 reicht nur noch zu einem 13. Platz, sein zweites Rennen über einem Dreier-Schnitt dieses Jahr. Seit Barcelona stockt es. Aber wenigstens ist er nicht Charles Leclerc.

Die erste Kurve gegen Hamilton? Der Crash in der Parabolica? Es summiert sich bei 4,78. Letzter Platz. Zum zweiten Mal in diesem Jahr. Leclerc ist aktuell auf Kurs zu seiner schlechtesten Jahresleistung. Zum ersten Mal seit 2020 landet er an mehr als einem Wochenende auf dem letzten Platz. Der wie üblich schwache Lance Stroll liegt noch deutlich vor ihm. Liam Lawsons zweiter Red-Bull-Einsatz endet enttäuschend. Schwache Leistung, auch noch fast Nico Hülkenberg von der Strecke gedrängt. "Er drückt einen gern raus", kommentierte Hülkenberg das bloß.

FahrerNote
20Lawson3,94schlechteste Note seit Miami (4,11)
21Stroll4,276 der letzten 12 Rennen über 4
22Leclerc4,78schlechteste Note seit Steiermark 2020 (5,77, Rekord)

Härtefälle in Monza: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Pierre Gasly
Nach dem Rennen wird man sich wohl an seine Pole Position nicht besonders lange erinnern, aber das war ein magischer Moment. Dabei darf nicht vergessen werden, dass er auch im Rennen das Maximum herausgeholt hat. Mehr war für Alpine schlicht nicht drinnen. Im Konzert der großen hat er sich nicht verzettelt und die Reifen - oder noch mehr - kaputtgemacht. Das war ein tolles Wochenende von Gasly.

Christian Menaths negativer Härtefall: Charles Leclerc
Der Zwischenfall am Start mit Lewis Hamilton geht klar auf die Kappe von Charles Leclerc. Während Hamilton hart aber fair in Kurve 1 reingehalten hat, war die Aktion von Leclerc in Kurve 2 nicht mehr wirklich fair. Gegen einen Nicht-Teamkollegen wäre es schon mehr als grenzwertig gewesen. Das darf nicht passieren. Der Unfall eine Runde später natürlich auch nicht.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Kimi Antonelli
Eigentlich könnte ich mir diesen Absatz auch einfach sparen. Jeder, der am Sonntag das Rennen gesehen hat, weiß, warum Kimi Antonelli der positive Härtefall ist. Was kann ich da schon hinzufügen? Klar, einzelne Umstände haben geholfen. Mit nichts fallen in der aktuellen Regelgeneration Überholmanöver leichter als mit einem Mercedes (und einem Mercedes-Motor) in Monza, aber das erklärt immer noch nicht die volle Tragweite dieser Giganten-Aufholjagd. Und es erklärt nicht, wie er es geschafft hat mit einer Strategie, die eigentlich laut Simulationen die schlechtere war, seinen Teamkollegen zu besiegen. Jenen Teamkollegen, der aus Reihe 1 gestartet ist und den Antonelli trotzdem in Runde 14 schon eingeholt hatte. Nein, ich will da nichts relativieren... Die Motorsport-Nation Italien ist wieder ein Königreich und der Monarch trägt den Namen Kimi.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Franco Colapinto
Franco Colapinto hatte an diesem Wochenende die goldene Gelegenheit, seine Vertragsverlängerung auch über das Scheckheft seiner Sponsoren hinaus zu rechtfertigen. Getan hat er es nicht. P9 liest sich nicht so schlecht, die Platzierung ist aber sehr schmeichelhaft bei einem GP, in dem sein Bolide polefähig war und näher an den Spitzenautos dran war als am restlichen Mittelfeld (man siehe Pierre Gasly). Seine Leistung dabei: Vier Zehntel Rückstand auf eine Runde und nach einem schweren Fehler in der Frühphase des Rennens 20 Sekunden Rückstand auf Gasly - gleichbedeutend mit ein paar verschenkten Punkten gegenüber dem größten Konkurrenten in der Konstrukteurs-WM.

Antonelli düpiert Russell: Historischer Heimsieg von P19! Ist die WM entschieden? (09:17 Min.)

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Oliver Bearman
Die Kollegen mögen mich anzweifeln, aber ich fand Oliver Bearman an diesem Wochenende sehr gut. Im Qualifying arbeitete er sehr gut mit dem Windschatten und stellte den schwachen Haas mit dem schwachen Ferrari-Motor (ja, so viel machte das Update relativ zu Ocon mit dem alten Motor nicht aus!) auf P12. Nach einem starken Start klammerte er sich so lange, wie es mit dem Auto eben möglich war, an die Punkteränge. Das Endresultat reflektiert die Gesamtleistung nicht.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: George Russell
Mag jetzt etwas kurios erscheinen, wo ich ihn doch noch sogar besser benotet habe als die Mehrheit. Aber was mir an Russell an diesem Wochenende negativ aufgefallen ist, war, dass er eben nicht einmal ansatzweise negativ gestimmt schien. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen war er aufsummiert gut, aber zwei Zehntel langsamer als Antonelli. Sich dann hinzustellen und sich zufrieden zu geben, zu sagen, dass es besser ist als vor der Sommerpause, riecht stark nach Defätismus. So sollte kein Fahrer mit WM-Ambitionen auf ein lediglich "gutes" Wochenende reagieren.

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Monza

FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Antonelli111
2Russell332
3Verstappen122
4Norris222
5Piastri222
6Hamilton333
7Gasly111
8Lindblad222
9Colapinto344
10Tsunoda444
11Bortoleto232
12Hülkenberg333
13Sainz222
14Lawson444
15Bearman321
16Ocon444
17Albon333
18Perez343
19Bottas333
20Stroll444
21Alonso232
22Leclerc555
Rennen111

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Monza?

Die Überhol-Festspiele von Monza sorgten am Sonntag für beste Stimmung unter den Formel-1-Fans, und selbst die miesepetrigen Redakteure fanden Gefallen an der vielen Action, egal, wie sehr sie vom Energie-Management abhängig gewesen war. Raus kommt das viertbeste Rennen, seit Motorsport-Magazin.com 2021 Renn-Noten erhebt. Nur die zwei Silverstone-Klassiker 2024 und 2022 sowie Verstappen vs. Hamilton im Nieselregen von Imola 2021 schnitten besser ab.

  • Lesernote Rennen: 1,6
  • MSM-Note Rennen: 1
  • Gesamtnote Rennen: 1,3

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

Leclerc wirft der nächste Verhau tiefer zurück in die Problemzone bei den Durchschnittswerten, zu seinen Problem-Freunden Russell und Oscar Piastri. Antonelli setzt sich vorn indessen wieder weiter von seinen Verfolgern Lando Norris und Max Verstappen ab.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.