Mit Kimi Antonelli muss man fast schon Mitleid haben. Wie schon im Vorjahr war die Trainingssession in Monza für den Mercedes-Rookie zu Ende, ehe sie richtig begonnen hatte. Dieses Mal war es das zweite Freie Training und die zweite Lesmo-Kurve, 2024 war es das erste Freie Training und die Parabolica. Zumindest blieb sein Mercedes dieses Mal heil, doch das wird die kritischen Stimmen kaum besänftigen.
Kurzer Rückblick auf das Geschehen im Vorjahr:
Auf seinem zweiten schnellen Run verlor Antonelli in der zweiten Lesmo-Kurve das Heck des W16, kam von der Strecke ab und strandete im Kiesbett. "Ich habe auf der Runde zu hart gepusht, der Grip war noch nicht da. Natürlich ist es nie gut, Trainingszeit zu verpassen, trotzdem ist mein Selbstvertrauen hoch", erklärte Antonelli nach der Session. Zuvor hatte er mit 1:21,367 Minuten die siebtschnellste Zeit erzielt, war etwas mehr als drei Zehntel langsamer als der Trainingsschnellste Lando Norris.
"Ich habe mich heute im Auto wohl gefühlt. Wir bewegen uns in punkto Setup definitiv in die richtige Richtung. Ich hatte ein positives FP1 hinter mir und meine erste Runde auf den harten Reifen war stark", sagte der Italiener. In der ersten Session war er als Fünfter schneller als Teamkollege George Russell, der Abstand zum Schnellsten Lewis Hamilton betrug allerdings acht Zehntel. In der zweiten Session rutschte der Mercedes-Pilot durch das frühe Aus auf den vorletzten Platz zurück.
Ein Ergebnis, das der 19-Jährige vor seinem heimischen Publikum in Italien – und nach seinem Fehler vor einer Woche in Zandvoort gar nicht gebrauchen kann. Trotzdem hat er sich für das restliche Wochenende viel vorgenommen. "Wir werden unser Programm für morgen ein wenig anpassen müssen, um die verlorene Zeit auf der Strecke auszugleichen und für das restliche Wochenende ready zu sein. Ich werde versuchen, einen guten Job zu machen und [in der Startaufstellung] so weit wie möglich vorne zu stehen. Mal sehen, was wir erreichen können", betonte Antonelli.

Technischer Defekt bremst George Russell aus
Mercedes-Teamkollege George Russell erlebte ebenfalls einen schwierigen Freitag. Gegen Ende der ersten Session musste er seinen W16 abstellen. Wie das Team mitteilte, handelte es sich um ein Problem mit dem Hydrauliksystem. Bis zur zweiten Session war das Problem behoben und Russell konnte sein geplantes Programm abspulen. Am Ende fehlten ihm knapp vier Zehntel auf die Bestzeit von Lando Norris – das reichte allerdings gerade mal für den zehnten Platz.
"Das war ein schwieriger Tag. Monza ist eine Strecke mit wenig Abtrieb. Das Auto fühlt sich daher ganz anders an als in Zandvoort, vor allem das Heck ist nicht ganz so stabil. Daher hatte ich – wie Kimi – auch ein paar Momente auf der Strecke", sagte der Brite. Angesichts der engen Abstände erhofft sich Mercedes bis zum Qualifying durch kleine Änderungen am Wagen weiter nach vorne zu kommen. Auf die Formel 1-Mannschaft an der Strecke und in der Fabrik wartet eine arbeitsintensive Nacht. "Unser Ziel ist es, mit dem Auto einen Schritt nach vorne zu machen, und im Qualifying um gute Startpositionen zu kämpfen", sagte Andrew Shovlin.
Ist Kimi Antonelli wirklich schon reif für die Formel 1? Unser Experte Christian Danner analysiert den Mercedes-Rookie und verrät, was er falsch macht.



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