McLaren hat im zweiten Training der Formel 1 in Monza ein Machtwort gesprochen. Am Freitagnachmittag eroberte Lando Norris die Bestzeit. Nach dem starken Auftritt im FP1 blieb Ferrari mit Charles Leclerc auf Platz zwei gefährlich. Die Abstände im Feld waren mit 17 Fahrern innerhalb von einer Sekunde erneut extrem eng. Mit McLaren, Ferrari, Williams, Red Bull, Sauber und Mercedes schafften es sechs Teams in die Top-10. Oscar Piastri leistete sich schon vor Beginn der Session ein Vergehen. Gegen den Australier wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Das Ergebnis: Auf dem Soft-Reifen brauchte Lando Norris nur einen Anlauf, um mit 1:19.878 Minuten die schnellste Rundenzeit des Freitags zu setzen. Damit blieb er etwa anderthalb Zehntelsekunden unter der Bestzeit von Lewis Hamilton im ersten Training. Ferrari präsentierte sich mit Charles Leclerc auf Platz zwei allerdings erneut stark. Der Monegasse fuhr seine persönliche Bestzeit auf der fünften Runde mit dem Soft-Reifen und blieb 0,083 Sekunden hinter Norris.

Carlos Sainz belegte vor Oscar Piastri den dritten Platz. Der WM-Leader brauchte ebenfalls mehrere Anläufe, um seine Rundenzeit auf dem weichen Reifen zu setzen. Ebenso Max Verstappen, der sich als Sechster hinter Lewis Hamilton einsortierte. Nico Hülkenberg schob sich mit dem Sauber als Achter in die vordere Hälfte des Klassements. Ihm fehlte dabei lediglich eine halbe Zehntelsekunde auf Alex Albon. George Russell war nach einem späten Hydraulik-Defekt im 1. Training für die zweite Session wieder startklar. Der Mercedes-Pilot landete auf Platz zehn hinter Yuki Tsunoda.

Außerhalb der Top-10 führte Zandvoort-Sensation Isack Hadjar das Verfolgerfeld auf Platz elf an. Die rote Laterne ging an Alpine, die mit Pierre Gasly und Franco Colapinto auf den Rängen 18 und 20 landeten. Andrea Antonelli musste seine Session nach einem Fahrfehler frühzeitig beenden und wurde 19.

Formel 1 in Monza: Hier das komplette Ergebnis des 2. Trainings (FP2):

Kimi Antonelli sorgt mit Abflug für Trainingsunterbrechung

Die Zwischenfälle: Oscar Piastri war das erste Auto auf der Strecke und handelte sich in diesem Zuge eine Untersuchung durch die Rennleitung ein. Er soll seine Garage zu früh verlassen habe. Die Angelegenheit wird nach der Session behandelt. Wenige Minuten nach Beginn des FP2 meldete er außerdem einen gebrochenen rechten Spiegel. Der McLaren-Fahrer fuhr trotz des Schadens weiter. Bei Teamkollege Lando Norris hingegen verabschiedete sich der rechte Außenspiegel wenige Minuten später gleich komplett.

Kurz darauf ging die Odysee von Mercedes-Rookie Kimi Antonelli weiter. Der Italiener flog nach zehn Minuten ab und sorgte damit für eine rote Flagge. Eingangs der zweiten Lesmo-Kurve geriet er ins Übersteuern und drehte sich daraufhin ins Kiesbett. Der Einschlag in die Streckenbegrenzung blieb aus, doch das Auto war zu tief eingegraben, um aus eigener Kraft auf die Rennstrecke zurückzukehren. Nach etwas mehr als fünf Minuten war der Mercedes geborgen und die Session ging weiter. Gegen Gabriel Bortoleto wurde später eine Untersuchung eingeleitet, weil er im Bereich der Unfallstelle unter Gelb ein anderes Fahrzeug überholt hatte.

Die erste Lesmo-Kurve erwischte nach 24 Minuten beinahe Alex Albon. Der Williams-Fahrer ging weit und rodelte mit hoher Geschwindigkeit durchs Kiesbett. Er behielt sein Auto unter Kontrolle, ließ wenig später an der Box aber den Unterboden auf Beschädigungen checken. 20 Minuten vor Schluss machte er auch Bekanntschaft mit der zweiten Lesmo, als er dort ebenfalls ins Untersteuern kam. Er setzte auf dem Kerb auf und fuhr mit der linken Fahrzeugseite durchs Kiesbett.

Die Longruns verliefen in der zweiten Hälfte der 60-minütigen Session gesittet. Leclerc und Lewis Hamilton leisteten sich kleine Ausrutscher. Der Brite ging in der zweiten Lesmo weit, während sein Stallgefährte in der Variante Ascari durchs Kiesbett fuhr.

Wetter: Monza zeigte sich auch am späten Freitagnachmittag von seiner besten Seite. Für das 2. Freie Training der Formel 1 herrschte Sonnenschein bei einer Außentemperatur von 27 Grad Celsius. Der Asphalt wurde mit 41 Grad Celsius gemessen. Die Bedingungen waren damit bis auf 1 Grad Celsius Differenz mit denen aus dem FP1 identisch.