Ferrari hätte sich nach dem Start von den Positionen drei und vier wohl ein anderes Ergebnis beim Formel-1-Heimrennen in Italien vorgestellt. Charles Leclerc verlor schon in Runde zwei in der Parabolica die Kontrolle über seinen Ferrari. Lewis Hamilton wurde von seinem Teamkollegen in Kurve zwei in den Kies gedrängt und fiel in der Folge auf Position zehn zurück.
Mehr als Platz sechs war in der Folge nicht drin. Auch McLaren konnte Lewis Hamilton nicht halten. Mit acht Punkten verliert der Brite damit deutlich an Boden auf Rennsieger und WM-Leader Kimi Antonelli. "Das war eine der härteren Pillen, die wir heute schlucken mussten", sagt Hamilton.
Hamilton wird von Leclerc abgedrängt: "Müssen eine Entscheidung treffen"
Dabei war Hamilton in Kurve eins nach dem Start innen schon an Charles Leclerc vorbei. Der bremste sich in Kurve zwei wieder vor Hamilton und ließ sich weit nach außen tragen. Hamilton blieb nur der Kies als Ausweichmöglichkeit. Charles Leclerc scheint das allerdings aus seinem Cockpit anders gesehen zu haben.
"Wir sind beide zu weit gegangen. Lewis in Kurve eins. In Kurve zwei habe ich dann versucht, die Kurve so eng wie möglich zu fahren, aber das war einfach nicht genug", so Leclerc. Hamilton fiel durch die Szene zwischenzeitlich aus den Top-10. Fest steht: Aus Weltmeisterschafts-Sicht war das alles andere als optimal. Genauso wie Ferraris Funk-Diskussionen es schon in Zandvoort waren.
Auf die Frage nach der Szene wirkt Hamilton hingegen resigniert. "Es ist jetzt zu spät, darüber zu diskutieren", verweist der Rekordweltmeister. Und auch auf die Frage nach der Weltmeisterschaft und möglichen Teamorders ist der Brite eher frustriert. "Ich habe heute viele Punkte auf die Leute vor mir verloren. Wir werden die ganze Saison weiter pushen."
Fahrer-WM-Stand der Formel 1 nach dem Italien GP
| Platz | Fahrer | Punkte | Rückstand |
|---|---|---|---|
| 1 | Kimi Antonelli | 267 | / |
| 2 | George Russell | 201 | 66 |
| 3 | Lewis Hamilton | 191 | 76 |
Anders sieht es allerdings sein Teamchef Frederic Vasseur. Der Franzose scheint erstmals öffentlich über eine Priorisierung Hamiltons nachzudenken. "Das Ergebnis dieser Szene war nicht gut für das Team. Ab einem gewissen Punkt müssen wir eine Entscheidung treffen. Aber vor Monza war das für uns zu früh."
Hamilton hadert mit Reifenwahl: Wäre der harte Reifen besser gewesen?
Hamilton nahm das Rennen nach dem Neustart wieder von Platz acht auf und arbeitete sich schon in den ersten Runden wieder auf Platz vier vor. Das Problem: Weil Hamilton so weit zurückgerutscht war, ließ ihn Ferrari auf Medium-Reifen starten, um Plätze gutzumachen. Das rächte sich am Ende des Rennens, als die Fahrer auf harten Reifen eine deutlich bessere Pace hatten.
"Wir hätten vermutlich auf harten Reifen starten sollen", resümiert Hamilton. "Aber wir waren auch weiter hinten, als wir hätten sein sollen, und mussten deswegen Autos überholen. Am Ende sind mir dann die Reifen ausgegangen."
Auf harten Reifen wäre Überholen für Hamilton vermutlich deutlich schwerer geworden. Denn trotz Motoren-Update hatte Ferrari in Monza einen deutlichen Höchstgeschwindigkeits-Rückstand auf den Geraden. "Wir waren dort einfach gefundenes Fressen", sagt Hamilton.
"Die Rennpace an sich war vermutlich okay. Das Problem war die Höchstgeschwindigkeit. Wir konnten weder angreifen noch uns verteidigen", sagt auch Frederic Vasseur. Das war auch im Zweikampf mit Oscar Piastri zu sehen. Über Runden duellierte sich Hamilton mit dem Australier.
Doch selbst als Hamiltons Medium-Reifen noch einen Vorteil hatten, konnte sich der Ferrari nie vom McLaren lösen. Der blieb auf den Geraden immer wieder dran. Als der Reifenvorteil schwand, ging Piastri wieder vorbei und löste sich. Selbst der weiter hinten fahrende Norris arbeitete sich auf den harten Reifen wieder an den Ferrari heran und ließ ihn hinter sich. "Ich habe auf mehr gehofft und alles gegeben."
In der Fahrer-Weltmeisterschaft liegt Hamilton jetzt auf Platz drei, 76 Punkte hinter Kimi Antonelli. Die Weltmeisterschafts-Chancen schwinden damit weiter.
Italien konnte trotzdem noch feiern: Kimi Antonelli gewann seinen Heim-Grand-Prix in Monza von Platz 19! Die Reaktionen dazu sowie alle anderen Stimmen gibt es in unserem Liveticker:



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