Otmar Szafnauer hat einen neuen Job im Umfeld der Formel 1 gefunden. Allerdings geht es für den ehemaligen Teamchef nicht zurück in die Königsklasse, sondern es geht ins Support-Paddock der F1. Szafnauer übernimmt nämlich als Chief Executive Officer und als Managing Partner den Nachwuchsrennstall Van Amersfoort Racing.

Das gab das niederländische Team am Mittwoch bekannt. Van Amersfoort ist ein wahres Traditionsteam bei der Ausbildung junger Fahrer. Gegründet wurde es 1975, also vor bereits 51 Jahren. Seitdem nimmt Van Amersfoort an diversen Juniorserien teil. Im Moment befindet man sich sowohl in der Formel 2 als auch in der Formel 3 in der Startaufstellung.

Verglichen mit den Topteams von Prema, Invicta oder Hitech fristet Van Amersfoort allerdings eher ein Dasein als Außenseitermannschaft. In vier Jahren Formel 2 sammelten die Niederländer lediglich zwei Siege und kamen nicht über den siebten Gesamtrang in der Team-Meisterschaft hinaus. In der Formel 3 steht Van Amersfoort ein fünfter Rang aus dem Vorjahr in der Team-Meisterschaft als beste Endposition zu Buche.

Szafnauer sagte über seinen neuen Job: "Van Amersfoort Racing hat einen ausgezeichneten Ruf für die Förderung von Talenten und die Teilnahme an hochkarätigen Wettbewerben in verschiedenen Kategorien. Ich freue mich darauf, eng mit dem Führungsteam und der gesamten Organisation zusammenzuarbeiten, um die nächste Phase der Entwicklung des Teams zu begleiten."

In den letzten fünf Jahrzehnten gaben sich bei Van Amersfoort teils prominente Fahrer die Klinke in die Hand. Max Verstappen fuhr seine einzige Formelsaison vor dem F1-Aufstieg in der europäischen Formel 3 für VAR, sein Vater Jos war Anfang der 90er in der Formel Opel für das Team aus Zandvoort erfolgreich. Charles Leclerc und Franco Colapinto bestritten je eine F3-Saison für das Team.

Mick Schumacher gab 2015 sein Formeldebüt bei Van Amersfoort. Von den derzeitigen Formel-1-Piloten steuerten außerdem Oliver Bearman, Liam Lawson und Arvid Lindblad im Laufe ihrer Nachwuchszeit ein F4-Auto für den Rennstall.

Otmar Szafnauer: Formel-1-Karriere seit den 90er-Jahren

Otmar Szafnauer kam nach einer Laufbahn bei Ford 1998 mit BAR in die Formel 1. In der Folge kam er in den 2000er-Jahren zu Honda, ehe er 2009 bei Force India den Posten als Teamchef übernahm. Bei Aston Martin blieb er bis 2022 mit an Bord, ehe er wiederum als Teamleiter zu Alpine wechselte. Bei den Franzosen hielt er sich jedoch nicht lange und wurde aufgrund der anhaltenden Erfolglosigkeit des Werksteams nur ein Jahr später vor die Tür gesetzt.

So ganz war Szafnauer aber auch seitdem nie aus dem F1-Paddock verschwunden. Der langjährige Teamleiter war in hoher Regelmäßigkeit bei Grands Prix zu Gast. Im vergangenen Mai gab Szafnauer bekannt, dass er an einem Projekt für ein zwölftes F1-Team arbeitet, das seiner eigenen Aussage nach bereits finanziell und motorentechnisch abgesichert sei. Allerdings blieb es seitdem still rund um diesen Vorstoß. Die Formel 1 und die FIA befinden sich zudem nach dem Zuwachs durch Andretti gar nicht auf der Suche nach neuen Mannschaften.

Szafnauer ist auch abseits des Motorsports als Geschäftsmann aktiv. 2023 gründete er das App-Entwicklungsunternehmen Soft Pauer, dessen Vorsitzender er auch gleichzeitig ist. Van-Amersfoort-Teamchef Brad Joyce zählt auf die Führungskompetenzen des neuen CEOs: "Otmars Erfahrung und Führung wird der Organisation eine wertvolle Perspektive geben. Seine Benennung stärkt VAR signifikant."