Lando Norris geht nach seinen jüngsten Erfolgen als unumstrittener Favorit in die letzten drei Formel-1-Rennen der Saison 2025. Beim bevorstehenden Event in Las Vegas ist der WM-Leader allerdings ganz kleinlaut. Für McLaren war der Stadtkurs in der Vergangenheit kein gutes Pflaster. Vergangenes Jahr bekam Norris zwar die Kurve, aber viel zu spät. Diesmal fürchtet er allerdings nicht nur die Rennstrecke auf dem Strip, sondern auch das Wetter.

"Mittlerweile ist es mir ja nicht mehr erlaubt, zu sagen, dass wir nicht die Favoriten sind", gibt sich Lando Norris in der Pressekonferenz vor dem 22. Saisonrennen wieder einmal schlagfertig. In diesem Jahr war McLaren schon 14 Mal siegreich. Zuletzt hatte der Brite die Konkurrenz in Mexiko und Brasilien klar im Griff. In der Weltmeisterschaft liegt er 24 Punkte vor Oscar Piastri. Doch der Endgegner scheint an diesem Wochenende nicht der Teamkollege, sondern der 6,201 Kilometer lange Las Vegas Strip Circuit.

Für das Rennwochende sind diesmal nicht nur die im Wüstenstaat Nevada bei Nacht gewohnt niedrigen Temperaturen von 10 Grad Celsius und darunter vorhergesagt. Am Donnerstag besteht für die Trainings eine Regenwahrscheinlichkeit. "Das wird eine irre Challenge, wenn es nass bleibt. Es wird wegen der Temperaturen auch nicht schnell trocknen", so Norris, der auf Regen in diesem Fall gerne verzichten kann: "Ich denke, es ist im Nassen ein unglaublich schwieriger Kurs. Es wird ziemlich wild und eine verdammt große Herausforderung."

Lando Norris hütet sein Las-Vegas-Geheimnis

Das könnte es für McLaren und ihn aber ohnehin werden. "In den letzten zwei Jahren war das hier unser schwierigstes Rennen. Meine Erwartungen können hier also nicht auf demselben Niveau sein, wie in Mexiko oder Brasilien, wo wir seit Jahren gut unterwegs sind", erklärt Norris. Vor zwölf Monaten belegte er in Las Vegas den sechsten Platz - ganze 43 Sekunden hinter Rennsieger George Russell. In der Schlussrunde fuhr er allerdings die Fastest Lap.

"Es lief einfach so schlecht, dass wir am Ende alles mögliche ausprobiert haben", so der 26-Jährige. "Es hat bis zum letzten Stint gedauert, bis es besser wurde. Wir haben Pace gefunden und wenn wir jetzt den Rennverlauf anschauen, war der letzte Stint eher auf dem Level von Ferrari, Red Bull und Mercedes. Es war zu wenig und es war zu spät, aber ich denke, wir haben daraus gelernt. Das heißt nicht, dass es hier dieses Jahr super wird, aber wir haben eine Richtung, in die wir gehen können."

Rennstrecke in Las Vegas betont persönliche Schwäche

Die Las-Vegas-Schwäche von McLaren wurde im Vorjahr auch von Piastris Performance untermauert. Er kam im Rennen sogar noch einen Platz hinter Norris ins Ziel. Wenn es um den direkten Vergleich mit dem Australier geht, hat Norris aktuell klar die Oberhand. In Las Vegas ist das Selbstvertrauen trotzdem gehemmt. "Las Vegas ist eine ganz andere Nummer, was die Kälte und den niedrigen Grip angeht. Ich habe immer Probleme mit Graining an der Vorderachse", erklärt Norris.

Bei kühlen Außentemperaturen ist das Phänomen des Grainings dadurch bedingt, dass sich die Oberfläche der Reifen langsamer erwärmt. Dadurch fehlt es an Grip und die daraus resultierende Reibung beschädigt die Lauffläche. "Ich komme damit mittlerweile besser klar, aber früher war ich was das angeht wahrscheinlich der schlechteste Fahrer im Feld", so Norris selbstkritisch. "Ich hasse Untersteuern, ich hasse es, wenn die Vorderachse nicht funktioniert, und das ist etwas, das hier sehr oft passiert und in der Vergangenheit der Fall war."

Unabhängig davon, wie der McLaren MCL39 an diesem Wochenende performt, ist er zumindest zuversichtlich, seine eigenen Defizite im Griff zu haben. "Wir haben ein größeres Fenster, was die Fahrbarkeit angeht. Das hat es uns erlaubt, an vielen Ort deutlich konstanter zu sein", sagt er. "Ich bin jetzt besser dazu in der Lage, diese Dinge zu beurteilen und diese Prozesse abzurufen."