Nach dem 2. Freien Training der Formel 1 in Spa scheint die Frage nach dem großen Favoriten in Belgien eindeutig beantwortet. Kimi Antonelli lieferte eine Glanzvorstellung ab. Seine Verfolger? Ein McLaren, ein Red Bull, ein Ferrari, aber wo ist nur George Russell?

Das Ergebnis: Nach einem bis dahin unauffälligen Tag für Mercedes in Belgien drehte Antonelli in den Qualifying-Simulationen richtig auf. Seine 1:45,944 war weit, weit weg von der Konkurrenz. Spät aber doch arbeitete sich Lando Norris bis auf 0,190 Sekunden ran an Antonelli, aber realistisch schien niemand mit dem Mercedes mithalten zu können.

Sicher nicht Red Bull und Ferrari. Max Verstappen fehlte fast eine halbe Sekunde, Lewis Hamilton und Isack Hadjar verloren schon sieben Zehntel, Oscar Piastri fast eine ganze Sekunde. Charles Leclerc verlor seine beste Runde wegen eines Track-Limit-Verstoßes, wäre aber trotzdem nur hinter Piastri auf P7 gelandet. Dieser P7 ging stattdessen an einen groß aufzeigenden Franco Colapinto im Alpine.

Ja, selbst Colapinto schlug einen desolaten George Russell. 1,285 Sekunden Rückstand, das konnte sich Russell unmöglich erklären: "Die Reifen waren etwas kalt, aber das waren keine 1,2 Sekunden." Die Top-10 komplettierten Arvid Lindblad und Liam Lawson nur knapp hinter Russell.

Zwei rote Flaggen & heftiger Crash von Pierre Gasly

Die Zwischenfälle: Die Reparaturen nach dem Hydraulik-Defekt von Oscar Piastri waren langwierig und kosteten ihm die ersten 20 Minuten des Trainings. Fünf davon wurden aber ohnehin von einer roten Flagge eliminiert. In Campus musste Kies weggefegt werden, welches Max Verstappen mit einem ansonsten folgenlosen kleinen Ausritt auf die Strecke gewirbelt hatte.

14 Minuten vor Schluss folgte die zweite rote Flagge für einen deutlich ernsteren Zwischenfall. Auf den Longruns verlor Pierre Gasly in der Fagnes-Schikane plötzlich das Heck, rutschte raus ins Kiesbett und schlug ordentlich in die Reifenstapel ein. Er rollte noch eine Kurve weiter, ehe er ohne Heckflügel und mit abgerissener Hinterradaufhängung stehenblieb. Erst zwei Minuten vor Schluss konnte neu gestartet werden, viel mehr als Probestarts passierte nicht mehr.

Das Wetter: Zwischen den Trainings war ein sehr kleiner Regenschauer über die Strecke gezogen. Der produzierte bloß eine Handvoll Tropfen, und als die Formel 1 um 17:00 Uhr loslegte, war es leicht bewölkt bei 23 Grad Luft- und 35 Grad Streckentemperatur.