Spa-Spezialist Max Verstappen hat wieder zugeschlagen. Der Red-Bull-Pilot fuhr im 1. Freien Training zum Belgien GP 2026 Bestzeit. Verstappen benötigte für die 7,004 Kilometer in Spa-Francorchamps 1:47,070 Minuten und ließ damit das Ferrari-Duo hinter sich. Mercedes blieb beim Ardennen-Auftakt der Formel 1 noch blass.

Das Ergebnis: Die Bestzeiten wurden allesamt auf den weichen C4-Reifen erzielt. Darauf war Max Verstappen rund anderthalb Zehntelsekunden schneller als Lewis Hamilton im Ferrari. Nur eine halbe Zehntel dahinter reihte sich Charles Lelcerc im zweiten Ferrari ein. Isack Hadjar bestätigte die starke Form von Red Bull auf Platz vier. Zweieinhalb Zehntel fehlten ihm auf Teamkollege Verstappen.

Fast schon eine halbe Sekunde fehlten McLaren-Pilot Oscar Piastri auf Rang fünf. Erst dahinter reihte sich WM-Leader Kimi Antonelli im ersten Mercedes ein. Beide Silberpfeile fuhren starke Zeiten im ersten Sektor, verloren anschließend aber vor allem im kurvenreichen Mittelsektor. Weltmeister Lando Norris landete auf Rang sieben vor George Russell.

Arvid Lindblad und Gabriel Bortoleto komplettierten die Top-10 als Best of the Rest. Nico Hülkenberg wurde Zwölfter. Erwartet schlecht lief es für Aston Martin: Lance Stroll landete abgeschlagen auf Rang 21. Satte 5,7 Sekunden fehlten ihm auf die Bestzeit. Jak Crawford, der im 1. Training Fernando Alonso ersetzte, landete mit 6,1 Sekunden Rückstand auf dem letzten Platz.

Warum war die Aston-Martin-Performance keine Überraschung? Christian erklärt es euch im Donnerstags-Videoblog aus Spa. Außerdem geht es um den Fahrermarkt, den Red-Bull-Flügel und McLarens Motorprobleme. Hier gibt's das Video:

Sainz zu Audi? Hülkenberg kontert: Höchstens als Ersatzfahrer! (10:02 Min.)

Die Zwischenfälle: Carlos Sainz stand gleich zweimal im Mittelpunkt des Geschehens. "Was für ein Idiot", beschwerte sich Kimi Antonelli über den Williams-Piloten, weil er ihm am Ausgang von Stavelot im Weg stand. Ärger droht dem Spanier aber für eine andere Aktion: Wegen technischer Probleme wollte er an die Box fahren, entschied sich aber in der Einfahrt noch um und fuhr zurück auf die Strecke. Die Stewards untersuchen die Szene nach dem Training.

Kurz vor dem Ende des Trainings gab es noch eine Schrecksekunde für Oscar Piastri. Der Australier sollte seinen McLaren auf der Kemmel-Geraden abstellen, weil die Ingenieure ein Problem entdeckt hatten. Nach einem kurzen Stopp konnte Piastri das Auto aber noch aus eigener Kraft zurück an die Box bringen.

Die Technik: Red Bull baute nach den Highspeed-Unfällen von Max Verstappen den Macarena-Heckflügel auf eine konventionellere Variante zurück. McLaren brachte einen neuen Heckflügel, allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine variante mit weniger Abtrieb und Luftwiderstand, nicht um die sehnlichst erwartete Macarena-Variante, die erst nach der Sommerpause nach Modifikationsarbeiten eingesetzt werden kann.

McLaren darf sich außerdem auf frische Mercedes-Motoren freuen. Als letztes Kundenteam bekam auch der amtierende Weltmeister die letzte Ausbaustufe des V6-Aggregats. Durch zahlreiche Ausfälle hatte man zuvor noch nicht genügend Laufleistung auf die bisherigen Motoren gepackt. Bitter: Lando Norris muss um zehn Startplätze nach hinten, weil bei ihm nach mehreren Defekten aus taktischen Gründen vorzeitig eine vierte Steuereinheit eingebaut wird.

Noch weiter nach hinten geht es für Isack Hadjar. Der Franzose muss vom letzten Platz starten, weil Red Bull ihm Motor Nummer fünf ans Monocoque flanschte. Zum fünften Verbrennungsmotor gab es auch den fünften Turbolader. Straffrei ist derweil noch Kimi Antonelli. Allerdings wird es auch für ihn langsam eng: Weil Mercedes ein Problem an seinem Silverstone-Motor sah, bekam er unplanmäßig Verbrennungsmotor Nummer vier.

Das Wetter: Nach Regenschauern, die am Donnerstagabend begonnen hatten und bis in die Morgenstunden andauerten, zeigte sich das Ardennenwetter im Training wieder von seiner besseren Seite. Unter nur leicht bewölktem Himmel trocknete die Strecke schon vor den Nachwuchsserien komplett ab. Die Formel 1 hatte bei rund 24 Grad perfekte Trainingsbedingungen, der Asphalt erhitzte sich sogar auf gut 40 Grad Celsius. Das restliche Wochenende ist kein Regen mehr vorhergesagt, die Temperaturen sollen aber um ein paar Grad sinken.