Mit einem in Österreich eingeführten Zuverlässigkeits-Update hatte Mercedes gehofft, eine Defekt-Serie mit den neuen Formel-1-Motoren in den Griff zu bekommen. Doch am Freitag gibt es vor dem 1. Freien Training in Spa schlechte Nachrichten für WM-Leader Kimi Antonelli. Er muss erneut Teile seiner Power Unit wechseln.

Im Detail bekommt der Mercedes den vierten Verbrennungsmotor, die vierte Auspuff-Einheit, die zweite MGU-K und die vierten Nebengeräte. Das ist in Spa zwar noch kein Problem - noch. Aber der vierte Verbrennungsmotor und der vierte Auspuff bringen Antonelli in eine sehr prekäre Position. Das Reglement erlaubt über die ganze Saison hinweg nur vier. Details zu den Motor-Regeln gibt es im folgenden Artikel:

Wie ernst ist das Problem mit dem alten Antonelli-Motor?

Bei aktuell noch 13 im Kalender stehenden verbleibenden Wochenenden ist das ein sehr langer Weg für Antonelli. Wahrscheinlich wäre es zu lang, um mit einem einzigen Verbrennungsmotor durchzukommen.

Aber natürlich wäre es möglich, den alten Motor wieder einzubauen, sofern er wieder einsatzfähig zu bekommen ist. Nur beim ersten Einbau wird ein Wechsel von Power-Unit-Teilen gezählt. Einmal verwendet, kommen alle Bauteile in einen Pool und dürfen untereinander beliebig oft ausgetauscht werden.

Laut Sky UK ist Antonellis dritter Verbrennungsmotor noch kein Abschreibeposten. Die Ingenieure hatten nach dem Rennen in Silverstone lediglich etwas in den Daten entdeckt, was sie sich nun genauer am Motor anschauen wollen. Aktuell hofft das Team, dass dieser Motor wieder eingesetzt werden kann. Dann hätte Antonelli für den Herbst immer noch zwei Verbrennungsmotoren mit den Österreich-Updates und könnte ohne Strafe durchkommen.

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Red Bull & McLaren: Erste Strafen bei Top-Teams in Spa fix

George Russell befindet sich da noch in einer besseren Situation. Allerdings sind beide Mercedes nach den Problemen von Saisonbeginn schon seit Österreich auch bei der Batterie und der Elektronik am Limit angekommen. Gerade diese sollten aber nach dem Zuverlässigkeits-Update kein Problem darstellen. Diese Bauteile sollten, sofern sie keine speziellen ungewöhnlichen Risikofaktoren beinhalten, eigentlich locker ein halbes Jahr halten.

Andere Fahrer fassen in Spa schon Strafen aus. McLaren hatte schon am Donnerstag bestätigt, dass man bei Lando Norris die vierte Kontroll-Elektronik verbauen muss. Norris hatte von allen Piloten mit Mercedes-Motoren in der ersten Saisonhälfte die meisten Probleme. Zwei seiner Teile sind bereits abgeschrieben, die dritte war noch eine der ersten Baureihe ohne das Zuverlässigkeits-Update.

McLaren nimmt lieber 10 Strafplätze in Kauf, anstatt es zu riskieren, mit dem alten Teil weiterzufahren. Da es nur ein getauschtes Teil ist, sind es auch nur 10 Strafplätze. So viel Glück hat Isack Hadjar nicht. Er ist der nächste Fahrer aus dem Spitzenfeld, der in Spa Motorteile tauscht, und bei ihm ist die Liste länger.

Der fünfte Verbrennungsmotor, der fünfte Turbo und das fünfte Auspuff-System im Red Bull überschreiten dabei das Limit. Damit wird Hadjar am Sonntag ganz bis ans Ende des Feldes zurückversetzt werden. Vierter Fahrer mit bereits fixer Strafe ist schließlich Lance Stroll. Der Aston-Martin-Fahrer muss die vierte MGU-K bei drei erlaubten einbauen, das macht für ihn 10 Strafplätze und höchstwahrscheinlich den vorletzten Startplatz neben Hadjar.

Was ist sonst im 1. Freien Training am Freitag bei der Formel 1 in Belgien passiert? Hier geht es zum Trainings-Bericht: