Kimi Antonelli schafft in einem wilden Monza-Rennen die Sensation und gewinnt erstmals sein Heimrennen! George Russell wird in bei Überholfestspielen gebrochen, während Ferrari einen echten Horror-GP erlebt, inklusive eines Disputs zwischen beiden Fahrern und eines heftigen Crashs von Charles Leclerc nach nur zwei Runden.

Der Sieger: Antonelli behielt bei den zwei Starts nach dem frühen Abbruch für den Leclerc-Crash kühlen Kopf und pflügte durch das Feld. In Runde 18 übernahm er erstmals die Führung von Russell, der aber eine andere Strategie fuhr. Sein Wechsel auf Hard unter der roten Flagge und ein Durchfahren ging jedoch nicht auf. Antonelli wechselte bei einem späten VSC erneut die Reifen, holte die dadurch verlorenen zehn Sekunden wieder auf und setzte in Runde 50 von 53 das siegbringende Manöver.

Das restliche Ergebnis: Russell hatte hintenraus einfach nicht mehr genügend Saft in den Reifen. 3,857 Sekunden hinter Antonelli wurde er Zweiter. Max Verstappen hatte zu Rennbeginn erst munter mit den Mercedes gekämpft, letztendlich aber etwas abreißen lassen. Er schaffte mit zehn Sekunden Rückstand dennoch einen respektablen dritten Platz.

Lando Norris, Oscar Piastri und Lewis Hamilton kämpften dahinter fast das ganze Rennen lang untereinander. Polesitter Pierre Gasly hatte nie ganz mithalten können und musste sich mit P7 zufriedengeben. Arvid Lindblad, Franco Colapinto und Yuki Tsunoda schafften noch es in die Punkte.

Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Monza

  • Antonelli fährt Sensations-Comeback zum Sieg
  • Strategie-Poker bei Russell geht nicht auf
  • Leclerc & Hamilton geraten schon nach zwei Kurven aneinander
  • Heftiger Leclerc-Crash in der zweiten Runde
  • Wilde erste Rennhälfte mit vielen Überholmanövern
  • Gasly-Rennpace reicht nicht für Spitzenkampf
  • Racing Bulls & Alpine im Mittelfeld Audi überlegen

Formel 1 - WM-Stand 2026: Antonelli-Vorsprung wächst und wächst

Die WM-Tabelle: Mit dem nächsten Sieg lässt Antonelli die Lücke zu Russell auf 66 Punkte anwachsen. Lewis Hamilton lässt Federn, verliert weitere zehn Punkte auf Russell nach einem Ferrari-Wochenende zum Vergessen, bei dem er sich in der ersten Kurve gleich mit Leclerc angelegt hatte, ins Kiesbett gerutscht war und wertvolle Zeit verloren hatte, ehe er dann fast das ganze Rennen auf Medium durchfahren hatte müssen.

Ferrari-Albtraum am Start in Monza

Der Start-Horror von Ferrari: Von den ersten Metern an ging es bei Ferrari zur Sache. Charles Leclerc blieb erst vor Lewis Hamilton, der dann aber aus dem Windschatten ausscherte und sich vor der Schikane innen reinquetschte. Leclerc hielt knallhart dagegen und ließ Hamilton am Kurvenausgang keinen Platz. Hamilton landete im Kies, fiel bis auf P9 zurück und beschwerte sich sofort: "Charles hat mich abgedrängt."

Es sollte aber in der zweiten Runde noch schlimmer kommen. Vorn hatte George Russell nach nur einer Runde die Führung von Pierre Gasly übernommen. Leclerc wollte das mit ausnutzen, schlüpfte auch mit durch, hatte dann aber keine Batterie mehr. Sofort wurde er von Gasly, dann von Max Verstappen überholt, dann steckte Oscar Piastri innen vor Parabolica die Nase rein.

Leclerc hielt außen dagegen, ging aber zu früh ans Gas, verlor das Heck und bog für einen heftigen Einschlag nach links in den Reifenstapel ab. Er konnte aussteigen, das Rennen musste aber für Reparaturen an den Reifenstapeln abgebrochen werden. Das Ferrari-Debakel war perfekt: Russell führte jetzt vor Gasly, Verstappen, Franco Colapinto, Piastri, Lando Norris, Arvid Lindblad, und dann erst Hamilton auf P8.

Verstappen & Antonelli geben Russell nach Restart Feuer

Verstappen sprintet nach Restart in Führung: In Runde 6 wurde erneut stehend gestartet. Franco Colapinto verabschiedete sich mit einem Kiesbett-Ausritt in der ersten Lesmo gleich einmal aus der Spitzengruppe. Verstappen duellierte sich zwei Runden mit Gasly, dann konnte er sich aber nicht nur gegen den Alpine durchsetzen - nein, er schloss zu Russell auf.

In Runde 10 übernahm Verstappen erst einmal die Führung. Russell verfeuerte mehrere erfolglose Konterversuche und brauchte bis Runde 15, ehe er in der Ascari wieder einen Weg vorbeifand. Und plötzlich hatten beide Kimi Antonelli im Rückspiegel.

Antonelli kämpft sich bis zu Russell: Antonelli hatte sich in der ersten Runde beim Restart direkt auf P7 vorgearbeitet, dann in schneller Abfolge Gasly, Piastri und Hamilton abgefertigt. In Runde 16 war er dran an Verstappen und kassierte ihn vor der Variante della Roggia. In Runde 18 war er dran an Russell - und ging in Führung! Die beiden begannen nun einen rundenlangen Jo-Jo-Kampf, mit Verstappen auf P3 in Sichtweite.

Mercedes arbeitet mit Teamorder gegen Verstappen: Mercedes wurde das schnell zu bunt. Beim Restart hatte man bei beiden Fahrern Reifen gewechselt - Hard für Russell, Medium für Antonelli. Die Strategen kalkulierten, dass man damit durchfahren könnte. Kurz vor Halbzeit fror die Box daraufhin zugunsten von Russell die Positionen ein, in der Hoffnung, dass das Duo dann zusammen von Verstappen wegfahren könnte.

Antonelli & Verstappen stoppen, Russell fährt durch und scheitert

Stroll schenkt Antonelli & Verstappen Stopps: In Runde 28 sorgte ein mit Hydraulik-Defekt ausrollender Lance Stroll für eine Runde Virtuelles Safety Car. Das nutzten Antonelli und Verstappen, um ihre Mediums abzugeben. Antonelli wählte wieder Medium, Verstappen Hard. Russell, Piastri, Hamilton und Norris blieben draußen, waren beim Neustart jetzt so vor ihnen und planten weiter fest damit, durchzufahren.

Russell & Antonelli mit dramatischem Duell: Russells Reifen litten hintenraus immer mehr. Antonelli fertigte den Rest schnell ab, und in Runde 48 war er bis auf eine Sekunde an Russell dran. Die Attacke in der ersten Schikane ging aber für beide schief. Russell fuhr geradeaus, Antonelli rutschte von selbst ins Kies.

Doch Antonellis Vorteil auf den neuen Reifen war immens. Eine Runde später war er raus aus der zweiten Lesmo wieder dran, und diesmal hatte Russell ihm nichts mehr entgegenzusetzen. Damit war das Rennen an der Spitze vorbei. Verstappen erkämpfte sich dahinter noch den dritten Platz von den McLaren, die sich dahinter in den letzten Runden in einen Kleinkrieg um Platz vier verstrickten, den Norris knapp gewann.

Hamilton folgte dahinter nur knapp vor Pierre Gasly, der nie ganz abgerissen war, aber auch nie wirklich hatte mithalten können. Arvid Lindblad, Franco Colapinto und Yuki Tsunoda komplettierten die Top-10. Sie waren alle ebenfalls ab der roten Flagge durchgefahren, Colapinto legte nach seinem Ausritt eine starke Aufholjagd hin. Gabriel Bortoleto im Audi konnte die Punkte-Pace über die Distanz nicht gehen.