Nach der Sensations-Pole am Samstag kehrte am Sonntag beim Großen Preis von Italien wieder die Formel 1-Realität für Alpine ein. Mit 27,351 Sekunden Rückstand auf Sieger Kimi Antonelli, der in Monza nach einer Gridstrafe von Startplatz 19 ins Rennen gegangen war, überquerte Pierre Gasly die Ziellinie als Siebter.
"Über Platz sieben im Endergebnis bin ich sicher nicht enttäuscht. Natürlich wünscht man sich immer noch etwas mehr, aber wir nehmen das Positive mit und bauen darauf auf", betonte Pierre Gasly. Am Start konnte er seine Führungsposition zunächst gegen den heranstürmenden George Russell verteidigen. Nach einer Führungsrunde – seine insgesamt 26. - musste er den Mercedes-Piloten auf der Start-Ziel-Geraden jedoch ziehen lassen – und auch Charles Leclerc quetschte sich in Turn 1 vorbei.
Doch Gasly konterte postwendend und ging außen in der Curva Grande wieder am Ferrari vorbei. Kurz darauf schlug Leclerc in der Parabolica schwer in die Reifenstapel ein, was zu einer roten Flagge führte. Gasly nutzte den Rennabbruch für den Reifenwechsel und nahm den zweiten Start auf der harten Mischung in Angriff. Während er seine Position an der Spitze der Verfolger verteidigte, zog sein Alpine-Teamkollege Franco Colapinto an Max Verstappen vorbei.
Somit lagen für einen kurzen Moment zwei Alpine-Boliden auf den Plätzen zwei und drei – sehr zur Freude von Alpine-Berater Flavio Briatore. "Die Updates, die wir in den letzten Rennen am Auto angebracht haben, haben uns in eine wettbewerbsfähigere Position gebracht, um auf der Strecke mitzukämpfen. Wir haben realistisch eingeschätzt, was heute machbar war, und am Ende war das Ergebnis ein faires Bild unserer Pace über die Grand-Prix-Distanz. Beide Fahrer haben das gesamte Wochenende über einen fantastischen Job gemacht", bilanzierte Briatore zufrieden.
Den kompletten Rennbericht zum Italien GP gibt es hier zum Nachlesen:
Franco Colapinto mit Patzer im Italien GP
Allerdings leistete sich Franco Colapinto im Duell mit Verstappen einen schweren Patzer: Er verlor in der ersten Lesmo-Kurve die Kontrolle über seinen A526 und rodelte spektakulär durch das Kiesbett. Dadurch wurde er bis auf den 16. Rang durchgereicht. "Ich lag dicht hinter Max, als mir vor Kurve 6 das Heck extrem ausgebrochen ist und ich weit ins Kiesbett geraten bin. Zum Glück haben wir die Barriere vermieden, aber das Fahrverhalten des Autos fühlte sich danach anders an, sodass wir uns wahrscheinlich den Unterboden beschädigt haben", erklärte Colapinto im Anschluss.
Trotz seiner starken Aufholjagd zurück auf den neunten Platz im Endklassement überwog bei ihm zunächst der Frust: "Im Moment bin ich von mir selbst enttäuscht, aber wenn ich nach etwas Zeit zum Nachdenken darauf zurückblicke, kann ich es hoffentlich als eine gute Aufholjagd sehen."
Innerhalb einer F1-Saison: Von P16 auf P7
Gasly beendete seinen Arbeitstag auf Platz sieben und ordnete die Kräfteverhältnisse realistisch ein: "Wir müssen ehrlich sein: Vor dem Rennen wussten wir, dass es von der Pace her extrem schwierig werden würde, da vorne zu bleiben und mit den Top-Teams mitzukämpfen." Statt mit dem Rückfall im Rennen zu hadern, richtete der Franzose den Blick auf die Fortschritte bei Alpine.
"Wir haben beim ersten Start die Führung behauptet und auch der zweite Start war toll. Wir haben uns gut duelliert und sind in den ersten zehn Runden im richtigen Zug geblieben. Es gab Duelle mit Lando [Norris], der die letzten zwei Rennen gewonnen hat. Wenn man bedenkt, woher wir kommen, ist das extrem positiv." Die Entwicklung bei Alpine ist unverkennbar: Noch vor einem Jahr beendete Gasly den Italien GP auf Platz 16 mit einer Runde Rückstand.
Während man bei Alpine feierte, machte sich bei Ferrari Ernüchterung breit. Lewis Hamiltons Rennen in Monza blieb unter den eigenen Erwartungen. Mehr dazu in diesem Artikel:



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