Waren es 2013 noch sieben, sucht man deutsche Stammfahrer in der Motorrad-Weltmeisterschaft seit dem Moto2-Aus von Lukas Tulovic Ende 2023 vergebens. Einzig Stefan Bradl und Jonas Folger sorgten per Wildcard oder als Ersatzfahrer in den letzten Jahren noch für geringfügige bundesdeutsche Präsenz, zumindest Ersterer will inzwischen aber auch keine Renneinsätze für Honda mehr bestreiten und Folger kam zuletzt in Le Mans nur zum Zug, weil KTMs eigentlicher Ersatzmann Pol Espargaro verletzt ablehnen musste.

Speziell in der MotoGP könnte Folgers Auftritt beim Frankreich-GP also auf Sicht erstmal der letzte Start eines deutschen Piloten gewesen sein. Doch es gibt Hoffnung, dass bald wieder deutsche Präsenz in die Weltmeisterschaft kommen könnte.

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Deutsches Toptalent: Fynn Kratochwil zeigt im Red Bull Rookies Cup auf

Gemeint ist damit Fynn Kratochwil. Der 15-jährige aus Thüringen gilt aktuell als das größte Nachwuchstalent der Bundesrepublik, wurde im Vorjahr mit beeindruckenden 12 Siegen in 14 Rennen überlegener Meister im Northern Talent Cup. 2026 ist Kratochwil nun erstmals im Red Bull Rookies Cup am Start und weiß dort schon jetzt zu gefallen. Nach ordentlichem Auftakt mit den Plätzen acht und zwölf in Jerez sowie Platz zwölf und einem Ausfall in Le Mans gelang ihm am vergangenen Wochenende in Mugello das erste dicke Ausrufezeichen.

Auf Platz fünf im Qualifying folgten in den beiden Rennen im Autodromo die Plätze drei und zwei, also die ersten beiden Podiumsplatzierungen seiner Rookies-Cup-Karriere. "Ich bin super happy mit dem Rennwochenende. Hätte mir vorher einer gesagt, dass ich hier einmal Zweiter und einmal Dritter werden würde, hätte ich ihm das nicht so ganz geglaubt", strahlte er daraufhin im Interview mit 'ServusTV'-Experte Alex Hofmann. Besonders beachtlich machen diese Erfolge, dass Kratochwil zuvor noch nie im Trockenen in Mugello gefahren war und er sich im Rookies Cup gegen teils deutlich ältere Piloten zur Wehr setzen muss. Der Meisterschaftsführende Benat Fernandez ist beispielsweise schon 18, der Zweitplatzierte Ryota Ogiwara schon 17 Jahre alt.

Fynn Kratochwil durfte in Mugello zwei Podien bejubeln, Foto: Ronny Lekl (gp-photo.de)
Fynn Kratochwil durfte in Mugello zwei Podien bejubeln, Foto: Ronny Lekl (gp-photo.de)

Fynn Kratochwil hat große Ziele: 2028 in der Moto3 fahren!

Kein Wunder, dass Kratochwil also sagt: "Wir haben einen super Job gemacht. Wir werden jetzt weiter dranbleiben und weiter hart arbeiten, um immer dort [auf dem Podium, Anm.] zu sein." Klappt das, könnte die deutsche Nachwuchshoffnung vielleicht schon in dieser Saison ein Wörtchen im Titelkampf mitreden. Nach Mugello liegt er bereits auf Gesamtrang fünf, zu Fernandez fehlen 55 Punkte. Pflicht ist das gewiss aber nicht, die eigene Weiterentwicklung steht 2026 primär im Vordergrund. Ein echter Angriff auf die Meisterschaft im Rookies Cup soll erst 2027 ins Visier genommen werden, um dann 2028 den nächsten Schritt gehen zu können.

Im Rookies Cup weiß Fynn Kratochwil schon jetzt zu gefallen, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool
Im Rookies Cup weiß Fynn Kratochwil schon jetzt zu gefallen, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

"Das Ziel ist natürlich, 2028 in der Moto3 zu sein", offenbart Kratochwil große Ambitionen. Um das schaffen zu können, muss er sich 2027 allerdings einen Platz in den Gesamt-Top-3 des Rookies Cups oder der JuniorGP sichern. Das ist nämlich Voraussetzung für minderjährige Piloten, um in der Motorrad-WM starten zu dürfen und genau ein solcher wäre Kratochwil 2028 mit dann erst 17 Jahren noch. Schafft er das nicht, wäre der Moto3-Einstieg frühstens 2029 möglich. Wahrlich auch kein Drama, aber der junge Thüringer hat 2028 fest im Blick: "Dafür arbeiten wir hart und tun unser Bestes."

Was meint ihr: Dürfen wir mit Fynn Kratochwil ab 2028 wieder einen deutschen Rennfahrer in der Motorrad-WM begrüßen? Sagt es uns in den Kommentaren!