Schon länger hielten sich Gerüchte, dass es mit der Titelpartnerschaft zwischen Alpine und dem österreichischen Trinkwasser-Aufbereiter BWT nach 2026 zu Ende gehen könnte. Jetzt werden diese bestätigt, denn das Formel-1-Team verkündete am Mittwoch einen neuen Hauptsponsor, der auch im Namen auftauchen wird. Dabei handelt es sich um niemand Geringeren als um die berühmte Modemarke Gucci. Auch Gerüchte zu diesem Deal kursierten schon seit einigen Wochen.
Der Deal zwischen Alpine und Gucci gilt ab der kommenden Formel-1-Saison. Offiziell wird die Mannschaft von Franco Colapinto und Pierre Gasly ab dann als 'Gucci Racing Alpine Formula One Team' in den Starterlisten geführt werden. Laut Angaben des Teams ist es die erste Titelpartnerschaft einer Luxus-Modemarke überhaupt in der Königsklasse.
Goodbye Pink: Gucci-Farben übernehmen den Alpine ab 2027
Entsprechend wird sich auch die Farbgebung der bislang pink-blauen Boliden, welche in der F1-Fanszene umstritten war, ändern. Die Rede ist davon, dass man in den Gucci-Farben an den Start gehen werde. Das Design für den Gucci-Alpine wurde noch nicht enthüllt. Gebrandet wird der gesamte Einsatz unter 'Gucci Racing', einer experimentellen Plattform, welche laut dem Marketing-Sprech des Unternehmens rund um die Werte von Performance, Präzision, Disziplin und Exzellenz am Übergang zwischen Luxus und Sport beheimatet sein soll.
Der Deal kommt nicht von ungefähr. Denn der ehemalige Renault-CEO Luca de Meo, der im Vorjahr überraschend bei dem französischen Autokonzern seinen Hut nahm, ist inzwischen als CEO bei Kering tätig, dem Mutterkonzern von Gucci. Entsprechend kam er auch in der Presseaussendung bei der Verkündung der Partnerschaft zu Wort.
"Die Formel 1 hat sich weit über den Sport hinausentwickelt und ist eine der weltweit stärksten Premium-Content-Plattformen geworden, die in jeder Saison 1,5 Milliarden Menschen erreicht und ein zunehmend jüngeres und zunehmend weiblicheres Publikum inspiriert", begründet de Meo den Gang der wohl berühmtesten Marke seines Luxuskonzerns in die Königsklasse.
De Meo galt bereits zu Renault-Zeiten als großer Unterstützer von Team Enstone, der der nicht unbedingt erfolgsverwöhnten Mannschaft in schwierigen Zeiten den Rücken freihielt. Auch sein Nachfolger Francois Provost betonte bei der Verkündung des Gucci-Deals die Bedeutung von neuen Zielgruppen in der Formel 1 und er bezeichnete die Königsklasse als "eine der dynamischsten und attraktivsten Plattformen im globalen Sport." Gucci-CEO Francesca Bellettini sprach davon, dass Guccis Präsenz am Grid ein Ausdruck dessen sei, "wer wir sind, und wo wir die Marke hinbringen wollen."
Teamleiter Flavio Briatore, der ursprünglich 1989 mit der Modemarke Benetton in die Königsklasse gekommen war, und diese in der Folge zu Erfolgen geführt hatte, sprach davon, dass er "stolz" auf die Partnerschaft mit einer so "prestigeträchtigen Marke von Guccis Kaliber" sei. Er sagte weiter: "Nicht nur das, aber ich freue mich auch auf die Möglichkeiten, die eine Partnerschaft mit Gucci mit sich bringt."

Dass F1-Teams ihre Namensrechte an einen Titelpartner verkaufen, ist gang und gäbe in der Königsklasse. Nur Cadillac kommt derzeit ohne eine Sponsornennung im offiziellen Teamnamen aus. Alle anderen Teams lassen sich die zig-millionenschweren Einnahmen, die eine solch prominente Werbeplatzierung mit sich bringt, nicht entgehen.
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