Das von Dr. Helmut Marko gemanagte Red Bull Junior Team ist seit Jahren ohne Zweifel das erfolgreichste Förderprogramm im Motorsport. Sieben der 20 aktiven Stammfahrer in der Formel 1 wurden an einem Punkt in ihrer Karriere von Red Bull gefördert. 2025 sieht es jedoch so aus, als würde zum ersten Mal seit 2020 ein Nicht-Red-Bull-Produkt Weltmeister werden. Womöglich einer, den Marko aber eigentlich haben hätte können.
Dass Marko und Red Bull mehrmals bei Lando Norris vorstellig wurden, ist längst kein Geheimnis mehr. Und so ist der drei Rennen vor Schluss aktuell mit 24 Punkten Vorsprung die WM anführende Norris auch der Fahrer, der Marko in den Sinn kommt, als er im offiziellen F1-Podcast 'Beyond the Grid' auf Talente angesprochen wird, die er gerne gehabt hätte.
Marko zu Lando Norris: Hätte gut zu Red Bull gepasst
"Wir hatten an einem sehr frühen Punkt Verhandlungen mit Lando Norris", so Marko. "Letztendlich haben wir ihn nicht gekriegt, aber er hätte sehr gut hierher gepasst." Schon 2016 hatte Marko den damals 16-jährigen Norris auf dem Schirm, als der gerade in seinem ersten Jahr im Formel Renault Eurocup zwei der ersten drei Rennen gewonnen hatte.
Norris erzählte die Geschichte einst - wie Marko ihn dann in Monaco kurz vorlud: "Ich stand auf Pole und mein Manager bekam einen Anruf von Helmut Marko. Dann bin ich ins F1-Fahrerlager, auf das Red-Bull-Boot, habe ihn getroffen und dann hatten wir ein kleines Gespräch."
Von diesem Gespräch kann Norris eine kleine Anekdote erzählen, über Marko, aber auch über Max Verstappen, der damals schon für Red Bull in der Formel 1 fuhr. Marko stellte Norris nämlich mehrere Fragen, darunter zum Gewicht des Formel-Renault-Autos. Norris konnte diese nicht eindeutig beantworten: "Was er dann sagte, war: 'Nun, Max würde es wissen. Max weiß alles über das Auto!' Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte."
Letztendlich kam kein Deal mit Red Bull zustande. Norris vertraute erst weiter auf seinen Manager, Anfang 2017 dockte er dann beim Förderprogramm von McLaren an. Red Bull unternahm tatsächlich Berichten zufolge 2018 noch einen Vorstoß, um Norris - mittlerweile F3-Meister und im F2-Titelkampf - in das Nachwuchs-F1-Team Toro Rosso zu locken, aber da zeichnete sich schon ab, dass Norris 2019 eine Chance auf den F1-McLaren hatte.
Norris hielt McLaren seitdem unmissverständlich die Treue. Während Marko ihm übrigens stets weiterhin Wertschätzung entgegenbrachte. 2023 angesprochen auf ein mögliches Superteam mit einem zweiten Top-Piloten neben Max Verstappen entgegnete er bei Motorsport-Magazin.com: "Mit Norris, da könnte ich mir das gut vorstellen."
Helmut Marko zuversichtlich: Mit Isack Hadjar ein Top-Talent gefunden
Aber Marko ist keiner, der verpassten Chancen lange hinterhertrauert, auch jetzt nicht, wo Norris nach dem ersten Titel greift und sein Potenzial deutlich unterstreicht: "Letztendlich kannst du sie nicht alle haben." Solange Red Bull Max Verstappen hat, ist das Team ohnehin in einer hervorragenden Position. Und mit seiner jüngsten Entdeckung Isack Hadjar ist Marko aktuell hochzufrieden.
Hadjar gilt immer noch als erster Anwärter auf das zweite Red-Bull-Cockpit neben Verstappen für 2026, nachdem er sich in seiner Rookie-Saison in der Formel 1 beachtlich schlägt. Für Marko ist auch er ein potenzieller Weltmeister: "Ja. Simples Beispiel: Die meisten Strecken sind neu für ihn und nach drei Runden ist er dabei. Ich habe Michael Schumacher damals verfolgt, Ayrton Senna, die hatten das alle. Die brauchten keine 50 Runden, keine Tests, die kamen und waren direkt dabei."
Und Verstappen wird in Markos Augen sowieso immer noch permanent besser: "Ein Körper in den 20ern, aber Stärke, Erfahrung und Weisheit wie ein 40-Jähriger." Für ihn ist 2025 ohne Zweifel Verstappens beste Saison. Nur war das Auto nicht immer siegfähig. So könnte Verstappen am nächsten Wochenende in Las Vegas bereits aus dem Titelkampf eliminiert werden. Wie genau, das gibt es hier:



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