Endlich baut McLaren am kommenden Wochenende der Formel 1 in Spa die letzte Version des Mercedes-Motors mit den in Österreich eingeführten Zuverlässigkeits-Updates in beide Autos. Das geht bei einem der beiden Fahrer aber nicht ohne recht hohe Kosten. Lando Norris, das wohl größte Opfer der Defekt-Serie, kassiert gleich einmal 10 Strafplätze für das Rennen.
Alle Mercedes-Teams waren in den ersten Rennen der Saison 2026 in unterschiedlichem Ausmaß von Defekten heimgesucht, die immer wieder auf die Batterie des Hybridsystems zurückzuführen waren. Beim Werksteam erlitten sowohl George Russell als auch Kimi Antonelli dramatische Ausfälle in Kanada respektive Barcelona.
Norris aber hat eine viel schlimmere Serie hinter sich. Seine erste Elektronik-Einheit erlitt in China einen fatalen Schaden, der nicht nur den Start verhinderte, sondern sich als irreparabel herausstellte. In Japan bekam Norris die zweite Einheit, die sofort Probleme in den Trainings machte und am Samstag bereits das Verbauen einer dritten Elektronik- und Batterie-Einheit erzwang.
Man meinte die problematische erste Japan-Einheit dann repariert zu haben, doch im 2. Training in Monaco kapitulierte sie erneut. Damit stand Norris mit dem Rücken zur Wand. Denn das Reglement erlaubt 2026 sowohl von der Elektronik als auch von der Batterie jeweils nur drei Stück für die ganze Saison.
Lando Norris kann Mercedes-Update nur per Strafe bekommen
Der nächste Wechsel von einem dieser Teile bringt automatisch 10 Strafplätze für das anschließende Rennen mit sich. McLaren hat sich nun dazu entschlossen, das in Spa gleich hinter sich zu bringen, um die Zuverlässigkeits-Updates zu bekommen. Auf dem Papier sollte der Belgien-GP dafür dankbarer sein. Die langen Geraden sollten Überholen einfacher machen.
Der Plan ist nun, dass Norris den Rest der Saison mit diesen Teilen fertig fährt. Üblicherweise sind die elektronischen Komponenten der Power Units auch keine Verschleißteile wie die Verbrenner-Komponenten, welche über die Rennen hinweg Leistung verlieren und irgendwann ausgetauscht werden müssen.
Außer sie haben eben ein Problem, welches sie defektanfälliger macht. Wie das offenbar die ursprünglichen Mercedes-Teile hatten. Da ist es McLaren lieber, jetzt die 10 Strafplätze abzuleisten, anstatt sie potenziell entweder später auf einer ungünstigen Strecke nehmen zu müssen, oder noch schlimmer, in einem Rennen oder Qualifying auszufallen.
Wer fährt mit welcher Mercedes-Spezifikation?
Wer nun inzwischen bei den Mercedes-Kundenteams schon das Zuverlässigkeits-Update verbaut hat und wer nicht, das ist aktuell nicht klar ersichtlich. Fix ist, dass es Russell und Antonelli in Österreich bekamen. Laut McLaren seien die Updates dann Williams und Alpine spätestens in Silverstone zur Verfügung gestanden, aber die bereits abgehandelten Wechsel sind stark fragmentiert.
Carlos Sainz bekam in Silverstone neue Verbrenner-Teile und eine neue MGU-K, aber die Kontroll-Elektronik war bei ihm schon in Österreich getauscht worden. Alpine tauschte bei beiden Fahrern die Elektrik-Teile schon in Österreich, die Verbrenner-Teile in Silverstone. Alex Albon befindet sich im gleichen Boot mit Norris. Er erreichte schon vor dem Update das Limit. Ob, oder wann, er eine Strafe in Kauf nimmt, ist unklar.
Die Motoren-Saga rund um McLaren und Mercedes zieht sich mittlerweile schon Monate hin. Laut McLaren sind sie in Spa das letzte Mercedes-Team, das die Updates erhalten hat. Mehr dazu, plus mehr zu einem neuen Heckflügel-Test, gibt es hier:



diese Formel 1 Nachricht