Die Formel 1 hat nach dem Trainingstag in Las Vegas viele Fragen. Ein loser Kanaldeckel torpedierte in der Nacht auf Freitag die zweite Session. Was die Bestzeit vom WM-Führenden Lando Norris im McLaren wert ist, wird sich erst im Qualifying zeigen. Grund genug für Red Bull, sich Chancen auf einen weiteren Sieg von Max Verstappen auszurechnen. Der Weltmeister war im FP2 unauffällig platziert, soll aber noch deutlich Pace in der Hinterhand haben.
Nur acht Fahrer zeigten vor der Unterbrechung im zweiten Training eine Rundenzeit auf dem Soft-Reifen. Dementsprechend skeptisch ist Dr. Helmut Marko, was die Bestzeit von Lando Norris angeht. "Es war schwer zu lesen, wer schon den Motor aufgedreht hat, wer wie viel Benzin gefahren ist. Piastri war sehr viel langsamer als Norris", merkt der Red-Bull-Manager an. "Ich bin von Norris' Zeit überrascht. Wir müssen checken, welchen Motormodus er gefahren ist und wie viel Kilogramm er im Tank hatte."
Red Bull auf Niveau von McLaren
Im zweiten Training hatte Max Verstappen den neunten Platz belegt. Auf die von Norris im McLaren aufgestellte Bestmarke fehlten ihm 0,503 Sekunden. Allerdings war der Niederländer seine schnellste Runde auf Medium gefahren. "Ich würde sagen, dass wir mit dem Soft-Reifen vorne bei den Schnellsten dabei sind, denn der bringt im Durchschnitt eine halbe Sekunde", so der Red-Bull-Manager weiter.
Das Gullideckel-Debakel nach rund 40 Minuten der 60-minütigen Session verhinderte Verstappens Run auf Soft-Reifen, was ebenso Teamkollege Yuki Tsunoda betraf. Der Japaner beendete den Trainingstag mit einer halben Sekunde Rückstand auf Verstappen als 15. "Bisher denke ich, dass wir in den Top-3 sind. Was die Longruns angeht, haben wir aber noch keine Rückschlüsse ziehen können", sagt Marko. Die Longruns fielen durch die roten Flaggen im zweiten Training schlussendlich für alle Teams aus.
Max Verstappen tappt nach Las-Vegas-Training im Dunkeln
Max Verstappen vermochte das Kräfteverhältnis nach diesem Trainingstag noch nicht so richtig einzuschätzen. "Die Rennstrecke hat sich in jeder Session etwas verbessert, also haben wir nur versucht, das richtige Arbeitsfenster der Reifen für Qualifying und Rennen herauszufinden", so der viermalige Champion, der 2023 die Premiere auf dem Las Vegas Strip Circuit gewann.
Im FP1 war Yuki Tsunoda als Vierter vor Max Verstappen stark aufgelegt. Zwar konnte er im zweiten Training nicht daran anknüpfen, doch das Gefühl passt bei ihm diesmal. "Der Tag heute hat mir gutes Selbstvertrauen gegeben", so der Japaner. "Das Auto war in der zweiten Session etwas anders als im FP1, aber wir haben uns während der Session wieder in die richtige Richtung entwickelt, und die Pace war immer noch okay."
In Brasilien hatte er das Wochenende zuletzt mit einem Unfall im ersten Training begonnen. Ein Debakel wie in Interlagos scheint sich bei Red Bull nicht zu wiederholen. "Beide Fahrer waren mit der grundlegenden Balance des Autos den gesamten Tag über zufrieden. Wir erwarten also nicht, heute Abend alles umzukrempeln", sagt Red-Bull-Chefingenieur Gianpiero Lambiase. Aufgrund der verlorenen Streckenzeit entging Red Bull laut Marko auch die Möglichkeit, unterschiedliche Unterboden-Konfigurationen zu testen und eine frühe Wahl für das Wochenende zu treffen.


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